Betreuung der Langener Wald-Gruppe mit Bauwagen beginnt

Kita Waldkitz: Zweiter Streich am Forsthaus

Die Waldgruppe ist hauptsächlich draußen unterwegs, ihr steht aber dieser schöne Schutzwagen zur Verfügung.
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Die Waldgruppe ist hauptsächlich draußen unterwegs, ihr steht aber dieser schöne Schutzwagen zur Verfügung.

Seit November spielen und lernen 18 Kinder im alten Forsthaus an der Mörfelder Landstraße. Jetzt eröffnet die zweite Gruppe der Kita Waldkitz des freien Trägers Terminal for Kids. Weitere zwölf Drei- bis Sechsjährige werden dort seit gestern betreut – hauptsächlich unter freiem Himmel. Für schlechtes Wetter haben die Kinder und die beiden für sie zuständigen Erzieherinnen aber einen schönen Bauwagen als Unterschlupf.

Langen – „Ich bin richtig verliebt in den Wagen“, sagt Einrichtungsleiterin Britta Hendlmeyer. Der Bauwagen ist innen in hellem Holz gestaltet. Neben einem großen Spiel- und Esstisch gibt es eine kleine erhöhte Spielecke, dahinter liegt die Kochnische. Zudem ist eine Kompost-Toilette vorhanden. Vor dem eigentlichen Eingang an der Nebenseite befindet sich die Garderobe mit Fächern für persönliche Dinge der Knirpse und Stauraum, in denen sich Bücher, Sanduhren und Spiele stapeln. Drinnen sind Haken für Jacken und Rucksäcke. „Und das hier sind Gummistiefelhänger“, zeigt Hendlmeyer auf die Halterungen an der Außenseite des Schutzwagens – essenziell für eine Waldgruppe.

Britta Hendlmeyer leitet die Kita Waldkitz. Ab 2023 kommen zwei weitere Gruppen hinzu.

„Denn wir sind jeden Tag draußen im Wald“, sagt die Umweltpädagogin und Erzieherin, die nach einer Karriere als Reiseverkehrsfrau umsattelte. Die Kinder nehmen ihr Frühstück mit in den Wald und solange es nicht stürmt oder gewittert verbringen sie mit ihren Erzieherinnen die ganze Zeit bis zum Mittagessen draußen. Wechselkleidung ist eben Pflicht, aber auch Regen macht den Kindern nichts aus, weiß Hendlmeyer. Die Eingewöhnungen der „stationären“ Gruppe im Forsthaus endet so langsam und die Kleinen wissen ganz genau, was sie im Wald dürfen und was nicht. „Die Kinder kennen sich schon prima mit Insekten und Pflanzen aus, sie wissen wie Spitzwegerich oder Taubnessel aussehen“, sagt die Leiterin. Sie freue sich immer zu sehen, wie begeisterungsfähig der Nachwuchs ist. Noch dazu sind die Kinder aktiver und laufen besser als einige ihrer Altersgenossen.

Träger soll auch die Kita an der Langener Asklepios Klinik betreiben

Der Bauwagen für die Kita von Terminal for Kids, die auch die geplante Einrichtung an der Asklepios Klinik betreiben sollen, ist eigentlich auf 20 Kinder ausgelegt, sagt Bürgermeister Jan Werner. Die Stadt hat den rund 85 000 Euro teuren Wagen gekauft und stellt ihn dem Träger zur Verfügung. Dass vorerst nur zwölf Kinder betreut werden dürfen, liege an der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises, sagt der Bürgermeister. Die habe zunächst auch Bedenken gehabt, dass die Kinder die umliegenden Bäume kaputtmachen und dann kurioserweise argumentiert, es gebe ja nur zwölf Kinderhaken, erzählt das Stadtoberhaupt. Deshalb wird der Bauwagen nun erst mal nur von einem Dutzend kleiner Entdecker bevölkert – immerhin auch ganztags.

Waldkitz bietet ausschließlich Kindern und Familien aus Langen Betreuungsplätze an – als Halb- oder Ganztagsplätze in der Zeit zwischen 7.30 Uhr und 17 Uhr. Neben dem naturpädagogischen Konzept legt der Träger Wert auf Bio-Vollwertmahlzeiten, bilinguale Erziehung und tiergestützte Pädagogik. Momentan besteht das Team aus fünf pädagogischen Fachkräften und soll auf zehn aufgestockt werden, wenn der Neubau auf der ans Forsthaus angrenzenden Freifläche in Betrieb ist. „Das ist der nächste Schritt“, sagt Werner. Er rechnet mit der Fertigstellung bis Anfang 2023. Dann werden zwei weitere Gruppen mit 40 Kindern betreut. Momentan stehen noch 475 Kinder auf der Warteliste.

Von Julia Radgen

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