16 Unternehmen ließen sich in Langen nieder

Wirtschaftsförderung zieht positives Fazit für 2017

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Was Langen Unternehmen zu bieten hat, zeigt die Wirtschaftsförderung in einer 36-seitigen Imagebroschüre.

Langen - Der Standort Langen hat Unternehmen eine Menge zu bieten: zentrale Lage mitten in Deutschland, Nähe zum Flughafen, gute Verkehrsverbindungen per Straße und Schiene.

Damit hat die städtische Wirtschaftsförderung viele Asse im Ärmel, um den Betrieben die Ansiedlung in Langen schmackhaft zu machen. Im vorigen Jahr ließen sich 16 Unternehmen neu nieder. Nennenswerte Abwanderungen waren hingegen so gut wie Fehlanzeige.

Viele Firmenbesuche, Gespräche, Marketingaktionen und Netzwerkarbeit – die Anstrengungen der Wirtschaftsförderung haben sich gelohnt. „Wir sind optimistisch, unser Wirtschaftszentrum Neurott weiter erfolgreich zu gestalten“, sagen Bürgermeister Frieder Gebhardt und Wirtschaftsförderer Joachim Kolbe. Dahinter steckt natürlich auch der Wunsch, die Finanzlage der Stadt zu verbessern. Seit Längerem gibt es bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer eine Aufwärtsentwicklung. Für 2018 sind im Haushalt 14,35 Millionen eingeplant. Das ist aber deutlich weniger als der bisherige Rekord von 38 Millionen Euro aus dem Jahr 2008, auf den jedoch die Unternehmenssteuerreform und die damalige Wirtschaftskrise folgten. Aber die Tendenz geht nach oben.

Die Unternehmen bringen neue Jobs: 400 bis 500 zusätzliche Arbeitsplätze sind in den vergangenen beiden Jahren in Langen hinzugekommen – in zukunftsweisenden Branchen wie in der Informationstechnologie, in der Automotive-Branche, bei der Elektromobilität, in der Medizintechnik oder in der Scannertechnologie.

Ein Meilenstein der guten Entwicklung ist der Multipark mit zwei großen Hallen direkt an der Bahnlinie. Dort betreibt zum Beispiel die Firma Akasol mit bis zu 150 Beschäftigten die europaweit größte Batteriesystemfabrik für elektrische Nutzfahrzeuge. Ein weiteres bedeutendes Unternehmen ist die Volkswagen Zubehör GmbH, mit 9 400 Quadratmetern der Platzhirsch im komplett vermieteten Multipark.

Neu im Langen Park an der Paul-Ehrlich-Straße ist die Edelkrone GmbH, die mit mechanischem und technischem Equipment für die Foto- und Filmproduktionsindustrie handelt und sich um den Vertrieb kümmert. Edelkrone kommt aus den USA und hat jetzt in Langen seinen Vertriebsstandort für Deutschland. Die Procoin GmbH ist mit 20 Mitarbeitern von Frankfurt an die Ampèrestraße (ehemalige Tyco-Flächen) gewechselt. Procoin zählt zu den marktführenden Anbietern für professionelles Cash Management und bietet von Banknotenzählern über Münzsortierer, -zähler und -roller bis hin zur kompletten Verpackungsanlage alles rund ums Geldzählen.

Am gleichen Standort wurde auch die ReneSola heimisch, die ebenfalls von Frankfurt umgezogen ist. Der internationale Hersteller und Lieferant von energieeffizienter Beleuchtung für Häuser, Büros, Lager und Fabriken hat 1 100 Quadratmeter gemietet. Vom Main kam schließlich auch die Prymos Brandschutz GmbH. Sie ist spezialisiert auf Herstellung und Vertrieb von Feuerlöschern und Feuerlösch-Sprays und belegt rund 800 Quadratmeter Lager- und Bürofläche im Steubenpark an der Siemensstraße.

Reichlich Zuwachs gab es im vergangenen Jahr in der Büroimmobilie Ohmstraße 12. Mit 35 Beschäftigten von Dreieich dorthin gezogen ist die Audimex AG, ein Entwickler komplexer Softwarelösungen für die interne Revision und Compliance. Das Gebäude ist außerdem neue Adresse der Kosei Pharma GmbH, ein führender japanischer Pharmavertrieb. Weitere Firmen, die sich in den vergangenen Monaten an der Ohmstraße 12 eingemietet haben, sind die Timeworks Dienstleistungs GmbH, Beco engineering AG, Versendo UG, Turner Engine Control Solutions GmbH, TEAM Communication Technology Management GmbH, ADL Verwaltungsgesellschaft mbH und ABZ Dienstleistungen & Sanierung GmbH.

Im Technologiepark direkt am Bahnhof ist die Vermarktung ebenfalls vorangeschritten. Dort hat die LIG Bau GmbH aus Langen mehr als 4 700 Quadratmeter gekauft und möchte eine repräsentative Büroimmobilie errichten. Darüber hinaus will die im Technologiepark bereits ansässige Advancis Software & Services GmbH expandieren und hat dafür 12.500 Quadratmeter erworben. Die benachbarte RUG Semin GmbH, Deutschlands führender Hersteller von Revisionsklappen, beabsichtigt, an der Pittlerstraße weitere Gebäude zu errichten.

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Als Übergangslösung nutzt das Unternehmen Datalogic seit Kurzem eine Immobilie an der Robert-Bosch-Straße. Dauerhaft will der aus Darmstadt kommende Hersteller von Barcode-Lesegeräten auf einem Gewerbegrundstück am „Nikon-Kreisel“ ansässig werden, muss dort aber erst noch seine Deutschlandzentrale errichten. Etwas weiter ist da schon die Firma Erweka. Der Produzent von Tablettentestgeräten für die pharmazeutische Industrie hat im vorigen Jahr an der Pittlerstraße mit dem Bau seines Firmenhauptsitzes begonnen, der dann von Heusenstamm dorthin verlegt wird.

Zudem wirtschaftet eine Vielzahl von Langener Unternehmen so erfolgreich, dass es Expansionswünsche gibt – am besten vor Ort. Auch im vergangenen Jahr ist es gelungen, den Wegzug in andere Kommunen zu verhindern und ansässigen Firmen durch Umzüge innerhalb des Wirtschaftszentrums Erweiterungen zu ermöglichen. Weil zwischen Bahnlinie und Paul-Ehrlich-Straße die Flächen immer knapper werden, geht es nach den Worten von Bürgermeister Gebhardt und Wirtschaftsförderer Kolbe künftig vor allem darum, vorhandene Standorte zu optimieren: mit erweiterten, zusätzlichen oder modernisierten Immobilien. Für das Standortmarketing sei es unerlässlich, attraktive und kurzfristig verfügbare Gewerbeflächen anbieten zu können. (ble)

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