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Beim zweiten Anlauf wieder deutliche Mehrheit

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Von: Thorsten Becker

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Standing Ovations zum zweiten Mal: Gabriele Stenger muss für die Kandidatur eine Ehrenrunde in Gründau-Gettenbach drehen.
Standing Ovations zum zweiten Mal: Gabriele Stenger muss für die Kandidatur eine Ehrenrunde in Gründau-Gettenbach drehen. © Thorsten Becker

Main-Kinzig-Kreis – Es sind viele Regularien, aber auch Zeit für Inhalte: Der CDU-Kreisverband Main-Kinzig hat im Rahmen einer kurzfristig angesetzten Mitgliederversammlung ihre Landratskandidatin Gabriele Stenger für die Direktwahl am Sonntag, 29. Januar, nominiert. Zum zweiten Mal. Erneut mit einem deutlichen Ergebnis.

Nach rund einer Stunde brandet Applaus in dem Restaurant-Saal in Gründau-Gettenbach auf. Die CDU-Mitglieder erheben sich. Standing Ovations für die 46-Jährige aus Hanau-Steinheim. Stenger genießt den Applaus, denn das Ergebnis, das der CDU-Kreisvorsitzende Max Schad (Großkrotzenburg) ver

kündet, kann sich sehen lassen.

98,4 Prozent der Mitglieder stimmen für die Juristin und Steuerberaterin, die Amtsinhaber Thorsten Stolz (SPD) in wenigen Wochen herausfordern soll. 64 abgegebenen Stimmen lauten auf „Ja“, eine auf „Nein“, ein Wahlzettel ist ungültig. Im zweiten Anlauf hat Stenger damit sogar ein Quäntchen von 0,4 Prozent mehr erhalten als Mitte Oktober bei ihrer ersten Nominierung durch die CDU-Kreisdelegiertenkonferenz in Gelnhausen. Und genau das ist das Kuriose an diesem Abend. Nach der ersten Zustimmung für Stenger kamen innerhalb des Kreisverbands Zweifel auf, ob die Wahl womöglich ungültig sein könnte. Denn nach den neuen Landeswahlgesetzen dürfen die Delegierten selbst nur maximal 18 Monate vor dem Ende der Amtszeit der zu wählenden Person gewählt sein. Durch die Corona-Pandemie und die Verschiebungen von Versammlungen in den Orts- und Stadtverbänden schien das aber nicht mehr sicher zu sein. Das schlimmste Szenario: Der Wahlvorschlag der Kreis-CDU wäre möglicherweise nicht zugelassen worden. Ein Fiasko, das die CDU Hanau 2003 bei der Oberbürgermeisterwahl erlebt hatte (wir berichteten). Also ist der CDU-Kreisvorstand auf Nummer sichergegangen und wiederholt die Nominierung im Rahmen einer Mitgliederversammlung (wir berichteten).

Stenger, die bereits seit Wochen Wahlkampftermine wahrnimmt, nutzt den kurzen Abend in Gettenbach, um knapp und eloquent ihre politischen Schwerpunkte anzureißen. Ihr Credo: Der Main-Kinzig-Kreis ist gut aufgestellt, in einigen Bereichen hapere es allerdings. Das sei kein Grund, sich zurückzulehnen.

Doch es bleibt auch Zeit für eine kleine Kritik. So bemängelt Helga Schmidt (Ronneburg), das das Thema Landwirtschaft fehle.

Wenn die Kreis-CDU nun den korrekt ausgefüllten Wahlvorschlag bis zum heutigen Montag, 18 Uhr, im Landratsamt einreicht, steht der Kandidatur von Stenger wohl nichts mehr im Wege.

Außer der erneuten Kandidatur von Amtsinhaber Stolz hat bislang nur die Linke einen eigenen Kandidaten für die Landrat-Direktwahl im Januar nominiert: Sie schickt den 43-jährigen Matthias Okon aus Hasselroth ins Rennen. (Von Thorsten Becker)

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