Stadtparlament

Zubringer für Radschnellweg in Langen: Geänderte Routenführung abgesegnet

Fahrradfahrer auf einem Radweg
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In Langen entsteht auf der Westseite der Bahngleise ein neuer Radweg. (Symbolbild)

Der Streckenverlauf des Zubringers für den Radschnellweg in Langen musste noch einmal geändert werden. Die Stadtverordneten haben dem nun zugestimmt.

Langen – Mit den Stimmen von CDU, Grünen, FDP und UWFB ebnen die Stadtverordneten den Weg für einen neuen Streckenverlauf des Zubringers für den Radschnellweg in Langen. Der neue Verlauf führt vom Bahnhof kommend – wie bereits vorgesehen – auf dem unbefestigten Weg hinter den Gärten der Friedrich-Ebert-Straße entlang. In Höhe der Fußgängerbrücke über die Bahnlinie zweigt er dann ab und verläuft über die Lortzingstraße und die Berliner Allee ins Loh. Die Lortzingstraße soll in diesem Zuge zur Fahrradstraße werden, ebenso der südlichste Teil der Berliner Allee.

Hinter dieser Vorlage des Magistrats steckt ein wenig Zeitdruck. Hessen Mobil stellt eine Förderung in Höhe von etwa 70 Prozent der Kosten in Aussicht – wenn die Planungsunterlagen bis Mai fertig sind, kommen weitere zehn Prozent aus einem Sonderprogramm des Bundes hinzu. „Diese Ergänzung auf der Westseite des Bahnhofs ist hochgradig sinnvoll“, sagt Dr. Andreas Keppeler (CDU). Sie entlaste die Ostseite des Bahnhofs, die „ohnehin durch viel Rad-, Auto- und Fußgängerverkehr sehr belastet und eine Gefahrenzone“ sei. Langen dürfe es nicht verpassen, diese Mittel für ein konkretes Projekt im Fahrrad-Nahverkehr zu nutzen.

Rainer Bicknase (SPD) stellt für seine Fraktion zunächst den Antrag, das Projekt noch einmal zu verschieben – auch auf die Gefahr hin, die zehn Prozent Bundesmittel zu verlieren. Für diese Idee gibt es aber im Parlament keine Mehrheit. Die Ablehnung der SPD der veränderten Route begründet der stellvertretende Fraktionsvorsitzende damit, dass er nicht an die Nutzung des neuen Zubringers durch die Radfahrer glaubt. „Wer fährt da? Dieser Bypass auf der Westseite des Bahnhofs hat mit dem Radschnellweg nichts zu tun.“ Bicknase ist überzeugt: Jeder, der mit dem Rad in den Nordwesten der Stadt möchte, oder zum Paul-Ehrlich-Institut oder der Flugsicherung, werde jeden Weg nehmen, aber niemals durch die Lortzingstraße fahren. „Die Leute werden den direkten Weg über die Berliner Allee und den Kreisel radeln“, betont Bicknase. Die SPD sei nicht bereit, für eine „Krücke wie diese“ Steuergelder der Stadt Langen hinterherzuwerfen.

Zustimmung gibt es hingegen von den Grünen, die besonders die Anbindung an den neuen Sportpark Oberlinden vernünftig finden. Rolf Diefenthäler (FDP) hält alle Wege, die in Zukunft für den Radverkehr geschaffen werden, für einen Vorteil. Das unterstützt auch Michael Kraus von der UWFB. Die Gegner, wie Joost Reinke (fraktionslos), kritisieren die Streckenführung als Zick-Zack-Kurs quer durchs Wohngebiet. Heinz-Georg Sehring (FWG-NEV) fordert das Parlament auf, kein Geld für „Schönheitsoperationen auszugeben, um das Geld lieber in den offenen Beinbruch zu investieren“, weist er auf den seit Jahren schlechten Zustand des Forstrings hin, auf dem auch die Radfahrer unterwegs seien.

Der neue Zubringer für die Radfahrer kann jetzt von der Stadt trotz der Gegenstimmen von SPD, FWG-NEV, Marianne Wurm (Die Linke) und Joost Reinke vorbereitet werden. (Nicole Jost)

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