Haushaltszahlen

Bruchköbel: 61 Millionen Euro Schulden prognostiziert

Ein teurer Spaß: Allein im kommenden Jahr will Bruchköbel knapp 20 Millionen Euro an Krediten für die neue Innenstadt aufnehmen.
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Ein teurer Spaß: Allein im kommenden Jahr will Bruchköbel knapp 20 Millionen Euro an Krediten für die neue Innenstadt aufnehmen.

Bruchköbel – Corona und Stadtumbau machen sich für die Stadt Bruchköbel finanziell bemerkbar: Der Haushalt der Stadt wird nach einigen Jahren der wirtschaftlichen Prosperität 2021 erstmals wieder einen Fehlbetrag aufweisen. Laut den Zahlen, die Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP) am Dienstagabend bei der Einbringung ihres ersten Haushalts auf den Tisch legte, steht unter dem Strich ein Defizit von etwa zwei Millionen Euro. Für das Ende des kommenden Jahres prognostizierte sie zudem einen Schuldenstand von rund 61 Millionen Euro.

Ein maßgeblicher Teil der Schulden ist der Kreditaufnahme für das Stadtumbauprojekt geschuldet. Braun hielt einen Moment inne, als sie die Zahl verkündete. „Auch ich habe da erst einmal schlucken müssen“, sagte die Verwaltungschefin, die zu Beginn ihrer Amtszeit Transparenz versprochen hatte. Und auch in ihrer ersten Haushaltsrede betonte sie, dass sie mit Blick auf die Zahlen „Klarheit und Wahrheit“ schaffen wolle. Auch wenn es weh tue. Eine Pro-Kopfverschuldung von 3000 Euro pro Bürger tue ziemlich weh, bekannte die Bürgermeisterin. „Aber wir müssen dabei auch sehen, was wir dafür bekommen.“ Mit jedem Tag werde sichtbarer, was in der Bruchköbeler Stadtmitte entstehe. In der Stadtgesellschaft hat Braun eine immer größere werdende Unterstützung für das Projekt festgestellt. „Es ist ja kein Geheimnis, dass ich noch als Stadtverordnete in den Diskussionen zu diesem Projekt immer vor allem die hohen Gesamtkosten angemahnt habe. Nun ist es in meiner neuen Funktion aber mein Job, für dieses Projekt einzustehen. Und genau dies habe ich in den letzten Monaten auch getan“, sagte Braun.

Zahlen noch unter Vorbehalt

Die Zahlen des Entwurfs stehen laut Braun noch unter Vorbehalt. Erst im Januar zu den Haushaltsberatungen würden voraussichtlich die Kennzahlen zur Steuerschätzung vorliegen. Eine Senkung der Kreisumlage um zwei Prozent, die der Kreistag bereits beschlossen hat, sei im Zahlenwerk noch nicht berücksichtigt. Dabei geht es um eine Summe von rund 300 000 Euro.

Es soll weiter investiert werden

Genauso fehlten in dem Entwurf jedoch noch Belastungen für die Stadt wie die am Dienstag beschlossene Anpassung der Entwässerungssatzung. Die dadurch entstehende Belastung für die Stadt taxierte sie auf mehr als 400 000 Euro. Steuererhöhungen schloss Braun aus. Es sei denn, sie werde von den Aufsichtsbehörden dazu gezwungen, schränkte sie ein. Die Kommunen gingen bei den finanziellen Hilfen, die der Bund jetzt überall leiste, leer aus. „Sollen die Kommunen jetzt das Geld wieder von den Bürgern zurückholen, das diese von Land und Bund bekommen haben?“, lautete ihre rhetorische Frage. Die Verwaltung habe auf die Coronakrise angemessen reagiert, an allen Ecken und Enden gespart. Die Haushaltssperre, eine ihrer ersten Amtshandlungen, zeige Wirkung und habe Schlimmeres verhindert. Die Lage dürfe jedoch nicht dazu führen, das an wichtigen Investitionen in bleibende Werte gespart werde. Als Beispiele nannte sie das Stadthaus, das Feuerwehrgerätehaus in Butterstadt oder auch Straßenbaumaßnahmen.

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