Stadt hat wenig Einfluss

Zahlreiche Baustellen in Langen: Arbeiten sorgen für Verkehrsbehinderungen

Nur eins von vielen Beispielen: Auch an der Frankfurter Straße ragt derzeit eine Baustelle weit auf die Straße hinaus. Die Stadt bemüht sich nach eigener Aussage, die Beeinträchtigungen so weit möglich zu minimieren.
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Nur eins von vielen Beispielen: Auch an der Frankfurter Straße ragt derzeit eine Baustelle weit auf die Straße hinaus. Die Stadt bemüht sich nach eigener Aussage, die Beeinträchtigungen so weit möglich zu minimieren.

Dank seiner Lage im Rhein-Main-Gebiet und der guten Verkehrsanbindung ist Langen ein gefragter Wohnort. Zahlreiche Bauvorhaben zeugen davon. Zum einen werden große Neubaugebiete entwickelt, gleichzeitig gibt es über das Stadtgebiet verstreut zahlreiche Einzelprojekte.

Langen – Wo Häuser gebaut werden, sind größere Baustellen erforderlich. Meist müssen Kräne aufgestellt werden, es gilt, Material zu lagern, Maschinen und Aufenthaltscontainer für die Arbeiter abzustellen und vieles mehr. In zusammenhängenden Baugebieten stehen dafür oft entsprechende Flächen zur Verfügung. Schwierig wird es allerdings, wenn in gewachsenen Gebieten ein neues Gebäude neben die bestehende Bebauung gesetzt werden soll. Dann sind Behinderungen für die Nachbarschaft und den Verkehr meist nicht zu vermeiden.

In Langen gibt es aktuell etliche Baustellen, die zu Beeinträchtigungen führen und teilweise auch für Unmut in der Bevölkerung sorgen, wie man im Rathaus weiß. „Wir verstehen natürlich, dass Nachbarn nicht begeistert sind, wenn Parkplätze wegfallen, die Grundstücke nicht uneingeschränkt anfahrbar sind oder Umleitungen in Kauf genommen werden müssen“, sagt Heike Gollnow, Leiterin des städtischen Fachbereichs Dienste für Einwohner und Stadt. „Andererseits sollten die Menschen einsichtig sein, dass auch andere bauen wollen, schließlich sind ihre Häuser ebenfalls irgendwann mal gebaut worden.“ Laut Stadt bemüht sich das Ordnungsamt bei notwendigen Straßensperrungen und Beeinträchtigungen um Lösungen, die den Bauablauf zulassen, gleichwohl aber Eingriffe in den Straßenbereich minimieren.

Die Bauherren haben das Recht, ihr Grundstück so weit auszunutzen, wie es der Bebauungsplan oder der Paragraf 34 des Baugesetzbuchs erlauben. Und weil zur Schaffung von Autoabstellplätzen häufig Tiefgaragen gebaut werden, muss das Grundstück zuvor in entsprechendem Umfang ausgehoben werden. Dies hat häufig zur Folge, dass die Baustelle in den öffentlichen Raum hinaus ausgedehnt wird.

Dabei spiele es keine Rolle, ob ein privater Bauherr oder ein Bauträger tätig wird, betont Gollnow. Die Fachbereichsleiterin widerspricht der immer wieder geäußerten Vermutung, die Stadt sei bei Firmen besonders großzügig. Die Stadtverwaltung selbst ist auch gar nicht Genehmigungsbehörde: Die Baugenehmigung werde vom Kreis Offenbach erteilt.

Vor Baubeginn muss der Bauherr bei der Stadt einen Plan zur Abwicklung des Verkehrs vorlegen. „Diese Umleitungspläne werden von unserem Referat Ordnung und Verkehr ausführlich auf ihre Machbarkeit geprüft“, erklärt Gollnow. Bei Einrichtung der Baustelle – und gegebenenfalls der Umleitung – sowie während der Bauphase überprüft die Ordnungspolizei regelmäßig, ob die Vorgaben eingehalten werden. Gebe es unzumutbare Beeinträchtigungen, werde nachgebessert, versichert die Stadt.

„Es ist nun mal so, dass keiner die vorhandenen Straßen breiter machen oder bestehende Gebäude verschieben kann“, merkt Gollnow an. Werden für Baustellen öffentliche Flächen genutzt oder Umleitungen erforderlich, sind dafür Gebühren zu bezahlen. „Natürlich könnte man auf die Idee kommen, diese deutlich zu erhöhen in der Hoffnung, dass dann doch hauptsächlich das Grundstück genutzt wird“, erklärt die Fachbereichsleiterin. „Aber erstens muss die Gebühr verhältnismäßig sein. Und zweitens spielt das für große Bauträger eine untergeordnete Rolle. Sie rechnen die Kosten in die Wohnungspreise ein. Treffen würden wir dann die privaten Bauherren und Familien, die sich auf dem eigenen Grundstück ein Haus bauen möchten. Und das ist nicht gewollt.“ Festzustellen sei aber auch, dass viele Bürger es als selbstverständlich ansehen würden, dass ihnen in unmittelbarer Nähe zu ihrem Haus ein Parkplatz auf öffentlichen Straßen und Plätzen zur Verfügung steht. „Dieses Recht gibt es nicht“, stellt Gollnow klar. „Die Autos sind vorrangig auf dem eigenen Grundstück abzustellen.“

Infos im Internet

Über aktuelle Straßensperrungen und Umleitungen informiert die Stadt Langen auf ihrer Webseite.

Auch der immer mal wieder geäußerte Vorschlag, die Bauprojekte zeitlich so auseinanderzuziehen, dass sich die Anzahl der gleichzeitigen Behinderungen in Grenzen hält, sei nicht immer umsetzbar: „Wenn der Bauantrag erteilt ist, hat der Bauherr drei Jahre Zeit, mit dem Projekt zu beginnen. Wann er das macht, ist ihm allein überlassen. Das macht eine vorausschauende Planung schwierig. Wir haben da kaum Einflussmöglichkeiten“, so Gollnow. „Im günstigen Fall werden schon weit im Vorfeld Gespräche geführt, um gute Lösungen erarbeiten zu können. Aber das gelingt leider bei Weitem nicht immer und die Anträge liegen plötzlich auf dem Tisch.“

In diesem Jahr stehen zwei weitere große Bauprojekte an, die auf dem Steinberg relativ zeitgleich für größere Beeinträchtigungen sorgen dürften: Östlich der Konrad-Adenauer-Straße baut die Firma Kleespies das neue Wohngebiet „Am Speierling“, auf der Westseite errichtet die Baugenossenschaft Wohnungen und Gewerbeflächen. Die Stadt hofft, potenzielle Verkehrsbehinderungen im Vorfeld durch Umleitungen minimieren zu können. (msc)

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