Vermarktung ab 2022

Stadtumbau Bruchköbel: Wohnungspreise noch kein Thema - Investor mit Versprechen

Die Planungen für den Innenstadtumbau in Bruchköbel (Main-Kinzig-Kreis) schreiten voran. Es gibt neue Details zu den Wohn- und Gewerbeflächen. Der Investor hat ein Versprechen an die Stadt.

  • Neue Details zu Stadtumbau in Bruchköbel (Main-Kinzig-Kreis)
  • Stadt erhält Millionen für Grundstück in Innenstadt
  • Viele Fragen bleiben weiter ungeklärt

Die erste Hürde hat das neue Wohn- und Geschäftshaus, das in Bruchköbels Zentrum im Rahmen des Innenstadtumbaus entstehen soll, in den städtischen Gremien genommen. Zwar konnten bei der Präsentation des Projekts im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr noch nicht alle Fragen seitens des Investors beantwortet werden. Doch Kritik gab es so gut wie keine vonseiten der Ausschussmitglieder.

Stadt verkauft Grundstück an Investor

So deutet also alles daraufhin, dass der Investor Bonava bei der Stadtverordnetenversammlung in zwei Wochen offiziell den Zuschlag für das Projekt bekommen wird. Bonava war als Gewinner des Wettbewerblichen Dialogs (Wedi) hervorgegangen, dessen Ergebnis die Stadt Anfang Mai veröffentlicht hatte. Danach soll das deutschlandweit tätige Unternehmen das Projekt umsetzen. Dafür wird ihm die Stadt Bruchköbel das Grundstück, auf dem heute noch das Bürgerhaus steht, für rund 2,5 Millionen Euro verkaufen.

Noch nicht geklärt ist jedoch, ob die Stadt oder der Investor das alte Bürgerhaus abreißen wird. Davon wird letztlich auch abhängen, welche Summe die Stadt aus dem Grundstücksverkauf verbuchen darf.

Stadtumbau: Rasantes Tempo von Investor

Die Architektur des Gebäudes, eine Frage des Geschmacks, sorgte auch bei den Mitgliedern des Ausschusses nicht gerade für Begeisterungsstürme. Sie ähnelt den Gebäuden, die derzeit an vielen Orten nicht nur im Rhein-Main-Gebiet aus dem Boden schießen. Und wenn man sich das rasante Tempo des Investors betrachtet, dann wird schnell deutlich, dass auch Bruchköbel eher von etwas der Stange als etwas Exklusives bekommt.

16 000 Wohnungen hat Bonava in den vergangenen zehn Jahren deutschlandweit gebaut, wie Hendrik Albus, der Leiter des Bruchköbeler Projekts den Ausschussmitgliedern stolz berichtete. Immerhin: Die Vorgaben, die die Stadt im Rahmen des Wettbewerblichen Dialogs gemacht hat, müssen vom Investor eingehalten werden. Dazu zählt die Fassadengestaltung, die nicht zu sehr vom Stadthaus abweichen darf.

Viele Fragen offen bei Stadtumbau in Bruchköbel

Ein Spitzdach wie auf dem Stadthaus, wie es sich der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Uwe Ringel, gewünscht hätte, wird es auf dem Wohn- und Geschäftshaus jedoch nicht geben. Ein solches Dach werde der eigentlichen Architektur nicht gerecht, zeigte Projektleiter Albus wenig Verhandlungsbereitschaft. Alle wichtigen Parameter seien mit der Stadt so abgestimmt.

Noch offen sind derweil der Zuschnitt und auch die Größe der Wohnungen, die insgesamt zwei Drittel des gesamten Komplexes einnehmen werden. Doch auch hier trifft der Investor die Entscheidungen nach Marktlage allein. Dazu Bürgermeisterin Sylvia Braun: „Wir haben auf die endgültige Ausgestaltung keinen Einfluss. Das ist der Unterschied zum Stadthaus.“

Investor aus Frankfurt für Stadtumbau verantwortlich

Beim Stadthaus, das zurzeit von der Firma Schoofs Immobilien aus Frankfurt gebaut wird, ist die Stadt bekanntlich selbst Bauherr. Die Wohnungen in dem Wohn- und Geschäftshaus sollen laut Projektleiter Albus im mittleren Ausstattungssegment angesiedelt sein: „Parkettboden, großformatige Fließen, großzügige Duschen“, gab er ein paar Stichworte. „Insgesamt werden die Wohnungen eine hohe Qualität haben“, versprach er.

Über Preise wurde in der Sitzung nicht gesprochen. Ein Blick nach Nidderau, wo Bonava ein ähnliches Projekt umgesetzt hat, könnte einen Hinweis geben: Die Einheiten dort sind zwischen 88 und 126 Quadratmeter groß und bewegen sich in der Preisspanne von rund 360 000 bis 470 000 Euro. Allerdings könne die Marktlage 2022, dann soll mit der Vermarktung begonnen werden, schon wieder eine ganz andere sein, meint auch der Projektleiter.

Rubriklistenbild: © PM

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