Grüne fühlen sich schlecht informiert

Wieder Ärger um Waldsee

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Langen - Der Kiesabbau am Waldsee bietet reichlich Anlass zu Streitigkeiten zwischen der Firma Sehring und dem Magistrat einerseits sowie den Langener Grünen andererseits.

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Gestritten wird um den aktuellen Abbauabschnitt im Bannwald, um die Renaturierung der Ostgrube – und aktuell auch um die Westgrube. Die Grünen sind der Meinung, sie würden „beim Thema Auskiesung am Langener Waldsee mit Informationen kurzgehalten“. So habe sich der Magistrat auf eine aktuelle Anfrage der Ökopartei nicht in der Lage gesehen, aktuelle Zahlen zum Stand der Verfüllung der Westgrube zu liefern. Auch bei einem aktuellen Sachstand zur Erfüllung der Rekultivierungspflichten des Unternehmens habe man in der Stadtspitze passen müssen. „Das Kiesabbauunternehmen sieht sich aufgrund fehlender personeller Ressourcen nicht in der Lage, die aktuellen Daten vorzulegen“, heißt es in einem Antwortschreiben des Magistrats. Als Grund genannt wird die aktuelle juristische Auseinandersetzung: „Nach Aussage der Firmenleitung sind die personellen Ressourcen vollständig gebunden zur Abwendung der für das Unternehmen existenzbedrohenden Situation“, schreibt der Magistrat.

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Der Fraktionsvorsitzende der örtlichen Grünen zeigt sich verwundert: „Bei einem so komplexen Verfahren und räumlich umfangreichen Abbauprojekt gehe ich davon aus, dass die Daten tagesaktuell gepflegt und zeitnah zusammengestellt werden können. Sie sind ja auch Bestandteil der behördlichen Aufsichtspflicht und müssen jederzeit vorgelegt werden können“, so Jens Duffner. Aufgrund „der schlechten Erfahrungen beim Thema Ostgrube“ und der aktuell von Sehring beantragten Verschiebungen bei den Verfüllauflagen an der Westgrube sei man sehr misstrauisch. „Hat Sehring etwas zu verbergen? Kann oder will er die Daten nicht liefern, weil er mit seinen Auflagen in Verzug ist? Tatsache ist, dass er sich mit dieser Verweigerungshaltung in ein schlechtes Licht rückt“, so Fraktionskollegin Martina Dröll.

Die Ostgrube des Waldsees in Langen: Bilder

Die Grünen haben den Magistrat in einem Schreiben aufgefordert, die fehlenden Daten entweder bei Sehring direkt anzufordern oder über das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde prüfen zu lassen. „Der Magistrat darf sich als Eigentümer der Fläche so nicht abspeisen lassen. Die Stadt muss wissen, was auf ihrem Gelände passiert. Darauf haben die Stadtverordneten und auch die Bürger ein Anrecht“, erklärt Duffner. (ble)

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