"HUnde gehören an die Leine"

Begonnene Setz- und Brutzeit schränkt den Freilauf der Vierbeiner ein

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Kein Auslauf mehr: Hunde müssen jetzt wieder an die Leine gelegt werden mit Rücksicht auf brütende Vögeloder gerade geborene Jungtiere.

Die Brut- und Setzzeit hat begonnen. Daher sind Hundehalter dazu aufgefordert ihre Hunde nur noch an der Leine auszuführen. 

Das Coronavirus hat uns alle fest im Griff: Läden und Schulen geschlossen, Home-Office, womöglich irgendwann möglicherweise sogar Ausgangssperre. Alles unschön und gar nicht gut, doch zu Hause ist man eigentlich recht sicher und hat viele Möglichkeiten. Das gilt für einen selbst und die Familie, aber was ist eigentlich, wenn der Hund mal ein dringendes Bedürfnis hat? Dann muss man natürlich vor die Tür. 

Meist gehen einem die anderen Leute schnell aus dem Weg, wenn man mit „Bello und Co.“ unterwegs ist und der beste Freund des Menschen mit seinen Ausmaßen die eigene Kniehöhe überragt. Das schafft dann schon auf einfache Art einen gewissen sicheren „Corona-Abstand“ zu anderen Fußgängern. Diese indirekte Vorsichtsmaßnahme wirkt aber nur dann, wenn der gute Hund auch nahe bei einem selbst ist – und zwar an der Leine! 

Und das sollte eigentlich derzeit selbstverständlich sein, denn seit Monatsbeginn gilt wieder die Setz- und Brutzeit-Regelung, aufgrund derer übrigens auch bis in den Spätsommer hinein das Hecken- und Bäumeschneiden untersagt ist. Aufgrund den ganzen Corona-Wirrungen vergessen viele Hundebesitzer vielleicht, dass ihre Vierbeiner – insbesondere in Feld und Flur – im freien Lauf auch brütende Vögel oder gerade geborene Jungtiere erschrecken und sogar töten könnten. Hunde sind und bleiben vom Instinkt gesteuerte Wesen, und der Satz „Meiner macht so was nicht!“ ist einfach nur eine Ausrede von Hundehaltern, wenn sie von den Mitarbeitern der Kommunen oder der Jagdaufsicht angesprochen werden. 

Hunde würden sich schnell an das Laufen an der Leine gewöhnen

Daher gehören die besten Freunde des Menschen jetzt an die Leine. Auch wenn diese Einschränkung für den einen oder anderen Vierbeiner ungewohnt ist – jeder Hund gewöhnt sich schnell an den Zug und macht nach kurzer Zeit keine Probleme mehr. Dafür geeignete Brust-Geschirre sind überall im Fachhandel zu bekommen (Tierfachmärkte haben weiterhin geöffnet) und eine Fünf-Meter-Führleine oder eine automatische Flexi-Leine, die es in Längen bis zu acht Metern gibt, lassen Bello und Co. genügend Freiraum, um sich ausreichend zu bewegen und auch zu lösen, wie es in der Sprache der Hundefreunde heißt. 

Apropos lösen: Das Wegräumen der Hinterlassenschaften beim Gassi-Gang per Aufnahme- und Entsorgungsbeutel sollte ja für jeden Hundebesitzer keine Frage mehr sein. Allerdings gehört die Tüte samt Inhalt anschließend in einem entsprechenden Mülleimer platziert und nicht, wie man es gelegentlich beobachten kann, im hohen Bogen in die Wiese oder ins Feld geschleudert. Flurbesitzer oder Landwirte, denen der Grund gehört, reagieren darauf oft ziemlich ungehalten, wenn sie einen der Übeltäter erwischen. Fazit: „Vier Beine gehören an die Leine!“ Das tut der guten Beziehung zwischen Mensch und Hund überhaupt keinen Abbruch, sodass man – auch in Zeiten von unwillkürlich aufkommenden Spannungen mit seinen Mitmenschen – jederzeit einen guten, liebenswerten Freund zur Seite hat.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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