Bruchköbel

Bischof und Pfarrerin aus Südafrika besuchen auch Oberissigheim

Auf Deutschlandbesuch (von links): Bischof Iob Ubane, Pfarrerin Anne Matthys mit Pfarrer Dr. Martin Abraham. Foto: Rainer Habermann

Bruchköbel. Der Klimawandel beschäftigt nicht nur die Deutschen, sondern Länder weltweit. So auch Südafrika. Von dort war Bischof Iob Ubane aus Madikwe angereist und besucht die Evangelische Landeskirche Kurhessen-Waldeck.

Von Rainer Habermann

„Der Klimawandel ist ein globales Problem, nicht nur bei Ihnen in Deutschland. In Südafrika fehlt seit geraumer Zeit der Regen, es herrscht Wasserknappheit. Und gerade jetzt, wo wir so viele Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten haben, wird das bedrohlich.“ Diese Sätze sagt der Bischof der südafrikanischen Partnerkirche des Kirchenkreises Hanau, Iob Ubane aus Madikwe.

Diese Region im Norden des Landes grenzt an Botswana und Simbabwe, und wie im gesamten Staat Südafrika 20 Jahre nach Ende der Apartheid, der strikten Trennung von schwarzen und weißen Menschen im Land, liegen weitere Probleme ähnlich wie in Deutschland: „Fremdenfeindlichkeit und Armut“, sagt der Bischof. Er ist zusammen mit der Pfarrerin Anne Matthys seit dem 27. September auf Deutschlandbesuch bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und dem Kirchenkreis Hanau.

Ubane besucht auch Oberissigheim

Der Bruchköbeler Pfarrer Dr. Martin Abraham begleitete beide am Sonntag nach Hammersbach-Marköbel, wo Ubane predigte und den spürbaren, globalen Klimawandel auch zum Thema seiner Predigt machte. Und anschließend zu Kirche und Gemeindehaus Oberissigheim, wo Pfarrer Dr. Burkhard von Dörnberg zusammen mit Kindern der Katharina-von-Bora-Schule einen humorvollen Erntedank-Gottesdienst zelebrierte. Außerdem feiert die Issigheimer Kirchengemeinde das zehnjährige Bestehen der Essensbank Oberissigheim, einer ständigen und auf Spenden basierenden Versorgung sozial schwacher Menschen.

Hier können Bedürftige sich einmal im Monat eine große Tüte mit haltbaren Lebensmitteln und Pflegeprodukten abholen. Privatleute, Firmen, aber auch Vereine und Verbände sponsern die Essensbank, das läuft seit zehn Jahren rund. Obwohl die Armut auch in Deutschland – und selbst im wirtschaftsstarken Main-Kinzig-Kreis – stetig wächst, wenngleich auch verdeckt, und die karitative Einrichtung auf weitere Spenden angewiesen ist.

Gesang als wichtiger Faktor im Gottesdienst

Zum Dank gab es beim Jubiläum im Gemeindehaus ein üppiges Grill- und Salatbüfett für alle Gäste. Eine ähnliche Einrichtung wie die Essensbank gebe es auch in Rustenburg, einer Kommune im Bezirk Madikwe. Dort werde sie von einer „Non-Governmental-Organisation“ (NGO, nicht-staatliche Organisation) betrieben und nenne sich „Gift of the Givers“.

Armut, Fremdenfeindlichkeit, Flüchtlinge, Klimawandel: die Probleme im Land des Kap der guten Hoffnung scheinen sich mit jenen in Deutschland zu ähneln. Im Gespräch mit Bischof Ubane und Pfarrerin Matthys erzählen diese von ihrer Kirche, von ihren Predigten, vom Gesang, der einen breiten Raum in jedem ihrer Gottesdienste einnimmt. Und sie dauern: auf jeden Fall viel länger als hierzulande. „Drei, vier Stunden, wobei die meiste Zeit gesungen wird“, sagt Matthys.

Weitere Anlaufstellen im Kirchenkreis

Südafrika wurde von deutschen Geistlichen missioniert, sie trafen in der Bevölkerung des Landes am Horn auf begeisterte Menschen, die es lieben, zu singen. Und umgekehrt seien auch sie, Ubane und Matthys, hier sehr herzlich empfangen worden. Auch in Kassel, wo sie an einer Synode zur Einsetzung der neuen EKKW-Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann teilgenommen hatten.

Im Anschluss an den Erntedankgottesdienst in Oberissigheim ging es für beide zu einem Männer-Mitsing-Gottesdienst am Abend in Maintal-Bischofsheim. Und für den heutigen Montag ist der Besuch einer diakonischen Einrichtung geplant, um die Eindrücke des Besuchs zu vervollständigen, bevor dann im Laufe dieser Woche die Rückreise ansteht.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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