Fokus auf Musik und Sport

Zwei neue Kitas sollen in Langen 100 Betreuungsplätze schaffen

Neben der Georg-Sehring-Halle (Bildmitte) soll nach den Plänen des Turnvereins zunächst eine Interimskita entstehen. Die eigentliche Sportkita ist dann weiter nördlich (auf dem Bild oben) geplant.
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Neben der Georg-Sehring-Halle (Bildmitte) soll nach den Plänen des Turnvereins zunächst eine Interimskita entstehen. Die eigentliche Sportkita ist dann weiter nördlich (auf dem Bild oben) geplant.

Die Warteliste für Kitaplätze in Langen ist bekanntlich lang. Rund 500 Kinder sind noch ohne Betreuungsplatz. Deshalb ist es der Stadt ein großes Anliegen, kurzfristig neue Betreuungsplätze zu schaffen.

Langen – Der Magistrat stößt jetzt zwei Projekte an, um die Liste abzubauen: Noch im kommenden Jahr sollen die Musikkita am Kulturhaus Altes Amtsgericht sowie der erste Teil einer Sportkita in Kooperation mit dem Turnverein Langen (TVL) an der Sehring-Halle entstehen. Dabei kommen Betreuungscontainer und Fertigbauten zum Einsatz.

Mit diesen Projekten werde nicht nur das Platzangebot ausgebaut, sie steigerten mit den Schwerpunkten auf Sport und Musik auch die Vielfalt der Betreuungsangebote in der Stadt, hebt Bürgermeister Jan Werner hervor. „Mit einer Sport- und einer Musikkita werden wir das Angebot für die Eltern noch weiter ausbauen“, so Werner. Und nicht zuletzt sind solche Schwerpunkte auch Alleinstellungsmerkmale bei der Suche nach Erziehern für die neuen Einrichtungen. Bereits jetzt setzten die städtischen Einrichtungen sowie die freien und kirchlichen Träger unterschiedliche Schwerpunkte – die zwei neuen Projekte weiten das Angebot aus.

Als erstes könnte die Tageseinrichtung auf dem Gelände des Turnvereins Langen (TVL) in Betrieb gehen. Im Rahmen der Gesamtentwicklung des „Sportparks Oberlinden“ soll dort mittelfristig eine fünfzügige Sportkita als Herzstück entstehen. Damit alles schneller geht, würde der Verein in einem ersten Schritt eine Interimskita mit drei Gruppen errichten. Die 75 Plätze für Drei- bis Sechsjährige sollen so schon im zweiten Halbjahr 2021 zur Verfügung stehen.

Entstehen soll die Kita in Fertigbauweise. Diese könnte später ohne Probleme an den endgültigen Standort umgesetzt und erweitert werden. Ziel des Turnvereins ist es, den Endausbau mit dann fünf Gruppen im Jahr 2024 zu realisieren. Der TVL ist Bauherr und erstellt das Gebäude sowie das Außengelände. Die Stadt steuert zu Einrichtung und Erstausstattung (Bastel- und Spielmaterial und Ähnliches) 118 000 Euro zu. Für den Betrieb der Einrichtung hat sich der TVL mit dem freien Träger Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Hessen (ASB) zusammengetan.

Die Sportkita wird das größte Außengelände aller Betreuungseinrichtungen in Langen haben. „Aus Sicht des ASB und des TVL macht das die Kita attraktiv für Erzieher und Erzieherinnen“, sagt Werner. Der Betreiber gehe deshalb davon aus, dass es trotz der Engpässe auf dem Fachkräftemarkt kein großes Problem sei, Personal zu finden. Die Kosten für den Bau werden auf die Betriebskosten des ASB umgelegt. Dieser wird von der Stadt verpflichtet, alle Möglichkeiten zu nutzen, um Zuschüsse und Spenden zu erhalten und den städtischen Anteil zu verringern. Im Etat ist für die „Sportkita“ ein Betriebskostenzuschuss von 450 000 Euro für 2022 eingeplant.

Die Musik-Kita soll im großen Garten des Kulturhauses Altes Amtsgericht, das auch die Musikschule beherbergt, entstehen. Der ist gut 1 300 Quadratmeter groß und „hervorragend geeignet, um dort eine Tageseinrichtung für Kinder zu errichten“, sagt Bürgermeister Werner. Sie soll in Containerbauweise entstehen. In städtischer Trägerschaft soll eine Gruppe mit 25 Ganztagsplätzen für Kinder über drei Jahren geschaffen werden. Organisatorisch wird sie nach Plänen des Magistrats an die Kita Am Steinberg angebunden, „um Synergieeffekte bei Personal und Leitung zu erzielen“.

Forsthaus-Kita startet in Kürze

Eine weitere gute Nachricht in Sachen Kita-Ausbau: Die Kinderbetreuung im „Alten Forsthaus“ in der Mörfelder Landstraße startet wie geplant. „In dieser eröffnet noch im November eine erste Gruppe im Altbau“, verkündet Bürgermeister Werner. Betrieben wird sie vom privaten Anbieter Terminal for Kids, der auch für die Kita an der Asklepios Klinik verantwortlich ist. Er hatte das Interessensbekundungsverfahren für sich entschieden. Zunächst wird in der Forsthaus-Kita eine Gruppe mit 18 Ganztagesplätzen angeboten, dann soll die Waldgruppe mit 20 Vormittagsplätzen für Drei- bis Sechsjährige folgen. (jrd)

Bei den Planungen hat der städtische Fachdienst Kinderbetreuung festgestellt, dass die Kosten für einen Kauf der Container nur unwesentlich über denen für eine Anmietung für fünf Jahre liegen. Daher schlägt der Magistrat vor, die erforderlichen 19 Containermodule zu kaufen und sie im hinteren Bereich des Gartens aufzustellen. Die Außenfläche soll für die Kinder umgestaltet werden, unter anderem ist ein von einer Bepflanzung umgebenes Rondell als Musikbereich geplant. Nach der ersten Schätzung kostet das Projekt 700 000 Euro. Als Eröffnungstermin ist ebenfalls das zweite Jahreshälfte 2021 vorgesehen.

Mit beiden Projekten könnten binnen kurzer Zeit 100 neue Betreuungsplätze geschaffen werden. „Jetzt muss die Politik entscheiden, ob sie das möchte und es langfristig finanzieren will“, sagt Werner mit Blick auf die coronabedingt besonders angespannte Haushaltslage. „Wer den zügigen Ausbau der Kinderbetreuung möchte, darf sich aber der dafür erforderlichen Grundsteuererhöhung nicht verschließen“, so der Bürgermeister.

Mit den beiden Kita-Projekten befasst sich die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 5. November (20 Uhr im Rathaus). (jrd)

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