Wie gemacht für eine Waldgruppe

Zauberburg: Magistrat legt Entwurf für Naturkita-Areal vor

Südlich des Wohngebiets Belzborn soll auf einer Ackerfläche eine Naturgruppe der Kita Zauberburg entstehen. Mittig auf dem Grundstück wird ein Schutzwagen aufgestellt, zudem ein Spielhaus (unten links) und ein Sandkasten (oben auf der Rasenfläche) auf dem Außengelände, das von Sonnensegeln überdacht wird. Plan: Kommunale Betriebe Langen
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Südlich des Wohngebiets Belzborn soll auf einer Ackerfläche eine Naturgruppe der Kita Zauberburg entstehen. Mittig auf dem Grundstück wird ein Schutzwagen aufgestellt, zudem ein Spielhaus (unten links) und ein Sandkasten (oben auf der Rasenfläche) auf dem Außengelände, das von Sonnensegeln überdacht wird.

Wald- und Naturkindergärten sind bei Eltern beliebt: Der Nachwuchs lernt dort von klein auf die Natur mit allen Sinnen kennen, die Ausflüge ins Grüne schulen den Entdeckergeist und sensibilisieren schon die Jüngsten für den Umweltschutz. Wenn es nach dem Magistrat geht, soll es in Langen bald eine weitere Naturkita-Gruppe geben.

Langen – Die städtische Kita Zauberburg soll einen „Ableger“ mit 20 zusätzlichen Vormittags-Betreuungsplätzen auf einem Grundstück zwischen Langen und Egelsbach erhalten. Die Vorlage durchläuft gerade den parlamentarischen Prozess.

Die Kita Zauberburg im neuen Wohngebiet Belzborn grenzt an die südliche Feldgemarkung an und ist somit laut Stadt „prädestiniert dafür, dass die Erzieher und Erzieherinnen mit den Kindern viel Zeit draußen verbringen“. Doch anders als die knapp 100 Kinder, die in dem im Herbst 2017 eingeweihten Neubau betreut werden, sollen die Drei- bis Sechsjährigen der neuen Naturgruppe noch mehr an der frischen Luft unterwegs sein. Als Aufenthaltsraum bekommen sie einen sogenannten Schutzwagen.

Als Standort ausgedeutet hat Bürgermeister Jan Werner ein rund 430 Quadratmeter großes Grundstück südwestlich der Kita Zauberburg in unmittelbarer Nähe des Olympia-Spielplatzes. Es ist Teil einer städtischen und landwirtschaftlich genutzten Fläche, die an einen Landwirt verpachtet ist. Die zuständigen Genehmigungsbehörden beim Kreis haben bereits ihre Zustimmung gegeben.

Im Parlament

Mit der Schaffung der Naturgruppe befasst sich der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport am morgigen Mittwoch, 19. Mai. Einen Tag später berät der Haupt- und Finanzausschuss. Beide Sitzungen beginnen um 19 Uhr in der Stadthalle. Das endgültige Votum fällt in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 10. Juni.

Geplant ist, das Areal einzufrieden und dort einen etwa 36 Quadratmeter großen Schutzwagen aufzustellen. Dazu müssen Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser verlegt werden. Auf dem Grundstück werden zudem zwei Sonnendächer aufgestellt und ein Sandkasten angelegt. Ein Spielhaus und ein Balancierbalken ergänzen die Außenspielfläche. Als zusätzlicher Schutzraum bei extremen Wetterlagen dient das Bistro in der Zauberburg. „Da dieses nicht ausschließlich von der Naturgruppe genutzt werden kann, können die Plätze laut Auskunft der Fachaufsicht des Kreises nicht als Ganztagsplätze ausgewiesen werden“, erläutert Erster Stadtrat Stefan Löbig. 20 Kinder von drei bis sechs Jahren sollen dort von 7.30 bis 13 Uhr betreut werden.

„Schutzwagen“ ist nötig

Der Magistrat empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung nun, die für die baulichen Maßnahmen erforderlichen Gelder in den Nachtragshaushalt 2021 einzustellen. Die Beschaffung des Schutzwagens wird auf gut 83 000 Euro taxiert, die Herrichtung und Erschließung der Fläche auf rund 182 000 Euro. In den Haushalt 2022 sollen dann Betriebskosten von etwa 216 000 Euro eingestellt werden. „Das ist gut angelegtes Geld“, sind sich Werner und Löbig einig. Auch der Stellenplan für 2022 soll entsprechend geändert werden. Vorgesehen sind drei zusätzliche Erzieherstellen. „Wir bieten damit eine interessante Betreuungsmöglichkeit für Eltern, die ihre Kinder möglichst naturnah aufwachsen lassen möchten. Und gleichzeitig ist die neue Gruppe wieder ein wichtiger Schritt beim Abbau der leider immer noch sehr langen Warteliste auf einen Kitaplatz“, betonen Bürgermeister und Erster Stadtrat.

Fördermöglichkeiten sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhanden. „Sollten weitere Förderprogramme aufgelegt werden, wird der Fachdienst Kinderbetreuung alle Möglichkeiten nutzen, um zusätzliche Mittel für die Baumaßnahme zu erhalten und dadurch den städtischen Anteil zu verringern“, versprechen Werner und Löbig.

Wann genau die Naturgruppe der Kita Zauberburg eröffnen kann, steht noch nicht genau fest. „Wenn die Stadtverordnetenversammlung zugestimmt hat, werden wir sofort alle weiteren Schritte in die Wege leiten“, sagt Löbig. Allerdings sind Schutzwagen für die Kinderbetreuung derzeit gefragt, weshalb unter Umständen mit Lieferzeiten von mehreren Monaten zu rechnen ist. „Wir werden aber alles Mögliche unternehmen, um die Kinder dort so zügig wie möglich begrüßen zu können“, verspricht Werner. „Ich hoffe sehr, dass uns das noch im Spätherbst gelingt.“  (jrd)

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