Langen unterstützt „europäische Metropolregion“ Rhein-Main

Wichtiger Baustein im Fairtrade-Netzwerk

Gemeinsam für den fairen Handel: Die Steuerungsgruppe mit (von links) Margarete Rölz vom Weltladen, Martina Hofmann-Becker von der Evangelischen Kirchengemeinde, Hedwig Goldbach von der katholischen Pfarrgemeinde St. Jakobus und Daniela Groß (Albert-Einstein-Schule) freuen sich mit Bürgermeister Jan Werner über die Urkunde.
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Gemeinsam für den fairen Handel: Die Steuerungsgruppe mit (von links) Margarete Rölz vom Weltladen, Martina Hofmann-Becker von der Evangelischen Kirchengemeinde, Hedwig Goldbach von der katholischen Pfarrgemeinde St. Jakobus und Daniela Groß (Albert-Einstein-Schule) freuen sich mit Bürgermeister Jan Werner über die Urkunde.

Es findet sich auf Kaffee, Kakao, Bananen oder Blumen: das Fairtrade-Siegel. Das grün-blau-schwarze Emblem kennzeichnet etwa im Supermarkt Produkte, die aus fairem Handel stammen und bei deren Herstellung also bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden. Die Fairtrade-Stadt Langen hat es sich zur Aufgabe gemacht, den fairen Handel präsenter zu machen.

Langen – Um den Anteil fair gehandelter Produkte voranzutreiben, setzen sich seit Beginn der 2010er Jahre immer mehr Kommunen für eine nachhaltige Entwicklung ein – auch Langen. Zuvor waren es hauptsächlich der hiesige Weltladen und die Kirchengemeinden, die mit dem Verkauf fair gehandelter Produkte aus den sogenannten Entwicklungsländern die Forderung nach mehr globaler Gerechtigkeit erhoben. Der Langener Weltladen wurde 2003 gegründet, der Trägerverein betreibt erfolgreich das Ladengeschäft in der Bahnstraße und leistet mit Infomaterial und Veranstaltungen politische Aufklärungsarbeit.

Intention ist es, auf die Situation kleinbäuerlicher Betriebe und Menschen in den Billiglohnländern des Südens, die unter den Bedingungen des Welthandels produzieren müssen, aufmerksam zu machen. Die Corona-Krise hat die Situation vieler Produzenten gravierend verschlimmert. Vielfach leiden Menschen unter Einkommensrückgang und Jobverlust, aber auch schwachen Gesundheitssystemen und ungenügenden staatlichen Sicherungsnetzen. Dazu kommen Ausfuhrprobleme, Ausgangssperren und der stark behinderte Warenverkehr im Weltmarkt sowie ein Nachfragerückgang in Europa. Dies betrifft natürlich auch den Export von Fair-Handels-Produkten. Umso wichtiger ist es, die Bürger – auch in Langen und im Rhein-Main-Gebiet – dazu zu bringen, vermehrt zu fair gehandelten Waren zu greifen und deren Marktanteil zu erhöhen. „Jeder Konsument kann durch den Einkauf fair gehandelter Waren zu einer gerechteren Weltwirtschaft beitragen“, appelliert die Weltladen-Gründerin Margarete Rölz.

Unterstützen

Die Fairtrade-Stadt-Steuerungsgruppe sucht Mitstreiter. Interessenten können sich bei Margarete Rölz unter Tel.: 0151 17503532, melden.

Einen wichtigen Schritt dahin hat Langen mit der Zertifizierung als Faitrade-Stadt unternommen. Auf Initiative von Rölz arbeitet seit 2010 eine Steuerungsgruppe aus Kirchengemeinden, Schulen und der Stadtverwaltung an der „Fairtrade-Stadt“. Als solche wurde Langen bereits dreimal ausgezeichnet. Die Arbeit der „Fairtrade-Towns“ gehört zu einer weltweiten Kampagne, die in Deutschland der Verein TransFair aus Köln trägt. Vernetzt sind diese in Landkreisen und Wirtschaftsregionen.

Die Urkunde weist Langen als Unterstützerin der fairen Metropolregion aus.

Als Metropolregion treibt auch Frankfurt/Rhein-Main seit 2015 mit dem Verein Rhein.Main.Fair und Unterstützung des Regionalverbandes sowie der Fairtrade-Städte und -Kreise den Prozess der nachhaltigen Entwicklung voran. Jetzt hat sie die Auszeichnung als „Faire europäische Metropolregion“ bekommen. Daran hat auch die Stadt Langen Anteil, da sie eine der Unterstützer-Kommunen ist. Anlässlich des jüngsten Vernetzungstreffens haben die Mitglieder der Steuerungsgruppe sowie Bürgermeister Jan Werner stolz die entsprechende Urkunde entgegengenommen. „Der faire Handel ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen“, sagt Werner. „Er sichert Menschen in den Produktionsländern ein existenzsicherndes Einkommen und beugt damit Fluchtursachen vor.“ Auch Kinderrechte, Umweltschutz und die Förderung von Bildung-, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen seien Themen, die Akteure des fairen Handels weltweit voranbringen.  (jrd)

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