Doppelter Ärger für Kommunalbedienstete

Weiße Pracht überm Silvester-Dreck

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Der Vorplatz der Stadtkirche war eine der Stellen in Langen, an denen besonders viel geballert wurde. Weggeräumt aber haben ihren Dreck offensichtlich nur die Wenigsten.

Langen/Egelsbach - Doppeleinsatz für die Mitarbeiter der Kommunalen Betriebe Langen und des Egelsbacher Bauhofs: Zur Beseitigung des Mülls aus der Silvesternacht kam am ersten Arbeitstag des neuen Jahres auch noch der Wintereinbruch. Von Markus Schaible und Holger Borchard 

Der Neujahrsspaziergang offenbarte wunderschöne Anblicke von mit Raureif überzogenen Bäumen, aber vielerorts auch das Gefühl, auf einer Müllhalde zu sein. Gestern Morgen kam dann der Schnee, allerdings nicht genug, um die Überreste der Silvesternacht zu verdecken. Den Einsatzkräften in Langen und Egelsbach freilich bescherte er doppelte Arbeit. „Wir haben 20 Leute im Winterdienst auf den Straßen, fünf weitere sind mit der Straßenreinigung beschäftigt“, berichtete Peter Müller von den Kommunalen Betrieben Langen (KBL) gestern Vormittag. Priorität habe auf jeden Fall, Straßen und Gehwege vom Schnee zu räumen: „So schlimm ist es aber zum Glück nicht.“ Und: Seine Leute mussten nicht schon mitten in der Nacht aus den Betten, da es erst kurz vor 7 Uhr zu schneien begonnen hatte. Dennoch könne es angesichts der Doppelbelastung an einigen Stellen vorkommen, dass noch Dreck vom Feuerwerk liegen bleibe, bis der Schnee wieder weg sei, warb der Winterdienstleiter um Verständnis.

Zumindest am Lutherplatz mussten die KBL-Mitarbeiter nicht mehr groß tätig werden: Dort hatten Mitglieder der Jugendorganisation Ahmadiyya Muslim Jamaat im Rahmen der „ehrenvollen Arbeit“ den Müll weggeräumt. Seit 18 Jahren tun die Anhänger der Glaubensgemeinschaft dies früh am Morgen, wenn die meisten anderen Menschen noch schlafen.

Mit dem Schnee haben die Mitarbeiter der Kommunalen Betriebe Langen gestern Vormittag auch gleich die Hinterlassenschaften der Silvesternacht beseitigt.

In Egelsbach bedauerte Rathaus-Chef Jürgen Sieling am Montagvormittag beim Blick aus dem Fenster den erschwerten Jahresauftakt der Bauhofmitarbeiter. „Dreck plus Schnee – das hätte nicht sein müssen. Wer’s selbst schon mal gemacht hat weiß, wie schwer sich nasse Böllerüberreste vom Trottoir abkratzen lassen.“ Apropos: Das Straßenbild von gestern und vorgestern lebhaft vor Augen, prangert Sieling einen aus seiner Sicht „völlig inakzeptablen Volkssport“ an: „Zum Böllern geht’s bewusst raus ins Freie, möglichst weit weg von der eigenen Haustüre, auf öffentliche Plätze oder besser noch auf unbebaute Grundstücke. Da kann man dann nach der Knallerei allen Dreck schön stehen und liegen lassen – die Bauhof-Leute werden’s ja schon wegmachen.“

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Nach einem gemeinsamen Gottesdienst und einem Frühstück haben Mitglieder der Jugendorganisation Ahmadiyya Muslim Jamaat den Lutherplatz gereinigt.  

Aktuelle Negativbeispiele laut Bürgermeister waren unter anderem das Schulstraßen-Grundstück neben Elektro-Müller und das „Scharfe Eck“ eingangs der Ernst-Ludwig-Straße. Im Gegensatz zu Langen, wo die Kommunalen Betriebe die Reinigung der Straßen übernähmen, seien in Egelsbach im Übrigen die privaten Haus- und Grundstückseigentümer in der Pflicht, erinnert Sieling. „Die Straßenreinigung obliegt den Bürgern, und zwar bis zur Straßenmitte. Das Bauhofpersonal kümmert sich ausschließlich um öffentliche Plätze und Wege sowie Bushaltestellen.“

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