Anwohner besprechen Probleme mit HBB und Co. bei Ortstermin

Parkhaus am Forum Langen: Ortstermin mit Nachbarn

Ortstermin auf dem Parkhaus-Dach: Rund ein Dutzend Anwohner besprachen ihre Kritikpunkte direkt vor Ort, unter anderem mit Diana Schreiber-Kleinhenz von der HBB (Zweite von rechts) und Polizeioberkommissar Tehkuh Bangang. Die WiLa, vertreten durch ihren Vorsitzenden Joost Reinke, sieht sich als Vermittler in der Sache.
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Ortstermin auf dem Parkhaus-Dach: Rund ein Dutzend Anwohner besprachen ihre Kritikpunkte direkt vor Ort, unter anderem mit Diana Schreiber-Kleinhenz von der HBB (Zweite von rechts) und Polizeioberkommissar Tehkuh Bangang. Die WiLa, vertreten durch ihren Vorsitzenden Joost Reinke, sieht sich als Vermittler in der Sache.

Es gibt viel Gesprächsbedarf zum Parkhaus am Forum Langen. Vor allem die oberen Decks des Bauwerks dienten jüngst als Spielplatz oder Feierort. Die Anwohner fühlen sich nicht nur deshalb belästigt, sondern auch durch die Beleuchtung und machen eine fehlerhafte Konstruktion des Parkhauses dafür verantwortlich (wir berichteten). Um die Wogen zu glätten, gab es nun einen Ortstermin, bei dem sich alle Beteiligten direkt austauschen konnten.

Langen – Die WiLa, die sich als Vermittler zwischen den teils verhärteten Fronten sieht, hatte den Runden Tisch initiiert. Neben Anwohnern und WiLa-Vorsitzendem Joost Reinke waren Diana Schreiber-Kleinhenz, Regionalmanagnerin der für den Bau verantwortlichen HBB (Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft), Vertreter der Polizei und des Langener Jugendforums sowie Petra Wagner, Leiterin des städtischen Bauamts, vor Ort.

Die störende „Zwischennutzung“ des weitgehend gesperrten Parkhauses, etwa durch feiernde Jugendliche und spielende Kinder, ist das eine Ärgernis, aber die Anwohner kritisieren bekanntlich auch die Konstruktion des Bauwerks, das ihrer Meinung nach nie so hätte entstehen dürfen. „Die Verantwortlichen haben uns über Jahre hinweg versichert, das Parkhaus würde geschlossen gebaut werden – maximal mit kleinen Luftauslässen“, sagt Heike Oeser, Sprecherin der Anwohner. Das habe die Stadt den Nachbarn, die schon damals die Bauplanung aufmerksam verfolgt haben, noch im Juni 2020 bestätigt. Dann habe es plötzlich geheißen, das Parkhaus könne nur offen gebaut werden – als Begründung führt die HBB Brandschutzauflagen an. Zudem war in der Bauplanung stets von nur vier Geschossen die Rede. Das Parkhaus sei zu hoch gebaut, was von der Weser- und Westendstraße deutlich sichtbar sei. Dieser eine Meter mache viel aus, sagt Oeser. „Normalerweise würden sich die Geschosse versetzt zu unseren Wohnungen befinden. Doch so leuchten herauffahrende Autos direkt in die Fenster“, klagt die Langenerin.

Anwohner plädieren für Sperrung und Begrünung des Daches

Dass es nun zu spät ist für Einwände, ist für Oeser kein Argument. Über 50 Langener hätten Einwände im Prozess der Bauauslegung eingereicht – alle seien abgelehnt worden. „Wir fühlen uns an der Nase herumgeführt“, sagt Oeser. Die Anwohner fordern daher konkrete und schnelle Verbesserungen von der HBB: Sie wollen, dass auf Erdgeschossniveau zur Abschirmung Hecken und Bäume rund um das Parkhaus gepflanzt werden. „Es gibt nur fünf verhungerte Bäumchen auf dem Areal, die HBB macht nur das, was minimal notwendig ist“, beschwert sich Oeser. Außerdem wünschen sich die Anwohner, dass der Investor Pflanznetze vor der Fassade spannt, die die Wohnung gegen die Blendung durch herauf- und herabfahrende Fahrzeuge abschirmen, und dass geprüft wird, ob eine Zwischendecke möglich ist, die das Problem lindert. „Außerdem wollen wir ein vernünftiges Bewirtschaftungs- und Nutzungskonzept“, sagt Oeser. Die vorgesehenen „Parkzonen“ führten dazu, dass die Bewohner des Alfa-Hauses (die das Parkhaus am regelmäßigsten nutzen) ganz oben ihre Stellplätze haben. An liebsten wäre den Anwohner, wenn das Dach komplett für Fahrzeuge gesperrt und begrünt werden würde. Selbst dann blieben nach Oesers Berechnungen die nötigen Stellplätze übrig.

Derzeit weitgehend gesperrt (nur die unterste Ebene ist offen) sind Zufahrt und Treppenhäuser des Parkhauses am Forum Langen. Die Anwohner wollen mehr Grün.

Den meisten dieser Forderungen – vor allem der kompletten Sperrung der Dachfläche – erteilt die HBB eine Absage. „Zur Begrünung und Gestaltung des Parkhauses wird es von uns noch Anpassungen geben, aber ansonsten ist das alles so gebaut worden, wie es freigegeben wurde“, sagt Regionalmanagerin Diana Schreiber-Kleinhenz. Den Bauantrag für die Anpassungen habe die HBB bereits beim Kreis eingereicht. „Wenn der genehmigt ist, brauchen wir noch einen Moment, aber dann können wir die Änderungen vornehmen“, sagt sie.

Der abermals gewünschte Sicherheitsdienst sei keine Option. „Das ist aktuell überhaupt nicht mehr nötig – im Gegensatz zur dunklen Jahreszeit“, sagt Schreiber-Kleinhenz. Die Bereiche seien nun abgesperrt und es gebe keine Vorfälle mehr, betont die Regionalmanagerin. Sie verweist darauf, dass auch Vertreter des Jugendforums am Treffen teilgenommen hätten, an die man noch einmal appelliert habe: „Wir haben nichts dagegen, wenn sich Jugendliche im Parkhaus aufhalten, aber sie sollen keinen Vandalismus betreiben“. Sollten die Nachbarn dennoch wieder Vorfälle mitbekommen, sollten diese die Polizei verständigen. „Wir wollen nicht, dass unsere Nachbarn verärgert sind“, betont Schreiber-Kleinhenz.

Die Stadt hält sich mit einer Stellungnahme zurück und verweist auf die laufenden Abstimmungen mit der HBB. Trotz der Verhandlungen mit dem Bauträger zwecks baulicher Überarbeitung (zu Lichtverschmutzung und Lärm, Dach- und Fassadenbegrünung und der Zugangssituation) sei seit November „bislang kein für uns akzeptables Ergebnis erzielt worden“, teilt Bürgermeister Jan Werner mit. Er verweist auf weitere zeitnah geplante Gespräche mit dem Ziel, dass die HBB endlich mit der Umsetzung einer für alle Seiten zufriedenstellenden Lösung beginnen kann.

Von Julia Radgen

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