Magistrat legt Sport- und Sportstättenentwicklungsplan vor

Fit in die Zukunft

Wachstumsmöglichkeit: Am Ende der Zimmerstraße könnte auf dem baumbestandenen Gelände links der Erich-Kästner-Schule und damit auch in der Nähe des SSG-Freizeitcenters eine neue Sporthalle entstehen. Foto: Häsler

Langen – Der „Istzustand“ ist gut, doch die Stadt wächst – und damit auch die Nachfrage an Sportangeboten. VON MARKUS SCHAIBLE

Wie sich die Vereinslandschaft, aber auch die räumliche Infrastruktur in den kommenden Jahren entwickeln sollen, skizziert nun ein Sport- und Sportstättenentwicklungsplan, den der Magistrat vorgelegt hat. Mitgearbeitet daran haben alle Langener Sportvereine, die Schulen und der Landessportbund Hessen. Erstellt wurde das Konzeptpapier vom Stuttgarter Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung.

Zwölf Sporthallen, sechs Gymnastikräume, das Kraftsportzentrum und neun Fußballfelder gibt es derzeit für knapp 39 000 Einwohner. 4000 sollen in den kommenden Jahren hinzukommen. Was dieser Anstieg für den sportlichen Bereich bedeutet, zeigt das Papier ebenso auf wie es Ideen skizziert, wohin die Entwicklung gehen soll.

Dabei galt es auch zu berücksichtigen, dass „der Sport nicht mehr das ist, was er vor 20 Jahren war“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt: „Die Anforderungen haben sich geändert“, verweist er auf zahlreiche Individualsportler: „Ich weiß noch, dass vor ein paar Jahren eine Frau vehement bei mir angefragt hat, ob wir nicht die Joggingstrecken im Wald nachts beleuchten könnten.“ So etwas geht natürlich nicht, vieles andere schon.

Auf gut 100 Seiten klärt das Konzeptpapier die Frage nach Flächen und Räumen, die für sportliche Aktivitäten genutzt werden können. Dazu haben die Experten Ideen gesammelt, um Schul- und Vereinssport besser zu vernetzen und öffentliche Bewegungsräume wie Wald- und Freiflächen in der Stadt künftig besser einzubeziehen.

Fazit des Gutachtens: Vor allem wegen der steigenden Schülerzahlen sind neue Hallen für den Schulsport erforderlich. Dieser Bedarf könnte aktuell durch drei Halleneinheiten (jeweils 15 mal 27 Meter) gedeckt werden, bis zum Jahr 2030 wären drei weitere Halleneinheiten nötig. Eine neue Ein-Feld-Halle soll an der künftigen Grundschule im Langener Norden entstehen, zudem gibt es Pläne für die nahe Umgebung der Schulen an Zimmerstraße und Berliner Allee (siehe separaten Artikel unten). Auch der Vereinssport hätte damit ausgezeichnete Perspektiven. Für Sportplätze und Außensportanlagen gibt es, so eine weitere Feststellung des Planes, in Langen bereits ausreichend Flächen – sie müssten aber optimiert und „belastbarer gestaltet“ werden.

Zentraler Bestandteil des Sportentwicklungsplans ist eine bessere Vernetzung und Verzahnung der 27 Sportvereine mit ihren über 8 000 Mitgliedern. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt könnten sie künftig in einem online zugänglichen Hallenbelegungsplan transparent machen, welche Gruppen wann und wo trainieren. Eine andere Idee der Planer geht noch viel weiter: In einem eigenständigen Servicebüro könnten alle Langener Sportvereine administrative Aufgaben gemeinsam erledigen und somit Synergieeffekte bei der Miete von Räumlichkeiten oder von Hard- und Software nutzen. Zum Konzept gehört ebenfalls die Einführung von elektronischen Schließanlagen, die den Schulen und Vereinen einfacher Zugang zu den Hallen ermöglichen und einen personal- und zeitintensiven Schließdienst ersetzen könnten.

Noch sind für die gesamten Ideen keine Kosten ermittelt. „Es sind ja bislang nur Skizzen, die nun im weiteren Fortgang ausgearbeitet werden müssen“, sagt Joachim Kolbe, verantwortlicher Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur und Sport im Rathaus. Das betrifft die generelle Machbarkeit ebenso wie Finanzierung. Bei dieser erhofft er sich auch Unterstützung: „Wir hoffen, dass uns Land, Bund und der ja bereits in die Erstellung eingebundene Landessportbund helfen, wenn sie sehen, dass wir ein vernünftiges Konzept haben.“

Für Kolbe ist klar: „Die Stadt bekennt sich zu ihren Vereinen und möchte deren Rolle in der sozialen Stadtgesellschaft zukunftsfähig stärken.“ Die Prioritäten lägen dabei ganz klar im Breitensport und der allgemeinen Gesundheitsförderung. Ganz unbürokratisch habe die städtische Bäder- und Hallenmanagement GmbH (BaHaMa) deshalb bereits auf eine erste Erkenntnis aus dem Sport- und Entwicklungsplan reagiert: Die Grundschulen in Langen und Egelsbach hatten einen größeren Bedarf an Schwimmzeiten im Langener Hallenbad angemeldet, deshalb stünden ihnen ab sofort zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung.

Damit weitere Schritte gegangen werden können, müssen erst einmal die Stadtverordneten am 5. Dezember zustimmen. Vorher beraten der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport (24. Oktober) und der Haupt- und Finanzausschuss (31. Oktober) über das Papier.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare