Plätze unter den Schirmen gefragt

Trockener Wein gegen Regen in Langen

Filigrane Gläser und gute Tropfen – egal ob Rot oder Weiß, ob von der Mosel oder aus Rheinhessen: Natürlich ging der Ausschank auch bei schlechtem Wetter weiter.

Langen - Kein Gedränge in den Gassen des Budendorfs, keine Warteschlange vor den Toilettenhäuschen, keine langwierige Suche nach einem freien Sitzplatz – vorausgesetzt, man nimmt es in Kauf, nass zu werden. Abergläubische würden vielleicht meinen, es müsse das 13. Weinfest auf dem Behördenplatz sein, doch tatsächlich ist es die 16. Auflage des Festes, die an diesem Wochenende ins Wasser fällt. Jedenfalls in puncto Wetter. Von Sina Beck 

Im Regen tanzen selbst die Langener nicht: Gähnende Leere herrscht beim freitäglichen Auftakt vor dem DJ-Pult, wo Axel Schüller nichts anderes übrig bleibt, als eine ruhige Kugel zu schieben. Etwas anders sieht es bei dem vom Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) ausgerichteten 16. Weinfest aber an diesem Abend unter den Schirmen und Zeltdächern aus, wo die hartgesottenen Festbesucher Unterschlupf suchen: „Am Wetter kann man nichts ändern, aber die Langener lassen sich davon nicht unterkriegen“, stellt Jörg Kupluck zufrieden fest, der am Wein & Kunst-Stand von Claudia Albert ausschenkt.

Da hatte der Himmel wohl etwas falsch verstanden und weinte drei Tage lang über dem Langener Weinfest. Zum Weinen war vermutlich auch manchem Veranstalter zumute. Die Bänke im Freien blieben überwiegend leer, unter den Schirmen sammelten sich aber dennoch diverse Gäste zum Plaudern und Trinken.

Die Gaststätte in der Obergasse gibt es schon lange nicht mehr, aber seit 2010 freuen sich die einstigen Stammgäste über den Stand beim Weinfest – und lassen sich eben auch nicht vom strömenden Regen abhalten. „Es ist sehr schade, dass es den Laden hier nicht mehr gibt. Er hat uns immer gut gefallen“, sagen Britta und Peter Noll, die an der Theke Zuflucht gesucht haben. Obwohl das Paar nur 500 Meter entfernt vom Behördenplatz wohnt, hat es das Weinfest früher nicht besucht, sondern erst, seit Wein & Kunst mit von der Partie ist. „Wir trinken gerne Wein und unsere Lieblingstraube, die Auxerrois, wird sonst hier bei uns nur selten angeboten“, erklärt sich, warum die beiden zu treuen Stammgästen geworden sind.

Trotz individueller Vorlieben lohnt es sich auch immer, neue Rebsorten zu probieren, die die Weinhändler selbst überzeugt haben: „Dieses Jahr ist der Ayler Riesling von der Mosel unser Special der Saison. Unsere Begeisterung wollen wir weitergeben“, schwärmt Kupluck, der im Vergleich zu anderen natürlich gut lachen hat. Mit dem Cabernet Dorsa hat das rheinhessische Weingut Arno Schröder seinen ganz eigenen Exoten im Gepäck, doch das Vater-Sohn-Gespann kann nicht auf Stammgäste zurückgreifen. „Wir sind das erste Mal hier“, berichtet Patrick Schröder, „und es ist leider ein schlechter Einstieg für uns“.

Bilder: Weinfest 2016 in Langen

Eindrücke des Weinfestes in Langen.

Eindrücke des Weinfestes in Langen.

Eindrücke des Weinfestes in Langen.

Eindrücke des Weinfestes in Langen.

Eindrücke des Weinfestes in Langen.

Eindrücke des Weinfestes in Langen.

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Eindrücke des Weinfestes in Langen.

Eindrücke des Weinfestes in Langen.

Eindrücke des Weinfestes in Langen.

Eindrücke des Weinfestes in Langen.

Eindrücke des Weinfestes in Langen.

Bedauerliche Umstände für die Winzer aus Wahlheim, die sich das Langener Weinfest explizit ausgesucht haben. „Es gibt hier ein paar Tapfere, die trotz des Wetters kommen, also lässt sich das Potenzial erahnen“, lautet das vorläufige Resümee mit festem Vorsatz: „Wir werden es nächstes Jahr wieder versuchen.“ Viel mehr bleibt Weinhändlern und Besuchern nach der 16. Auflage auch nicht übrig. Dass es trotzdem immer wieder vereinzelt Weinliebhaber mit Regenschirmen ausgestattet zum nass-grauen Behördenplatz treibt, spricht aber Bände für die Tradition des Langener Weinfestes.

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