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Ausbau der Wegscheide: Bald 1000 Betten

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Essensausgabe: Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann unterstützt das Schullandheim Wegscheide aktiv und steht hinter dem Ausbau. (Foto: Holger Menzel/Stadt Frankfurt/PM)
Essensausgabe: Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann unterstützt das Schullandheim Wegscheide aktiv und steht hinter dem Ausbau. (Foto: Holger Menzel/Stadt Frankfurt/PM)

Bad Orb. In den 90er Jahren stand es noch auf der Kippe, war ein Kostenfaktor. Am liebsten hätte die Stadt Frankfurt das Schullandheim verkauft. Jetzt gibt es den umgekehrten Trend: Die Mainmetropole baut an der Wegscheide zwischen Bad Orb und dem Jossgrund kräftig aus. Bis zu 1000 Betten sollen es künftig sein.

Von Thorsten Becker

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte kürzlich das Schullandheim besucht. „Welche Frankfurter verbinden keine Erinnerung mit der Wegscheide“, fragte Feldmann bei seiner Ankunft. Er selbst sei „in den 70er Jahren“ als Schüler dort gewesen.

Da die Wegscheide eine zentrale Institution für Frankfurter Kinder ist, war es ihm ein persönliches Anliegen, sich über die Weiterentwicklung zu informieren.

Wichtige Institution

„Nicht nur für Klassenfahrten, auch für Ferienfreizeiten, ist das Schullandheim eine wichtige Institution, die es auch Familien mit einem geringen Budget ermöglicht, eine abwechslungsreiche und schöne Ferienzeit zu verbringen“, betonte der Oberbürgermeister.

Andreas Bardorff, der pädagogische Leiter des Schullandheims, erläuterte die verschiedenen Angebote: „In den Ferienfreizeiten, die teilweise auch mit dem Jugendamt der Stadt Frankfurt angeboten werden, steht der Spaß und der soziale Zusammenhalt in der Gruppe im Vordergrund. Neben Sport, Lagerfeuer, Wanderungen und Disco werden zum Beispiel in den Englischfreizeiten erweiterte Inhalte angeboten.“

Über 35 verschiedene Projektangebote

Für alle Gruppen und Klassen, die das Schullandheim besuchen, vermittelt die Wegscheide über 35 verschiedene Projektangebote. Diese gehen von der Umweltbildung über kreative Angebote wie Specksteinbearbeitung bis hin zur Erlebnispädagogik mit Teamtraining an den Hochseilstationen im eigenen Wald.

Während eines Rundgangs über das weitläufige Gelände berichtete der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung Schullandheim Wegscheide Arnold Weber über die baulichen Neuerungen auf dem Gelände: „Noch in diesem Winter werden zwei neue Gruppenhäuser fertiggestellt. Die neuen Häuser sind behindertengerecht und eignen sich auch gut für Seminar- und Wochenendgruppen, da sie auch über kleinere Räume und die Möglichkeit zur Selbstversorgung verfügen.“

Neues Projekthaus ab 2018 nutzbar

Außerdem wird 2018 das neue Projekthaus genutzt werden können. Dort entstehen drei große Räume für die Arbeit in Projekten. Ein weiterer Raum wird dort für die Jugendlichen mit Billard und Tischfußball entstehen.

Feldmann zeigte sich beeindruckt: „Sowohl die inhaltliche Aufstellung als auch die räumlichen Bedingungen zeigen, dass hier an einer zukunftsorientierten Bildungseinrichtung gebaut wird.“

Fortbestand stand auf der Kippe

Feldmann, der auch bei der Essensausgabe half, sagte abschließend: „Die Offenheit der Kinder und des Schullandheims sind wunderbar. Es bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass wir solche Institutionen, die Bildung und Gemeinschaft zusammenführen, pflegen, erhalten und weiter ausbauen müssen.“

Noch in den 90er Jahren stand der Fortbestand der Wegscheide auf der Kippe, da zu lange von der Substanz gelebt wurde. Zahlreiche notwendige Sanierungen standen an für die nicht durch Rücklagen vorgesorgt worden war. Gleichzeitig gingen die Übernachtungszahlen zurück, da man sich nicht auf die veränderten Bedürfnisse von Schulklassen eingestellt hatte.

Eigenes Umweltbildungskonzept

Durch die Aufnahme von Krediten, einer Bürgschaft der Stadt und einem engagierten Entwicklungskonzept gelang es der Wegscheide, wieder zu einer wirtschaftlichen Haushaltsführung zurückzukommen. Inzwischen hat die Wegscheide ein neues Profil mit einem eigenen Umweltbildungskonzept. Die Anstrengungen haben sich gelohnt, denn die Belegungszahlen haben wieder zugenommen.

Gab es in der Vergangenheit rund 11 000 Übernachtungen auf der Wegscheide pro Jahr, sind es 15 000 pro Jahr.

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