Skurrile Geschichten

Bananenrepublik Bruchköbel: In der Kernstadt wachsen in diesem Jahr erstmals die tropischen Früchte

Tropische Verhältnisse: Gut sieben Meter hoch sind inzwischen die Bananenstauden im Garten von Henry und Nina Klisch.
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Tropische Verhältnisse: Gut sieben Meter hoch sind inzwischen die Bananenstauden im Garten von Henry und Nina Klisch.

Bananenstauden mit Früchten in einem Garten in der Kernstadt von Bruchköbel – für viele klingt das wahrscheinlich wie ein verfrühter Aprilscherz. Aber bei Nina Klisch und ihrem Sohn Henry wachsen die rund sieben Meter hohen Stauden im Garten und tragen in diesem Jahr erstmals Früchte – wenn auch sehr kleine Bananen.

Bruchköbel – „Sie schmecken noch nicht besonders gut“, weiß der Zwölfjährige, der die Heinrich-Böll-Schule (HBS) besucht und Fußballfan ist.„Gekauft haben wir die vier etwa zehn Zentimeter großen Pflänzchen im Internet bei einem Versand, der auf exotische Gewächse spezialisiert ist. Das war im Frühjahr 2017“, blickte Nina Klisch zurück. Zunächst wuchsen die Bananenstauden in kleinen Töpfen, wurden nachts schon mal ins Badezimmer gestellt, bekamen schon bald an zwei Stellen am leicht abschüssigen Hang vor der Terrasse ihren Platz. „Im vergangenen Jahr haben wir mal die Höhe gemessen und da waren wir bei fünf Metern“, stellte Henry fest.

Die sonnigen und warmen Sommer haben den Pflanzen sichtlich gut getan, lediglich die heftigen Winde in den vergangenen Wochen haben den großen grünen Blättern etwas zugesetzt. Das hält die Pflanzen aber nicht davon ab, weitere Blätter auszutreiben, die zunächst wie lange grüne Stängel aussehen und sich dann zu ihrer ganzen Pracht entrollen. Die Blüte ist inzwischen vorbei und an den Ansätzen der Stiele haben sich zum ersten Mal kleine Bananen gebildet. „Ob sie in diesem Jahr noch größer werden und reifen, müssen wir abwarten“, stellte die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende der HBS fest.

Bruchköbel: Stauden der Bananen werden vor Frost geschützt

Um die Pflanzen gut über den Winter zu bringen, werden die Stämme mit einem etwa 60 bis 80 Zentimeter hohen Geflecht umgeben, das mit reichlich Laub als Frostschutz gefüllt wird: „So haben wir bislang die Bananenstauden sehr gut durch die kalte Jahreszeit gebracht. Sobald die Temperaturen wieder steigen, wird das Laub entfernt und die Pflanzen beginnen sofort wieder zu treiben.“

An den Ansätzen der Blütenstängel wachsen die kleinen Bananen: Sie schmecken aber nicht sonderlich gut, sagt Henry Klisch.

Allerdings blicken Nina und Henry Klisch mit einem weinenden Auge auf ihre Bananenstauden, denn sie müssen in absehbarer Zeit die Wohnung wegen Eigenbedarfs des Vermieters räumen. „Für eine alleinerziehende Mutter mit einem Halbtagesjob ist es ungeheuer schwierig, in Bruchköbel eine vergleichbare Wohnung mit Gartenzugang zu finden. Die Gartenarbeit ist mir in den letzten Jahren richtig ans Herz gewachsen und ich könnte mir deshalb derzeit nicht vorstellen, im dritten Stock zu wohnen“, stellte Nina Klisch fest. Sie hat aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, vielleicht doch noch eine passende Wohnung in Bruchköbel zu finden.

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