Schweizer Investor zeigt Interesse

Möglicher neuer Investor für Joh-Areal in Gelnhausen gefunden - Bürgermeister kündigt Gespräche an

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Ein schweizer Unternehmen zeigt Interesse am Kaufhaus Joh in Gelnhausen

Bei der Entwicklung des ehemaligen Kaufhauses Joh in Gelnhausen könnte es eine überraschende Wende geben. Das Bauunternehmen Implenia AG aus der Schweiz hat Interesse an dem Areal bekundet. Nun hat Gelnhausens Bürgermeister ein Gespräch mit den Investoren angekündigt.

+++ Update 14. April +++

Nachdem vor knapp zwei Wochen ein neuer Investor sein Interesse am Joh-Areal in Gelnhausen angemeldet hatte, hat nun Bürgermeister Daniel Christian Glöckner (FDP) die Initiative ergriffen. In seinen Ostergrüßen an die politischen Mandatsträger kündigt er ein Gespräch mit Vertretern der Implenia AG aus der Schweiz an.

Unternehmen hat Erfahrung mit Bau von Shoppingcentern

Das Bauunternehmen hat laut eigenen Angaben bereits viele millionenschwere Projekte in Deutschland umgesetzt und unter anderem auch Shopping-Center in Innenstädten realisiert. Eine Sprecherin des Unternehmens hatte bestätigt, dass es bereits Vorgespräche gegeben hatte, diese allerdings ohne Ergebnis beendet worden seien. Wie die Redaktion erfuhr, hatte sich das Unternehmen zunächst auf digitalem Wege an die Kreisverwaltung gewandt.

Nachdem das Interesse aus der Schweiz am Joh-Areal öffentlich wurde, habe er sich umgehend mit Vertretern des Unternehmens in Verbindung gesetzt, informierte Glöckner die Mandatsträger. „Wir vereinbarten, dass die Implenia AG erst einmal nach Gelnhausen kommt und auf Grundlage einer gesicherten Daten- und Planlage prüft, um danach ein seriöses Angebot abzugeben“, sagte Glöckner.

Er habe er dies auch dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Gelnhausen, Horst Wanik, mitgeteilt. Die Bank war mit Vorplanungen für das Gelände beauftragt worden,  nachdem die vom ehemaligen Bürgermeister und jetzigem Landrat Thorsten Stolz (SPD) angestoßene Umsetzung eines City-Outlets gescheitert war. 

+++ Erstmeldung 6. April +++

Die aktuellen Pläne, wonach die Kreissparkasse Gelnhausen das Gelände entwickeln sollte und der Main-Kinzig-Kreis als Hauptmieter auftreten würde, wären damit Makulatur. Eine Sprecherin des Schweizer Unternehmens bestätigte, dass es bereits Vorgespräche bezüglich des Joh-Areals gab, diese seien allerdings ohne Ergebnis beendet worden.

Kaufhos schloss 2013 nach über 250 Jahren

Im September 2013 schloss das Kaufhaus Joh nach über 250 Jahren für immer seine Türen, Pläne für ein Barbarossa City-Outlet scheiterten. Der Abriss der bisherigen Joh-Immobilie sollte im dritten Quartal 2020 beginnen, die Fertigstellung des Projektes war für 2024 avisiert worden.

Nun liegt in Gelnhausen ein neuer Plan auf dem Tisch: Die Implenia AG ist ein finanzstarkes Baudienstleistungsunternehmen, das sich neben der Realisierung von vielen Millionen-Projekten im Hoch- und Tiefbau auch als Quartiersentwickler einen Namen gemacht hat. In Solingen und Weiterstadt hat das Unternehmen unter anderem bereits Einkaufszentren realisiert, in Essen sogar eines der größten innerstädtischen Shopping-Centren Deutschlands gebaut – all das könnten Blaupausen für den ehemaligen Joh sein.

Areal soll für mehr Leben in der Innenstadt sorgen

Durchgesickert ist bereits, dass deutlich mehr Platz für Handel und Gewerbe als bei den Plänen der Kreissparkasse vorgesehen sein würde und somit wieder mehr Leben in die Gelnhäuser Innenstadt kommen könnte. Pläne, die den Gelnhäuser Stadtverordneten gefallen könnten: Am Barbarossa City-Outlet wurde lange festgehalten, weil dies als Chance für die Wiederbelebung der Stadt gesehen wurde.

Erst als die Zusammenarbeit mit dem inzwischen insolventen Investor nicht mehr zu retten war, wurde davon abgesehen und der Vorschlag des ehemaligen Bürgermeisters und jetzigen Landrates Thorsten Stolz (SPD) dankbar angenommen, der Kreissparkasse das Areal zu verkaufen und der Kreisverwaltung einen Großteil der Fläche zu vermieten. Entschieden ist allerdings noch nichts, das letzte Wort hat weiterhin die Gelnhäuser Stadtverordnetenversammlung. Und da die ursprünglichen Baugenehmigungen für den Umbau des Joh-Areals weiterhin gültig sind, wäre auch mit der Implenia AG eine vergleichsweise schnelle Realisierung möglich.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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