Zurück zur Natur, aber mit dem Auto

+
In der Zimmerstraße will der Magistrat nicht nur ein Parkplatzangebot nahe zur Feldgemarkung schaffen, sondern den südlichen Abschnitt auch ausbauen.

Langen ‐ „Jeder will zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß.“ Dieser etwas saloppe Ausspruch von Erstem Stadtrat Klaus-Dieter Schneider hat beim Blick auf die vielen Autos, die in oder am Rand von Naherholungsgebieten parken, durchaus seine Berechtigung. Jogger, Spaziergänger oder Hundebesitzer setzen sich häufig erst mal ins Auto, um an den Stadtrand zu fahren. Von Markus Schaible

Geparkt wird dann nicht selten illegal und oft auch so, dass es der Natur schadet. Der Magistrat will deshalb stärker gegen Falschparker im Außenbereich vorgehen, im Gegenzug dazu aber auch ein zusätzliches Angebot an legalen Plätzen schaffen, wie Schneider mitteilt.

„Wir haben uns gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde mehrere Flächen angeschaut, auf denen regelmäßig, aber verbotenerweise Autos stehen“, sagt Schneider. Zwei von ihnen sollen nach den Plänen des Magistrats zu offiziellen Parkplätzen hergerichtet werden.

Das eine Areal befindet sich an der Auffahrt von der Hans-Kreiling-Allee zur Nordumgehung in Richtung Mörfelden (Zufahrt zum Modellfluggelände). Dort stehen häufig Autos auf der Grasfläche. Die Pläne der Verwaltung sehen nun vor, mit einer wassergebundenen Decke sieben Stellplätze anzulegen und sie mit einem Holzgeländer und neu gepflanzten Bäumen einzufassen. „Damit können wir lenkend auf das derzeit unkontrollierte Abstellen von Fahrzeugen einwirken und die Ausdehnung der Parkfläche verhindern“, argumentiert der Erste Stadtrat. Die Kosten schätzt er auf rund 10.000 Euro.

Bei Bedarf können mehr Parkplätze entstehen

Mit 200.000 Euro ganz andere finanzielle Dimensionen haben die Pläne für die Zimmerstraße. Allerdings will der Magistrat dort nicht nur ein Parkplatzangebot nahe zur Feldgemarkung schaffen, sondern den südlichen Abschnitt der Straße – etwa 90 Meter in Höhe der SSG-Tennisplätze – auch ausbauen. Über diese Piste ist es derzeit möglich, mit dem Auto auf den Leukertsweg zu gelangen. „Das wollen wir unterbinden und die Zimmerstraße deshalb zu einer Sackgasse mit einem Wendehammer machen“, erklärt Schneider.

Asphaltiert werden soll allerdings lediglich auf einer Mindestbreite von 5,50 Metern, ein Gehweg ist nur auf der Ostseite vorgesehen. An der Stirnseite des Wendehammers und im unteren Abschnitt der Straße würden 16 Parkplätze entstehen, bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt sogar noch mehr.

Nach Ansicht Schneiders hat das Vorhaben mehrere Vorteile wie eine klare Verkehrsführung, eine für Spaziergänger und Radler festgelegte Route in die Südgemarkung sowie ein ausreichendes Angebot an Parkplätzen. Außerdem müsse das Zimmerstraßen-Stück nicht ständig ausgebessert werden – es besteht derzeit nur aus einer Schotterschicht. Der alte Baumbestand soll erhalten bleiben, zusätzliche Pflanzungen würden das Gebiet aufwerten. Nicht zuletzt profitiere auch die Stadthalle von der Umgestaltung in ihrem unmittelbaren Umfeld.

Verwirklicht werden sollen die beiden Projekte im kommenden Jahr. Zunächst müssen sie aber von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden. Geschehen soll dies in der nächsten Sitzung am Donnerstag, 11. März. Zuvor wird der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am Mittwoch, 10. Februar, darüber diskutieren. Südlicher Teil der Zimmerstraße soll ausgebaut werden

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare