Blühende Landschaften

Bruchköbel: Landwirt pflanzt buntes Blütenmeer mitten im Feld

Der pensonierte Landwirt Werner Viehmann hat auf einem Feld des Oberissigheimers Andreas Biewald zwischen Bruchköbel und Neuberg ein farbenprächtiges Blütenmeer gezaubert, das den ganzen Sommer blüht.
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Der pensonierte Landwirt Werner Viehmann hat auf einem Feld des Oberissigheimers Andreas Biewald zwischen Bruchköbel und Neuberg ein farbenprächtiges Blütenmeer gezaubert, das den ganzen Sommer blüht.

Bruchköbel – An einem Feldweg zwischen Oberissigheim und Neuberg blüht sehr zur Freude der Jogger, Spaziergänger und Radfahrer in diesem Sommer eine außergewöhnliche Blumenwiese. Klatschmohn in tiefem Rot, blaue Kornblumen, gelbe, halbhohe Sonnenblumen und Arnika, aber auch weiße und orange Blüten leuchten in der Sonne. Und das schon seit rund vier Wochen.

„Ich habe schon so viele Fotos von dieser Wiese gemacht, das sind immer wieder so unterschiedliche und fantastische Blüten“, schwärmt denn auch Spaziergängerin Barbara Schmidt aus Neuberg. Und neugierig spricht sie Werner Viehmann an, der der Reporterin sichtlich stolz die Wiese zeigt, die er eingesät hat. Viehmann muss die Dame enttäuschen, die sich gerne das selbe Saatgut besorgt hätte. „Das habe ich von der Insel Reichenau, das ist ein spezielles Saatgut und sauteuer“, sagt der ehemalige Landwirt.

Zwar blüht die Blumenwiese auf einem Feldstück des Oberissigheimer Hobbylandwirts Andreas Biewald, aber die Idee dazu hatte Werner Viehmann. „Darauf gekommen bin ich 2016, als wir Urlaub auf der Insel Fehmarn gemacht haben“, erzählt der 73-Jährige. „Wir sind viel Rad gefahren und dort gibt es vier Meter breite Blühstreifen neben den Radwegen.“ Von der dortigen Blütenpracht war Viehmann derart fasziniert, dass er sich erkundigte, welches Saatgut auf Fehmarn für die Blühstreifen verwendet wird. Denn er ist zwar Rentner, aber früher hatte er eine Landwirtschaft mit 25 Milchkühen und hat auf 44 Hektar Weizen, Wintergerste und Hafer angebaut. Die Landwirtschaft hat er immer noch im Blut. „Das wird man nicht mehr los“, lacht er.

Er erzählte seinem Freund Andreas Biewald von seiner Idee, einen prächtigen Blühstreifen in Bruchköbel zu realisieren. Und Biewald sei sofort begeistert gewesen, stellte die Fläche an einem Feldweg in der Nähe vom Hof Spors zur Verfügung und finanzierte das Saatgut. Das Kilo kostet 52 Euro, Biewald habe 650 Euro für das benötigte Saatgut bezahlt.

Diese Samen mit rund 30 Blumensorten hat Viehmann beim Raiffeisen Gartencenter auf der Insel Reichenau im Bodensee besorgt. „Ich habe auch mit dem dortigen Betriebsleiter gesprochen und mir Tipps für die Einsaat geholt“, berichtet Viehmann.

Denn das Wichtigste sei die Vorbereitung des Bodens. So gelingt es dann auch, dass die 3000 Quadratmeter große Wiese den ganzen Sommer lang bis zirka September blüht.

Bevor Viehmann das Saatgut Mitte Mai ausbrachte, hat er zusammen mit Biewald ab Ende April die Fläche mit der Egge bearbeitet. Damit wird nur die oberste Bodenschicht gelockert und so das Unkraut bekämpft. „Das muss man alle zehn bis 14 Tage wiederholen“, betont Viehmann. Denn das Unkraut chemisch zu behandeln, würde auch die blühenden Blumen angreifen.

Er erinnert sich noch genau: „An einem Donnerstag habe ich mit meiner Hassia-Sämaschine das Saatgut ausgebracht. Und samstags drauf hat es geregnet.“ Dank seiner alten Sämaschine konnte er fünf Gramm Saatgut auf den Quadratmeter aussäen, insgesamt hat er 15 Kilo Samen dort ausgebracht. „Die mussten auch flach ausgesät werden, denn unter den Sorten sind auch Lichtkeimer dabei.“

Nach der Aussaat und dem Regen hat er die Fläche außerdem gewalzt. „Wir ha- ben Glück mit dem Wetter gehabt“, sagt Viehmann und blickt stolz auf die Wiese. Bewusst hat er eine ein-jährige Mischung genommen. Bei mehrjährigen Mischungen sei das Aufkommen von Unkraut sehr schwer zu unterdrücken, so Viehmann.

Sogar ein Bienenvolk steht mitten in der Blumenwiese, überhaupt summt und brummt es ununterbrochen an den bunten Blüten. Ob Viehmann eine solche Wiese auch im nächsten Jahr einsäen will? Das weiß der 73-Jährige noch nicht genau. Aber leicht schelmisch blickt er über die Blütenpracht, sodass man gespannt sein kann, wo es im kommenden Jahr in Bruchköbel wieder ein solches botanisches Feuerwerk zu bewundern geben wird.

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