Magistrat empfiehlt Stadtparlament Beteiligung an Machbarkeitsstudie

Wie passt die Tram noch an den Langener Bahnhof?

Straßenbahnlinie 17 an der Endhaltestelle Neu-Isenburg Stadtgrenze
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Noch endet die Straßenbahnlinie 17 an der Stadtgrenze Neu-Isenburg. Die Verlängerung nach Langen ist grundsätzlich machbar, die Stadtverordneten müssen aber entscheiden, ob sie eine weitere Studie in Auftrag geben, bei der die Realisierbarkeit genauer untersucht wird.

Eine Straßenbahnverbindung bis nach Langen – ob das grundsätzlich möglich ist, sollte eine erste Potenzialanalyse einer Straßenbahnverlängerung von Frankfurt bis nach Langen aufzeigen. Die ist nach Angaben des Magistrats zum Schluss gekommen, dass eine solche neue Nahverkehrs-Schienenverbindung ein „vielversprechendes Projekt“ sei. Das Gremium empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung deshalb die Teilnahme an der tiefergehenden Machbarkeitsstudie.

Langen - Wie bereits berichtet, geht es um eine Anbindung Langens an die Straßenbahnlinie 17 aus Frankfurt, die derzeit an der Stadtgrenze von Neu-Isenburg ihren Endhalt hat. Den Planern schwebt vor, die Tram quer durch Neu-Isenburg und Dreieich – und nun am besten bis nach Langen – weiter zu führen. Damit wäre der gesamte Westkreis Offenbach mit der Mainmetropole verbunden.

Frankfurt, Neu-Isenburg und Dreieich hatten sich bereits im Frühjahr 2020 zusammengeschlossen, um eine Verlängerung der Straßenbahn näher untersuchen zu lassen. Als Nachzügler kam dann im vergangenen Winter noch Langen dazu: Im November hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat damit beauftragt, den drei Partnern den Wunsch der Sterzbachstadt nach einer Partizipation an dem Projekt vorzutragen. Dies mündete in einer Kooperationsvereinbarung zur Erweiterung der Potenzialanalyse, um eine Trassenerweiterung nach Langen zu prüfen.

Wilhelm-Leuschner-Platz eignet sich nicht als Langener Endhalt

„Diese Analyse hat erfreulicherweise ergeben, dass eine Straßenbahntrasse bis nach Langen grundsätzlich machbar ist und das Projekt erfolgversprechend ist“, sagt Bürgermeister Jan Werner. Die genauen Ergebnisse stellen die Planungsbüros den Stadtverordneten noch vor. Erster Stadtrat Stefan Löbig ergänzt: „Jetzt ist es wichtig, dass wir auch den zweiten Schritt gehen und Teil der tiefergehenden Untersuchung sind.“

Denn die Analyse hat bereits ein Problem ergeben: Der zunächst als Endhaltepunkt angedachte Wilhelm-Leuschner-Platz  habe laut der ersten Untersuchung nicht das Fahrgastpotenzial, um den für einen Bau beziehungsweise eine finanzielle Förderung erforderlichen Nutzen-Kosten-Index von 1,0 oder mehr zu erreichen. Deshalb liebäugelt die Stadt nun mit einer Endstation am Bahnhof. „Der Langener Bahnhof mit dem S-Bahn- und dem Regionalbahn-Halt, perspektivisch der Regionaltangente West und dann vielleicht auch noch der Straßenbahn bis nach Frankfurt – das wäre eine ganz neue Dimension des Öffentlichen Personennahverkehrs nicht nur für unsere Stadt, sondern die gesamte Region“, sind sich Werner und Löbig einig. Deshalb soll in der Machbarkeitsstudie geprüft werden, ob und über welche Straßenverbindungen dies möglich ist.

Neue Studie kostet Langen 150 000 Euro

Das Stadtparlament müsste für die neue Studie Kosten von rund 150 000 Euro im Haushalt 2022 zur Verfügung stellen. 60 000 Euro davon entfallen auf die spezielle Untersuchung („Sondermodul“) der möglichen Langener Trassenführungen. Die Bearbeitungsdauer ist auf zwei Jahre veranschlagt. Für Bürgemeister und Ersten Stadtrat ist das „gut angelegtes Geld“. „Eines ist klar: Wenn wir jetzt nicht bei der Machbarkeitsstudie dabei sind, ist der Zug sprichwörtlich abgefahren“, sagt Löbig. „Dann gibt es keine Chance mehr, später doch noch über eine Straßenbahnverlängerung bis Langen nachzudenken.“ Denn die anderen Projektpartner haben ganz klar festgelegt: Es dürfen keine zeitlichen Verzögerungen durch Langens Beteiligung entstehen.

„Für uns ist die Teilnahme an der Studie mit keinen Risiken verbunden“, verdeutlicht Werner. „Sollte sich im Laufe der Untersuchung zeigen, dass die Verlängerung nach Langen nicht sinnvoll ist, soll mittels vorab vereinbarter Absprachen ein frühzeitiger Ausstieg aus dem Projekt möglich sein.“ Dann entstünde der Stadt über die Kosten für die Machbarkeitsstudie hinaus kein weiterer finanzieller Aufwand.  (jrd)

Im Parlament

Nach den Beratungen im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr heute Abend sowie im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag, 9. September, sollen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 23. September endgültig entscheiden.

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