HR-Bericht

EX-Chef der AWO-Bruchköbel strich satte Gewinne ein

Gutes Geschäft: Der Berater soll mit der AWO in Bruchköbel mehr als eine halbe Million verdient haben.
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Gutes Geschäft: Der Berater soll mit der AWO in Bruchköbel mehr als eine halbe Million verdient haben.

Bruchköbel – Geschäfte mit dem Altersheim der Arbeiterwohlfahrt in Bruchköbel haben nach Angaben des Hessischen Rundfunks dem früheren Chef des Sozialverbandes, Torsten Hammann, privaten Gewinn von mehr als einer halben Million Euro gebracht. Der Wirtschaftsprüfer Hammann diente der AWO als Berater und von 2016 bis 2019 als Generalbevollmächtigter.

Vor fünf Jahren verkaufte der AWO-Bezirksverband Hessen Süd das Altersheim an ein Privatunternehmen, das Hammann mit Freunden und Kunden gegründet hatte. Die AWO mietete die Immobilie zurück. Das Privatunternehmen sanierte das Gebäude und verkaufte es im Herbst dieses Jahres an einen Investor. Hammann habe darauf einen Gewinn vor Steuern von 560 000 Euro bezogen berichtet der Hessische Rundfunk. Hinzu kämen Erträge aus dem Verkauf von Solarstrom an die AWO, der auf dem Dach des Altersheims durch ein eigenständiges Unternehmen von Hammann und einem Partner gewonnen werde.

Kreisverbände in Turbulenzen geraten

Hammann habe nicht nur selbst private Geschäfte mit der AWO gemacht, die er gleichzeitig beraten oder als Generalbevollmächtigter vertreten hatte. Er habe auch auch dafür gesorgt, dass Freunde und Kunden sich an Immobiliengeschäften beteiligen konnten. Gegenüber dem HR erklärt der Wirtschaftsprüfer, das wirtschaftliche Risiko bei seinen AWO-Geschäften sei hoch gewesen. Der Bezirksverband Hessen Süd der AWO sei wirtschaftlich am Ende gewesen. Man habe für das Heim in Bruchköbel 250 000 Euro mehr bezahlt als angemessen gewesen wäre. „Als seriös würde ich es auch heute noch auf jeden Fall bezeichnen“ sagt Hammann im hr-Interview. Es sei freilich „eine untypische Aufgabenstellung“ gewesen. Ein letzter Beratervertrag mit Hammann wurde Ende Oktober beendet, wofür eine Abstandszahlung von 90 000 Euro an den Wirtschaftsprüfer fällig geworden sei. Der Bundesverband der AWO hat den langjährigen Bezirksvorsitzenden Willy Jost Mitte November abgesetzt. Unabhängig von den Geschäften des AWO-Bezirksverbandes sind die AWO-Kreisverbände Frankfurt und Wiesbaden wegen Misswirtschaft in Turbulenzen geraten.

Das hr-fernsehen zeigt die Reportage „Warum? AWO & Co außer Kontrolle“ von Erika Becker und Volker Siefert heute um 21.45 Uhr. Von da an ist der Film in der ARD-Mediathek zu sehen.  

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