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Assoziative elektronische Klangreise

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Sie verwandelten den Kunstraum in eine Klangwelt: Michael Brückner (von links), Hans-Dieter (Hardy) Schmidt und Volker Lankow.
Sie verwandelten den Kunstraum in eine Klangwelt: Michael Brückner (von links), Hans-Dieter (Hardy) Schmidt und Volker Lankow. © Andrea Pauly

Komplett abtauchen, sich von Klangelementen mitnehmen lassen in eine Fantasiewelt, in reale Landschaften und Städte und mit wachsender Faszination drei Musiker an ihren Mischpulten, Synthesizern und allerlei elektronischem Instrumentarium beobachten, die diese Klangreisen mit scheinbar meditativer Ruhe erzeugten – diese außergewöhnlich e Gelegenheit bot sich am Samstagabend einem kleinen Publikum im Atelier des Vereins Kunstraum Erlensee.

Erlensee – Auf Einladung des Künstlerinnen-Vereins war das Duo „Bridge To Imla“, bestehend aus Hans-Dieter Schmidt und Michael Brückner, mit Unterstützung des Berliner Perkussionisten Volker Lankow mit einem gerade neu entstandenen Konzertprogramm zu Gast.

Sabine Pabst vom Kunstraum freute sich über Veranstaltung

Sabine Pabst, Vorstandsmitglied des Vereins Kunstraum Erlensee, zeigte sich erfreut, dass sie und ihre „Kunsträumerinnen“ gerade in der derzeitigen Situation mit dieser Veranstaltung an den Start gehen konnten. In ihren Begrüßungsworten bezog sie sich auf den aktuellen Begriff der „Zeitenwende“ mit all seinen Implikationen – von der Flüchtlingskrise in 2015, über die Corona-Pandemie, bis zum allumfassenden Klimawandel und den jetzigen Ukraine-Krieg. Mit einer gewissen Reminiszenz an dieses Kriegsgeschehen, einer Art Sirenengeräusch, begann auch das an ihre Worte anschließende Konzert der drei Musiker.

Meist ohne einander anzusehen, in stiller Präzision und scheinbar telepathischer Abstimmung drehten sie Knöpfe, bearbeiteten Tasten und berührten rhythmisch Touchpads mit unterschiedlichem Druck Dabei kamen nicht nur Mischpult, Synthesizer und Laptop zum Einsatz, sondern auch E-Drum-Pads und ein Seaboard. Das ist eine Art Midi-Controller im Stil einer musikalischen Tastatur mit durchgehenden, in Sensoren eingebetteten, flexible Gummioberflächen zum Spielen der Tasten. Diverse Hall- und Echogeräte und ein elektronisches Windinstrument, ein kabelloser elektronischer Blaswandler mit integrierter Klangerzeugung komplettierten das technische Equipment.

Musikalisches Kaleidoskop

Hans-Dieter Schmidt, der in Langenselbold lebt sowie der in Mainz wohnende Michael Brückner fanden 2017 als „Bridge To Imla“ zusammen. 2018 erschien ihr Debüt-Album „The Radiant Sea“. Es folgten Live-Auftritte und weitere Veröffentlichungen. Typisch für das Duo, die auch an diesem Abend das Publikum erfreuten, sind teils meditative, teils filmmusikreife fast bombastische, aber auch ätherische Klanglandschaften, verwoben mit orchestralen Elementen wie auch lebhaften elektronischen Rhythmen und Klavierpassagen, die in fließend wabernden sphärischen Klängen mündeten und vice versa. Der Berliner Volker Lankow, langjähriger Freund der beiden Musiker ergänzte das musikalische Kaleidoskop um weltmusikalische Noten, Naturaufnahmen, Stimmen und weitere Klänge. So verzauberte das beeindruckende Trio die Gäste im Kunstraum mit einem atmosphärisch dichten Elektronik-Konzert.

(Von Andrea Pauly)

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