Stellen monatelang unbesetzt

Baubranche in Not: Fachkräftemangel im Main-Kinzig-Kreis wird immer schlimmer - Studie mit düsterer Prognose

Bauarbeiter auf einer Baustelle
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Bald allein auf der Baustelle? Baufirmen steuern auf einen verschärften Fachkräftemangel zu - wenn die Branche für Beschäftigte nicht attraktiver wird, warnt die IG BAU.

Handwerker gesucht: Der Mangel an Fachkräften könnte für Baufirmen im Main-Kinzig-Kreis in den kommenden Jahren zu einem ernsten Problem werden. Davor warnt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in einer Mitteilung und verweist auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

  • Der Fachkräftemangel bei Baufirmen im Main-Kinzig-Kreis nimmt weiter zu
  • Freie Stellen bleiben teilweise monatelang unbesetzt
  • Die Lage könnte sich in Zukunft weiter zuspitzen

Danach gibt es in den Bauberufen immer größere Schwierigkeiten, Personal für offene Stellen zu finden. Im vergangenen Jahr blieben im Main-Kinzig-Kreis demnach 156 Stellen in der Branche länger als 90 Tage unbesetzt. 2018 waren es 127 Stellen, ein Jahr zuvor 72.

Trotz Corona: Viele Baufirmen arbeiten am Limit

„Ob es um den Bau von Wohnungen und Straßen oder die Sanierung von Brücken geht: Viele Firmen arbeiten wegen der anziehenden Nachfrage längst am Limit. Und das sogar in Zeiten von Corona. Um die Aufträge zu bewältigen, müssen sie jetzt in die Fachleute von morgen investieren“, wird Karl-Otto Waas, Bezirksvorsitzender der IG BAU Gelnhausen-Friedberg, in der Mitteilung zitiert.

Die Branche müsse jedoch deutlich attraktiver werden. Das fange bei einer besseren Bezahlung an, so Waas. In der laufenden Tarifrunde für das Bauhauptgewerbe fordert die Gewerkschaft daher ein kräftiges Lohn-Plus. Außerdem soll die lange, bislang meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden.

Höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für Baubranche gefordert

„Aktuell erleben wir einen regelrechten Facharbeiter-Schwund. Drei Jahre nach der Ausbildung haben im Schnitt zwei von drei Bauarbeitern ihre Branche verlassen. Der Trend muss unbedingt gestoppt werden“, betont Waas. Neben höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen komme es dabei auch auf ein gesundes Betriebsklima an. Beschäftigte vermissten häufig Respekt und Anerkennung für ihre Leistung. „Kein Wunder, dass sich mancher da nach einem anderen Beruf umschaut“, so Waas.

Wie sehr der Fachkräftebedarf in Zukunft anwachsen könnte, zeige eine Studie der Sozialkassen des Baugewerbes (Soka-Bau). Danach dürften in den kommen zehn Jahren bundesweit 150 000 Bau-Beschäftigte in Rente gehen. Das ist jeder sechste Arbeitnehmer in der Branche. das

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