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Gemeindehaus soll gerettet werden

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Von: Holger Weber-Stoppacher

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Vor den Informationen gab es bei der Veranstaltung im Gemeindehaus Musik: Es wurde eine Hymne intoniert, in der alle Familiennamen des Ortes vorkamen. Das Interesse an der Veranstaltung im Gemeindehaus war groß.
Vor den Informationen gab es bei der Veranstaltung im Gemeindehaus Musik: Es wurde eine Hymne intoniert, in der alle Familiennamen des Ortes vorkamen. Das Interesse an der Veranstaltung im Gemeindehaus war groß. © Holger Weber-Stoppacher

Bruchköbel – Der neue Verein Dorfgemeinschaft Oberissigheim baut auf die Solidarität der Bürger, um das evangelische Gemeindehaus für die allgemeine Nutzung im Dorf zu erhalten. „Es geht nur, wenn alle mitmachen“, sagte am Montagabend der Vorsitzende des Vereins, Felix Außerbauer, im Rahmen einer Informationsveranstaltung im betreffenden Gemeindehaus.

Die Veranstaltung war mit rund 100 Besuchern sehr gut besucht. Der Verein hatte offenbar mit weniger Interesse gerechnet, denn bis kurz vor Veranstaltungsbeginn mussten immer noch weitere Stühle in den Saal gestellt werden. Das Interesse am Engagement des Vereins scheint also zumindest groß zu sein.

Politische Parteien vertreten

Zu den Gästen zählten neben Bürgermeisterin Sylvia Braun auch Vertreter der politischen Parteien in Bruchköbel. Der Kirchenvorstand war jedoch nur mit einem Mitglied vertreten.

Bis Montag zählte der Verein schon mehr als 80 Mitglieder. Das Ziel sei es, mindestens 500 zahlende Mitglieder zu gewinnen, sagte Außerbauer. Diese sollen mindestens einen Beitrag von 20 Euro pro Jahr entrichten. Nach oben sei die Beitragssumme jedoch offen.

Wie berichtet muss die evangelische Kirchengemeinde Issigheim eines ihrer beiden Gemeindehäuser verkaufen, weil die Zuschüsse der Landeskirche nur noch für den Betrieb eines Gebäudes reichen. Weil das Gemeindehaus in Oberissigheim zuletzt nur noch wenig genutzt worden ist, hatte sich der Kirchenvorstand nach eigenen Angaben zum Verkauf der Immobilie in Oberissigheim entschieden. Die laufenden Kosten für das Gemeindehaus belaufen sich übers Jahr gesehen nach Einschätzung des Kirchenvorstands auf rund 20 000 Euro für Heizung, Wasser und Strom sowie die nötige Rücklagenbildung. Auch die Fenster seien aus energetischer Sicht abgängig, hieß es am Montag bei der Versammlung. Am Erhalt des Gemeindehauses hängt nach Ansicht von Außerbauer eine Reihe von Veranstaltungen, die elementar seien im dörflichen Leben Oberissigheims. Dazu zählten der Weihnachtsmarkt, das Fest „Krebsbach in Flammen“ und auch die Kerb. „Ohne Gemeindehaus wären aktuell diese Veranstaltungen nicht denkbar“, sagte er.

Über Brainstorming nicht hinausgekommen

Die Mitglieder sind sich bewusst, dass durch Mitgliedsbeiträge allein nicht genügend Geld für den Erhalt des Hauses zusammenkommt, deshalb soll das Gemeindehaus künftig vermarktet werden. Über ein Brainstorming sind die Mitglieder jedoch noch nicht hinausgekommen, wie sie einräumten: Veranstaltungen aus den Bereichen Kultur, Soziales und Sport sollen es sein. Unklar ist auch, in welchen Bereichen es einen Bedarf für die Räumlichkeiten gibt. Laut Kirchenvorstand gab es im vergangenen Jahr nur einige Trösterkaffees und eine Handvoll weiterer Veranstaltungen. Nachfragen bei den Vereinen hätten keine Ergebnisse gebracht, hatte Kirchenvorstandssprecher Dr. Matthias Herget dieser Zeitung vergangene Woche berichtet.

Bürgermeisterin Sylvia Braun riet den Verantwortlichen des Vereins, gemeinsam mit dem Kirchenvorstand der Gemeinde Issigheim nach Lösungen für das Gemeindehaus zu suchen. Eine Lagerbildung sei den Zielen nicht förderlich. (Von Holger Weber-stoppacher)

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