112 Kinder toben sich bei städtischen Ferienspielen aus

Wilder Westen auf der JuKi-Farm

+
Tüchtig Spaß beim Hämmern haben (von links) Till (8), Justin (10), der siebenjährige Robin und die zehnjährige Jada. Das Holz im Hintergrund wird dem Lagerfeuer „zum Opfer fallen“. Andere Kinder beschäftigten sich lieber mit den flauschigen Bewohnern der JuKi-Farm: den Hasen.

Langen - Zwei bedröppelte „Indianer“ sitzen auf der Hängeschaukel, während die Cowboys und -girls jubilierend umherrennen. „Wir haben gewonnen“, rufen die Kinder freudestrahlend. Von Julia Radgen

Das bedeutet: Ein weiterer Punkt für ihr Team auf der selbst gebauten Tafel, die den Zwischenstand verzeichnet. Denn das Motto der städtischen Ferienspiele auf der Kinder- und Jugendfarm lautet „Cowboys und Indianer“. Feder-Kopfschmuck und Cowboyhut tragen die Sechs- bis Zehnjährigen nur vereinzelt, dafür gehört eine andere Kopfbedeckung zum Standard: das Käppi. Denn diese erste Woche der Ferienspiele – insgesamt sind es drei – ist heiß. „Meine Mama hat gesagt, ich soll die Kappe aufsetzen“, erklärt denn auch ein kleiner Junge, bevor er zum Werkzeug greift. Auf dem Gelände der JuKi-Farm an der verlängerten Nordendstraße, auf dem sie seit Herbst 2016 beheimatet ist, gibt es noch keinen natürlichen Schatten. „Wir haben aber ein Sonnensegel aufgebaut, darunter ist es angenehm kühl“, sagt Organisator Stephan Wagner vom Schulkinderhaus. Veranstalter ist die Koordinationsstelle Jugendarbeit der Stadt.

Nach dem morgendlichen Fangenspiel „Cowboy und Indianer“ sammeln sich die Kinder im Schatten. „Als Erstes trinkt jetzt bitte jeder von euch einen Schluck Wasser“, ruft ihr Betreuer und schon wuseln die Kinder zu ihren Flaschen. Bis zu sieben junge Menschen sind pro Woche als Betreuer im Einsatz. Auch wenn die Indianer den Schmerz ihrer Niederlage noch nicht ganz verdaut haben, muss nur der Erwachsene „leiden“: Die Siegermannschaft darf den Betreuer der unterlegenen Gruppe mit Wasserbomben abwerfen – bei diesen Temperaturen nur eine milde „Bestrafung“. Auch bei den Kindern sind Wasserschlachten als Abkühlung äußerst beliebt.

Trotz Teambildung der Mottowoche steht der gemeinsame Spaß bei den Ferienspielen im Mittelpunkt. Die Kinder können sich an die Basteltische setzen und werkeln, zum Beispiel Kopfschmuck, Traumfänger sowie Pfeil und Bogen basteln, aus Speckstein Glücksbringer anfertigen und T-Shirts batiken. An einem Tisch unter dem Sonnensegel lassen sich Mädchen von den Betreuerinnen das Gesicht schminken. Statt Kriegsbemalung ist ein Schmetterlings-Motiv angesagt. Am Abend wartet die Übernachtung mit Lagerfeuer, Nachtwanderung und Stockbrot. „Die mussten wir letztes Jahr verschieben, weil es zu nass war. Für die Übernachtung sind die Temperaturen diesmal aber ideal“, sagt Stephan Wagner. Statt einer Radtour gibt es einen „schönen altmodischen Wandertag“ in Richtung Waldsee – verbunden mit einer aufregenden Schatzsuche.

In Amerikas Westen auf den Spuren der Indianer

Wie immer sind einige Kinder die ganze Zeit dabei, andere kommen pro Woche neu hinzu. Während in der ersten Woche 26 Kinder bespaßt werden, sind es in der zweiten 36. Für die letzte Sommerferienwoche sind sogar 50 angemeldet. „Dann wird es beim Mittagessen im Zelt langsam eng“, sagt Wagner. Die gesteigerte Zahl führt er darauf zurück, dass es in den letzten Ferienwochen keine Konkurrenzangebote gibt. „Dann kommen vor allen Kinder der Schulen zu uns, deren Fördervereine kein eigenes Ferienprogramm bieten“, so Wagner.

Die Kinder können sich aber auch mit den zutraulichen Hasen der JuKi-Farm beschäftigten oder einfach auf dem Gelände umhertollen, wie zwei Jungs, die sich Hockeyschläger und Ball schnappen. Bei diesen Ferienspielen gibt es auf dem Gelände noch mehr zu entdecken. Seit der vergangenen Ausgabe kamen ein Trampolin, Barfußpfad, eine Schaukel und Hochbeete hinzu. Auch die Hütte, die die Kinder 2017 fertigten, ist fester Bestandteil des Geländes. Das umfangreichste Bastelprojekt diesmal ist ein großes Holzpferd, das schon halb fertig sein sollte – doch weil ein Teamer ausgefallen ist, geht’s erst jetzt richtig los. „Wenn es nur ein Pony wird, ist das auch okay“, scherzt Wagner.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare