Workshoptag der Reichwein-Schule:

Futter für das Jugendforum

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Die Ergebnisse eines langen Projekttages präsentierten die Reichwein-Schüler auf Schautafeln in der Aula. Pro Workshopgruppe formulierte jeweils ein Sprecher die zentralen Thesen und Inhalte und stand sodann interessierten Fragestellern Rede und Antwort zum jeweiligen Vorhaben.

Langen - Ein umfangreicher Workshoptag an der Adolf-Reichwein-Schule mit fast 180 Neuntklässlern bildete in dieser Woche den Auftakt für die Aktivierungskampagne zum Langener Jugendforum. Realisiert hat ihn das sogenannte Gründungsteam – eine Gruppe Langener Jugendlicher, die sich für die Entstehung eines Jugendforums einsetzt – in Kooperation mit dem Lüneburger Kommunikationsteam „beWirken“. Von Enrico Sauda 

Die Pausenglocke klingelt. Doch etliche Schüler sitzen noch an den Tischen und grübeln, reden, machen Notizen. Erst nach und nach stehen sie auf, schieben die Stühle beiseite und verlassen das Klassenzimmer. Die Neuntklässler der Reichwein-Schule legen letzte Hand an ein Projekt an, das ihnen am Herzen liegt – die Gestaltung ihrer Stadt. Von der ersten bis zur sechsten Stunde und noch weit darüber hinaus haben sich die Heranwachsenden damit auseinandergesetzt und Wünsche formuliert. Die einen wollen einen Park, die anderen freien W-Lan-Zugang, wieder andere einen Aufenthaltsort für Jugendliche, wo es „cooles Essen“ gibt und so weiter.

Colien aus der 9aR hat mit ihrer Gruppe Ideen und Vorstellungen in der Rubrik „Kreative und Kreativität in Langen“ entwickelt. „Wir finden, Jugendliche sollten besser künstlerisch aktiv werden können, etwa in der Bildenden Kunst, im Fotografieren oder mit Video“, erklärt Colien. Ziel des Gründungsteams ist es, die Jugendlichen über Planspiele, die Projektarbeit in Gruppen und weitere kreative Ansätze für die Teilnahme am Jugendforum zu gewinnen. Vor dem Workshop bringen Mitglieder des Gründungsteams und des Sozialunternehmens „beWirken“ den Schülern mittels eines Planspiels nahe, wie Entscheidungen auf kommunaler Ebene getroffen werden. „Außerdem haben wir das Jugendforum vorgestellt“, berichtet Paula Schwarzenau vom Gründungsteam. Die 14-Jährige, die die Dreieichschule besucht, wohnt in Egelsbach, stellt aber fest: „Fast meine komplette Freizeit spielt sich hier in Langen ab.“ Insofern wisse sie, wovon sie spreche. „Unser Ziel ist, dass Langen attraktiv bleiben und noch attraktiver werden soll. Und Jugendliche brauchen einfach mehr Mitbestimmungsrecht.“

Was ist gut in Langen, was sollte sich ändern? Die bunten Klebezettel an den Stellwänden geben unterschiedlichste Denkanstöße, für die es sich als Jugendlicher einzutreten lohnt.

Das Entwickeln von Ideen und Verbesserungsansätzen sei einerseits ein gutes Vehikel, um Mitwirkung zu erreichen – „andererseits können die Resultate sich wirklich sehen lassen“, resümiert Sinja Finselberger von „beWirken“. Das Jung-Unternehmen aus Lüneburg begleitet bundesweit kommunale Beteiligungsprojekte und kreative Workshopformate an Schulen. In den vergangenen zwei Monaten hat es das Gründungsteam im Rahmen einer Mentorenfortbildung begleitet und die Kooperation mit der Reichwein-Schule koordiniert. Auch die kommenden Workshops an den anderen weiterführenden Schulen Langens werden in gleicher Manier unter Mitwirkung der städtischen Jugendarbeit umgesetzt.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Die Ergebnisse des langen Reichwein-Projekttags präsentieren die einzelnen Gruppen auf Schautafeln in der Aula. Gruppensprecher geben Interessierten Auskunft über das jeweilige Vorhaben. Abgeklopft haben die Schüler gewissermaßen Soll und Haben der Stadt – was ist gut und kann bleiben, was sollte sich ändern? „Ein Wunsch ist beispielsweise kostenloser öffentlicher Nahverkehr für Schüler“, resümiert Finselberger. „Uns geht es dabei auch darum, die Jugendlichen dazu zu befähigen, Dinge wirksam anzugehen, die ihnen wichtig sind“, ergänzt die Koordinatorin. Mit den fast 180 Mädchen und Jungen zusammengearbeitet hat ein fünfköpfiges Trainerteam. „Was die Stadt für die Jugendlichen auf die Beine stellt, erleben wir so nicht oft“, merkt Finselberger an. „Aber das ist nötig, um überhaupt Jugendliche darauf vorzubereiten, sich kommunal und sozial zu engagieren.“

Die Stadt Langen begleitet das Gründungsteam innerhalb des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Die jugendlichen Initiatoren treffen sich regelmäßig donnerstags ab 18 Uhr im Pavillon in der Bahnstraße 42b und freuen sich nach wie vor über Neuzugänge.

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