Workshop zur Förderung von Jugendgesundheit

Auch Pickel sind Thema für Schüler

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Im Workshop zur Förderung von Jugendgesundheit lernen Siebtklässler viel über Pubertät und ihren Körper. Jens Köhler klärt im Auftrag des Hessischen Kultusministeriums Siebtklässler an der Dreieichschule über ihren Körper, die Pubertät und die Jugendgesundheitsuntersuchung J1 auf – und das auf spielerische Weise.

Langen - Pickel, Stimmbruch, Wachstumsschübe und Stimmungsschwankungen – sie ist schon eine unliebsame Laune der Natur, diese Pubertät. Von Sina Gebhardt 

Es ist ganz normal, dass der Körper in dieser Zeit viele Veränderungen durchlebt, doch für die Jugendlichen geht sie oft mit Verunsicherung einher. Die Jugendgesundheitsuntersuchung J1 kann Abhilfe schaffen. Genau deshalb waren jetzt Mitarbeiter des Arbeitsfeldes Schule & Gesundheit (S&G) des Hessischen Kultusministeriums an der Dreieichschule zu Gast: Mit dem Workshop zur Förderung von Jugendgesundheit werden alle Schüler der Jahrgangsstufe 7 über die Möglichkeiten und Vorteile des ärztlichen Check-ups aufgeklärt.

„Es ist für die Schüler sehr lehrreich und sie reagieren darauf immer durchweg mit Begeisterung“, berichtet Sebastian Klaar, der als Koordinator der Veranstaltung fungiert. Im dritten Jahr in Folge kommen die Gesundheitscoachs Jens Köhler und Nadia Zejewski ans Gymnasium und sprechen mit den Jungen und Mädchen über ihre Probleme. Jeweils 90 Minuten verbringen die beiden mit einer Klasse und reden über Themen, die die Schüler bewegen: Was möchte der Körper uns sagen, wenn wir Lampenfieber haben? Welche Symptome bringt die Pubertät mit sich? Wieso spielt uns der Körper Streiche, bei denen wir die Kontrolle über ihn verlieren? Die freundliche und souveräne Art der Coachs findet bei den Jugendlichen Anklang und kleine Experimente – wie beispielsweise das Zusammenführen der Fingerspitzen mit offenen und geschlossenen Augen – lockern die Atmosphäre auf.

Wichtige Inhalte vermittelt

Trotz der spielerischen Herangehensweise werden den Schülern wichtige Inhalte vermittelt. „Natürlich bereiten wir den Stoff jugendgerecht auf“, sagt Köhler, „aber unsere Botschaft ist: Achtet auf euren Körper!“ Deswegen wird den Siebtklässlern auch die J1 ans Herz gelegt. Die ärztliche Untersuchung ist kostenlos und freiwillig, was den Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 14 Jahren die Möglichkeit gibt, selbst Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Mit dem Workshop leisten die Coachs von S&G als externe Instanz Aufklärungsarbeit, ein entscheidender Faktor, wie Latein- und Chemielehrer Klaar weiß: „Es sind bewusst keine Lehrer anwesend, damit die Schüler offener und freier über ihre Probleme reden können.“

Nach Geschlechtern getrennt wählen die Klassen aus vier Schwerpunkten – Liebe und Sexualität, Drogen, Zoff mit anderen, Sport und Ernährung – einen zur Vertiefung aus. Diese Aufteilung ist durchaus sinnvoll, schließlich haben Mädchen zu Liebe und Sexualität, dem meist gewählten Thema, ganz andere Fragen als Jungs, so Köhler. Die Coachs können in den Gesprächen konkrete Anliegen behandeln, verweisen bei Bedarf auf Beratungsstellen und betonen die ärztliche Schweigepflicht, um den Jugendlichen die Angst vorm Gang zum Arzt zu nehmen.

Schulanfang 2013 in Langen

Schulanfang 2013 in Langen

„Ich hatte eigentlich keine besonderen Erwartungen an den Workshop, aber es ist interessant, mehr über seinen Körper und die Möglichkeiten der J1 zu erfahren“, sagt die zwölfjährige Ella, die damit den erneuten Erfolg der Veranstaltung bestätigt. Das Prinzip, dass Schule und Gesundheit zusammengehören, wird am Gymnasium gelebt, denn es sei nicht immer üblich, dass ein gesamter Jahrgang die Gelegenheit zur Teilnahme an dem Gesundheitsworkshop kriegt, informiert Klaar: „Das ist eine Besonderheit der Dreieichschule.“

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