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„Zukunft Innenstadt“: Langen geht mit zwei Projekten in zweite Runde

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Von: Manuel Schubert

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Den Förderbescheid über 300 000 Euro überreichte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir an den ehrenamtlichen Stadtrat Gerhard Dreyer und Wolfgang Hayer von der städtischen Wirtschaftsförderung im Beisein von Stephan Gieseler, Direktor des Hessischen Städtetags (von links).
Den Förderbescheid über 300 000 Euro überreichte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir an den ehrenamtlichen Stadtrat Gerhard Dreyer und Wolfgang Hayer von der städtischen Wirtschaftsförderung im Beisein von Stephan Gieseler, Direktor des Hessischen Städtetags (von links). © Hans-Jürgen Herrmann/Photographische Gestaltung

Das Land Hessen hat Langen auch für die zweite Runde des Landesförderproramms „Zukunft Innenstadt“ ausgewählt. Die Stadt will weitere Betreuungsräume schaffen und eine „Grüne Mitte“ entwickeln.

Langen – Zusätzliche Sitzgelegenheiten und Fahrradständer, mehr Grün, ein Schutzstreifen für Radfahrer und künstlerisch gestaltete Banner: Das sind einige der neuen Impulse, die die Stadt durch die Teilnahme am Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ auf der oberen Bahnstraße gesetzt hat. Jetzt möchte der Magistrat den nächsten Schritt gehen: Das Land hat Langen auch in der zweiten Ausschreibungsrunde ausgewählt und Fördergelder in Höhe von bis zu 300 000 Euro in Aussicht gestellt. Wenn die Stadtverordnetenversammlung zustimmt und den erforderlichen städtischen Eigenanteil von knapp 53 000 Euro freigibt, können im kommenden Jahr zwei weitere Themen in Angriff genommen werden.

„Geben Sie der Zukunft Ihrer Innenstadt Raum“ – unter diesem Motto steht die zweite Runde des Landesprogramms. Diese Zukunft soll in Langen nach den Vorstellungen des Magistrats zum einen Ideen für eine „Grüne Mitte“ ausbilden und zum anderen „Kinder im Zentrum“ stärker berücksichtigen. Beide Projekte haben die Entscheidungsträger beim Land Hessen überzeugt: Sie billigten der Stadt die maximale Fördersumme von jeweils 150 000 Euro pro Projekt. Insgesamt hatten sich 97 Kommunen beworben, 41 wurden ausgewählt.

„KIZ – Kinder im Zentrum“ greift ein Anliegen der Wallschule auf. Die Grundschule benötigt angesichts des kommenden Rechtsanspruchs auf Nachmittagsbetreuung ab 2026 zusätzliche Räume für die Betreuung und Essensversorgung. Durch die innerstädtische Lage der Schule an der Wallstraße sind ihr auf dem eigenen Grundstück bauliche Erweiterungen verwehrt. In unmittelbarer Nähe steht seit Jahren die Gewerbefläche im Erdgeschoss des Gebäudes Lutherplatz 1-3 leer. Die Liegenschaft hat seit Kurzem einen neuen Eigentümer, mit dem die Wirtschaftsförderung und der Fachbereich Soziales und Bildung bereits in Kontakt stehen. Wie die Stadt berichtet, hat dieser starkes Interesse und Aufgeschlossenheit für die Idee bekundet, dort Flächen für die Schulkinderbetreuung zu schaffen. Eine erste Prüfung durch den Kreis sei positiv ausgefallen. Im Rahmen des Landesprogramms will die Stadt die Eignung weiter untersuchen, die notwendige Nutzungsänderung vollziehen, die Flächen für die Wallschule umbauen und – soweit die Mittel reichen – die Innenräume zu Betreuungsräumen umgestalten.

Im Parlament

Über die Teilnahme an der zweiten Runde von „Zukunft Innenstadt“ berät der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag, 20. Oktober. Die Entscheidung fällt die Stadtverordnetenversammlung am 3. November.

Das Projekt „Grüne Mitte“ soll das gesamte Areal südlich der mittleren Bahnstraße bis zur Wolfsgartenstraße in den Blick nehmen und neue Ideen für die Stadtmitte entwickeln. Das Gebiet ist durch zahlreiche in sich abgeschlossene öffentliche und halböffentliche Einrichtungen charakterisiert (Kirchen, Schulen, Tageseinrichtung für Kinder, ZenJA, Stadtgarten, Long-Eaton- und Romorantin-Anlage, Sporteinrichtungen, Rathaus, Behördenzentrum, Stadthalle). Rahmenplanerische Überlegungen sollen aufzeigen, was möglich sein könnte, würden die Akteure gemeinsam und aufeinander bezogen handeln. Das reicht von mehr Aufenthaltsqualität und Sicherheit im öffentlichen Raum über Sport und Spiel sowie die Nutzung von Flächen für Märkte oder Veranstaltungen bis hin zu einer Grüngestaltung mit einer verbesserten ökologischen Qualität. Im Rahmen des Förderprogramms ist daher ein städtebaulicher Wettbewerb geplant, der sich diesen Fragen- und Aufgabenstellungen widmet, pragmatische Wege zu Versuchsanordnungen und realen Ergebnissen aufzeigt und der Stadtverordnetenversammlung Diskussions- und Entscheidungsgrundlagen erarbeitet.

„Diese beiden Projekte knüpfen an das laufende Stadtexperiment in der Bahnstraße an“, sagt Bürgermeister Jan Werner. „Dieses Mal stehen allerdings planerische Ansätze im Vordergrund und nicht optisch sichtbare, temporäre Veränderungen.“ Der Nutzen ist sei dennoch enorm: „Die Landesförderung macht es möglich, die beiden Vorhaben zu einmaligen Konditionen, allerdings auch unter erheblichem Arbeits- und Zeitdruck zu verwirklichen. Ziel ist es, unkonventionelle Ideen für die Innenstadt zu entwickeln und mit fundierten Grundlagen den demokratischen Diskurs darüber anzustoßen.“ Den städtischen Eigenanteil von 53 000 Euro können die beteiligen Fachbereiche aus ihren Budgets decken, somit werden keine zusätzlichen Haushaltsmittel benötigt. (msc)

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