Kleinvieh und Millionen

Wirtschaftlicher Beteiligungsbericht der Stadt Langen

+
100-prozentige Tochter einer 100-prozentigen Tochter: Der Stadt gehört die Beteiligungsmanagement Langen GmbH und der wiederum die Bäder- und Hallenmanagement Langen GmbH, die die Stadthalle betreibt.

Langen - Jede hessische Kommune hat das Recht, sich wirtschaftlich zu betätigen. Davon macht auch die Stadt Langen Gebrauch und informiert darüber regelmäßig in einem Beteiligungsbericht. Die zehnte vom Magistrat vorgelegte Auflage fasst den Stand vom 31. Dezember 2014 zusammen.

Er liegt im Rathaus (Fachdienst Controlling und Finanzen) und in der Stadtbücherei zur Einsicht aus. Außerdem veröffentlicht die Stadt das 60 Seiten umfassende Papier auf ihrer Homepage. Wie zahlreiche andere Städte und Gemeinden nutzt Langen die Vorteile privatrechtlicher Organisationsformen und hat daher eine Reihe von Aufgaben in Beteiligungen ausgegliedert. Die mehrstufige Konzernstruktur, an deren Spitze mit der Beteiligungsmanagement Langen GmbH (BML) eine vermögensverwaltende Einheit steht, ist in dem Bericht übersichtlich dargestellt. Demnach ist die Stadt an 18 Unternehmen direkt oder indirekt beteiligt, die maßgeblich zur Daseinsvorsorge beitragen. Die Bandbreite reicht von Mini-Anteilen von 0,03 Prozent bis zu hundertprozentigen Töchtern.

Der Bericht informiert anhand der wichtigsten Daten aus den Wirtschaftsplänen über Art und Umfang der jeweiligen Beteiligung und damit auch über ihre Bedeutung. Die wirtschaftlichen Verhältnisse werden durch die Abbildung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sichtbar. Lediglich bei einem Engagement unter fünf Prozent verzichtet der Magistrat auf eine detaillierte Darstellung. Der Bericht schaffe für die politischen Entscheidungsträger und die Bevölkerung ein hohes Maß an Transparenz bei der wirtschaftlichen Betätigung der Stadt, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt. Die Informationen würden es erleichtern, die Leistungs- und Finanzplanung der Kernverwaltung und der Beteiligungen aufeinander abzustimmen. Außerdem könne die Geschäftspolitik der Beteiligungen besser in die Strategie des „Konzerns Stadt“ eingeordnet werden.

Ein Organigramm gibt eine gute Übersicht über alle Beteiligungen. Anschließend stellt der Bericht die Unternehmen im Einzelnen vor. In ihrer 100-prozentigen Tochter, der Beteiligungsmanagement Langen GmbH, bündelt die Stadt ihre wichtigsten Beteiligungen. 2014 managte diese GmbH die städtischen Anteile an der Bäder- und Hallenmanagement Langen GmbH (100 Prozent), der Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH (55,6 Prozent) und der Stadtwerke Langen GmbH (75,2 Prozent). Die Stadtwerke wiederum waren zu 100 Prozent an der Stadtwerke Langen Immobilien GmbH beteiligt, zu 9,7 Prozent an der Langener Baugenossenschaft, zu 6,67 Prozent an der Dynega Energiehandel GmbH und zu 1,25 Prozent an der Windpool GmbH & Co. KG. Die Stadt selbst hielt außerdem 5,66 Prozent an der Hessischen Flugplatz GmbH Egelsbach, 5,88 Prozent an der Regionalpark Rhein-Main Südwest GmbH, 3,45 Prozent an der Kreisverkehrsgesellschaft, 1,95 Prozent an der Langener Baugenossenschaft, 1,2 Prozent an der Kultur Region Frankfurt Rhein Main GmbH, 0,072 Prozent an der Nassauischen Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungs GmbH und 0,03 Prozent an die Volksbank Dreieich.

Hochzeitsmesse in Stadthalle

Darüber hinaus sind die Kommunalen Betriebe in vollem Umfang in städtischem Besitz. Sie stellen als sogenannter Eigenbetrieb streng genommen allerdings keine Beteiligung dar. Die Kommunalen Betriebe selbst halten 51 Prozent an der Abfallservice Südhessen GmbH. Aufgeführt ist außerdem der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen, an dessen Betriebszweig 1 die Stadt mit 60 Prozent beteiligt ist. Monetär dickster Brocken sind mit deutlichem Abstand die 5,8 Millionen Euro der Stadt im Stammkapital der Stadtwerke. Bei der Kultur Region Frankfurt Rhein Main beträgt der städtische Anteil lediglich 317,40 Euro. Ergänzt wird der Beteiligungsbericht mit einer Liste der Vereinsmitgliedschaften der Stadt Langen. Sie umfasst rund 50 Positionen und reicht von der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte bis zur Wirtschaftsförderung Region Frankfurt Rhein/Main.

ble

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare