Eine „Ehe“ fürs Leben

HA-Adventskalender: Jörg Dirks und sein VW T3 sind unzertrennlich

Heute öffnet der Niederissigheimer Jörg Dirks die Tür seines Oldtimer-Bullis. Im Innernen des 37 Jahre alten Autos ist alles, was das Camper-Herz begehrt.
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Heute öffnet der Niederissigheimer Jörg Dirks die Tür seines Oldtimer-Bullis. Im Innernen des 37 Jahre alten Autos ist alles, was das Camper-Herz begehrt.

Es gibt Dinge im Leben, die vergisst man nie. Zweifellos gehört dazu – vor allem in der Autonation Deutschland – das erste eigene Auto. Ob Schrottkarre oder Neuwagen, das erste Auto ist immer etwas Besonderes. Für den Niederissigheimer Jörg Dirks trifft das in besonderem Maße zu. Denn sein erstes Auto ist bis heute auch sein einziges. Im Rahmen unserer Adventskalender-Serie öffnet er für uns heute die Tür seines VW Bullis, der sein ganzer Stolz ist.

Bruchköbel – Eigentlich ist Dirks ein Spätzünder. Seinen Führerschein hat er erst mit 24 Jahren gemacht. Da passte es gut, dass ein Bekannter damals gerade seinen VW T3 verkaufen wollte. Dirks schlug sofort zu. Am 8. August, Dirks 25. Geburtstag, wechselte der Wagen den Besitzer – und das wohl zum letzten Mal. Dirks, selbst Jahrgang 1982, und der nur ein Jahr jüngere VW Bulli sind seitdem unzertrennlich. 37 Jahre hat der Wagen mittlerweile auf dem Buckel, darf sich daher auch mit dem Oltimer-Kennzeichen mit einem H am Ende schmücken.

Alles in dem Auto ist ein Statement: Natürlich hat der stolze Bulli-Besitzer Dirks auch eine Mundschutz-Maske mit Bulli-Aufdruck dabei, die immer griffbereit am Rückspiegel hängt.

Für Dirks ist der Bulli weit mehr als nur ein Auto. Schließlich verbringt er darin auch viel mehr Zeit, als es bei anderen Autobesitzern eigentlich der Fall ist. Sobald es die Temperaturen und das Wetter zulassen, ist Dirks mit seinem Bulli unterwegs. So gut wie jedes Wochenende verbringt er mit seinem Wagen und Freunden in der Natur, auf Campingplätzen oder bei Treffen von Bulli- und Oldtimer-Freunden. In den vergangenen Jahren hat sich daraus eine Community entwickelt. „Man kennt sich und man hilft sich“, sagt Dirks.

Längste Tour führte nach Fehmarn

Für ihn ist der Wagen ein Stück Urlaub. „Nach einer gestressten Arbeitswoche das Firmenauto abstellen, Sachen packen und den Schlüssel vom Bulli umdrehen –schon bin ich entspannt. Allein durch die Fahrt“, erzählt Dirks. Auch für eine kurze Auszeit zwischendurch eignet sich der Bulli perfekt. Manchmal, erzählt Dirks, fährt er mit dem Wagen nur wenige Kilometer in die umliegende Natur, stellt den Campingstuhl davor und genießt die Ruhe. Vorzugsweise vor turbulenten Wochen. Und damit kennt sich Dirks als Präsident des Niederissigheimer Carnevals Club bestens aus. Nicht selten wird die ganze Kampagne des NCC in seinem Bulli geplant.

Die bisher längste Tour führte ihn und einig Freunde nach Fehmarn, wo mit dem Midsummer Bulli Festival eines der größten Treffen in Europa stattfindet. Mit insgesamt fünf Bullis war die Gruppe anschließend noch an der Ost- und Nordsee unterwegs. „Mit unseren Bussen wurden wir überall mit offenen Armen empfangen, auch die Campingplatzbetreiber freuen sich meistens sehr“, erzählt Dirks. Schließlich ist sein Wagen auch mit allem ausgestattet, was man zum Campen braucht. Kühlbox, Waschbecken, Gasherd, Geschirr und Lebensmittel.

Dirks lässt sich von Lichthupen nicht stören

Entschleunigung ist das Stichwort, wenn Dirks mit seinem T3 unterwegs ist. Schließlich ist der Wagen mit seinen 67 PS nicht gerade der schnellste. „Da muss man mehrmals überlegen, ob man überholt“, schmunzelt er.

Die Sticker an der Scheibe des Bullis zeugen von den vielen Bulli- und Oldtimer-Treffen, die Jörg Dirks mit seinem Gefährt schon besucht hat.

Die ein oder andere Lichthupe kann er daher verschmerzen, zumal sein Oldtimer eher im positiven Sinne Aufmerksamkeit erregt. „Oft winken die Leute oder zeigen den Daumen hoch.“

Dirks zahlte vor 13 Jahren 5000 Euro

Als Dirks den Wagen 2007 gekauft hat, gab es auch kritische Stimmen aus seinem Freundeskreis. Was er mit einem so alten Auto wolle, dass ohnehin anfällig sei. Mittlerweile kann man sagen, dass Dirks sogar ein gutes Geschäft gemacht hat. Denn obwohl das Auto schon mehrere Hunderttausend Kilometer auf dem Buckel hat, dürfte es im Wert eher gestiegen sein. Original-Modelle, die von der Firma Westfalia zum Campervan umgebaut wurden, werden nicht selten für 19 000 Euro angeboten.

Gezahlt hat Dirks vor 13 Jahren 5000 Euro. Wie viel Geld Dirks in der Zwischenzeit in sein Auto gesteckt hat, weiß er gar nicht genau. „Ich habe mal versucht eine Liste zu führen, hab es dann aber aufgebeben“, so Dirks. Ein Verkauf käme für ihn niemals in Frage: „Eher stecke ich noch einmal so viel Geld rein, damit er läuft.“ (Von Michael Bellack)

Für den Präsidenten des Niederissigheimer Carneval Clubs ist sein Bulli sein ganzer Stolz und immer dabei.

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