Trägerverein fühlt sich von Stadt und Bauherr uninformiert

Zukunft der Juki-Farm in der Schwebe

Verlassen und nicht wirklich einladend: So liegt das Juki-Farm-Gelände pandemiebedingt aktuell da.
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Verlassen und nicht wirklich einladend: So liegt das Juki-Farm-Gelände pandemiebedingt aktuell da.

Normalerweise toben Kinder auf dem Gelände herum und streicheln die Tiere, regelmäßig gibt es Feste und natürlich die beliebten Ferienspiele – doch all das ist auf der Langener Juki-Farm gerade nicht möglich. Und das bereits seit dem Spätherbst. Und es gibt noch eine weitere Hürde für den Verein.

Langen – Die Pandemieregeln machen das gewohnte Angebot des freien Spielens auf der Kinder- und Jugendfarm unmöglich. Nach den Sommerferien konnte der Trägerverein einige Bastelangebote mit wenigen Kindern organisieren, ansonsten lag der Betrieb weitgehend brach.

Dabei musste die Juki-Farm in den vergangenen Jahren schon einiges mitmachen: Anfang 2020 zog die Farm mit Sack und Pack auf das durch die Bonava-Großbaustelle bedingte Interimsgelände am Ende der Elisabethenstraße um, dabei gab es diverse Verschiebungen durch Verzögerungen bei der Erschließung. „Da das Gelände eigentlich nur als Notbehelf bis zum Rückzug um Ostern 2021 eingeplant war, haben wir viele Spielmöglichkeiten wie den Wasserspielplatz oder Kleinkinderbereich gar nicht erst aufgebaut“, sagt Anke Esser-Hergenröther, stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

Gut zwei Drittel des Geländes laden auch nicht gerade zum Spielen ein, da dieses komplett geschottert ist, um den Transport der Container im Winter erst zu ermöglichen. „Die Möglichkeit, über den Schotter eine Schicht Sand oder Erde aufzubringen, haben wir bei der Bonava angesprochen, dies wurde jedoch aufgrund von Kostengründen, der kurzen Aufenthaltszeit auf dem Gelände und der anschließenden Verwendung dieses Bereiches für Bonava-interne Zwecke nicht realisiert“, sagt Esser-Hergenröther. Im Sommer sei der Schotterbereich quasi unbespielbar, da sich das Material extrem aufheizt und hinfallen sollten Kinder besser ganzjährig nicht. Die Terrassen vor den Containern sowie die Überdachungen wurden ebenfalls wegen der kurzen Aufenthaltsspanne nicht aufgebaut. Neben der Juki-Farm wird das Gelände auch von den Stöffchemachern genutzt, die früher ihre beliebten Kelterfeste ausgerichtet haben. Auch dieses Jahr wird es keine Neuauflage geben, da auch die Apfelpresse eingelagert ist.

Umzug ist so wie geplant vorerst nicht möglich

Nun gibt es noch eine schlechte Nachricht: „Leider mussten wir erfahren, dass aus unserem Kurzaufenthalt wohl ein längerer Zeitraum wird und vor 2022 an einen Umzug nicht zu denken ist. Dazu kommt noch, dass es ein Umzug und kein Rückzug wird, die Bonava sucht nach einer anderen Möglichkeit, die Juki-Farm umzusiedeln“, sagt die Vereinsvorsitzende Karin Eberhardt. Erfahren habe das der Verein lediglich durch mehrmalige Nachfrage bei der Projektleitung. „Weder die Bonava noch die Stadt haben uns über die neue Sachlage aktiv informiert“, sagt Eberhard. Abgesehen von diesen wenigen Fakten sei der Juki-Verein uninformiert, wie es weitergehen soll. „Insgesamt ist dies sehr unschön und bringt unsere beiden Vereine in eine wenig erfreuliche Planungsunsicherheit“, so Eberhardt.

Ob damit auch die Idee der SPD-Fraktion endgültig vom Tisch ist, das Vereinsgelände mit einem Naturkindergarten zu koppeln, sei derzeit ungewiss. Knackpunkt waren die 40 Quadratmeter bebauter Fläche gewesen, die für die Naturgruppe zur Verfügung stehen müssen. „Einige Aussagen der Stadtverwaltung haben sich von Seiten des Kreises nicht bestätigt, so dass es sich anbietet, das Thema noch mal auf die Tagesordnung zu bringen, sobald man Näheres über den neuen Standort weiß“, meint Eberhardt. Der Verein hält dies für eine Win-win-Situation, da die Betreuungssituation in Langen nach wie vor nicht ausreichend ist. Die Naturkita könnte die Infrastruktur des Vereinsgeländes problemlos mitnutzen, Wasser und Abwasser sowie Strom sind vorhanden. Da die Öffnungszeiten des Vereins in den Nachmittagsstunden liegen, wäre eine solche Doppelnutzung „absolut sinnvoll“.

Wir hoffen, dass es diesmal aktiv Informationen gibt – egal, von welcher Seite.

Vereinsvorsitzende Karin Eberhardt

„Wir planen nun erst mal, wie wir die Spielangebote verbessern und hoffen, zum Sommer wieder zumindest an ein paar Tagen öffnen zu können. Alles andere steht zunächst einmal in den Sternen“, sagt Eberhardt. Der Verein hoffe aber sehr darauf, dass die Informationen zu den weiteren Planungen nicht wieder mühsam von ihm erfragt werden müssen, „sondern es vielleicht diesmal aktiv Informationen gibt – egal, von welcher Seite“.

Von Julia Radgen

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