Kuriose Situation

Schnäppchenjäger sorgen für morgendliches Verkehrschaos

Lange Schlangen auf dem Bruchköbeler Lidl-Parkplatz.
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Lange Schlangen auf dem Bruchköbeler Lidl-Parkplatz.

Am Donnerstagmorgen haben diverse Schnäppchenjäger für ein Verkehrschaos auf und um den Lidl-Parkplatz in Bruchköbel gesorgt.

Bruchköbel - Bereits um kurz nach sieben ging nichts mehr: Schnäppchenjäger haben gestern in Bruchköbel ein Verkehrschaos rund um die Lidl-Filiale im Gewerbegebiet Galgengarten ausgelöst, wo der Discounter vor allem elektronische Geräte wie Notebooks zu Tiefstpreisen angeboten hatte. Für den Verkauf war eigens ein Zelt aufgestellt worden. Durch den Ansturm wurde nicht nur der Verkehr beeinträchtigt, der sich teilweise bis zur B 45 staute, sondern auch die umliegenden Unternehmen. Die Spedition Maintaler konnte mit ihren Lkw das Firmengelände nicht mehr verlassen, weil die Ausfahrt zugeparkt war. „Eine Unmöglichkeit“, zeigte sich Firmenchef Markus Grenzer entrüstet. Auch bei der Firma Reifen Simon waren alle Kundenparkplätze belegt. „In Corona-Zeiten eine solche Verkaufsaktion durchzuführen, ist reiner Irrsinn“,erklärte Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun ungehalten. „Wir hatten da leider keine Handhabe“, bedauerte sie. Weil die Ordnungspolizei der Sache allein nicht Herr geworden sei, habe man Beamte der Landespolizei zur Regelung des Verkehrs gerufen, so Braun. Vor dem Discounter bildeten sich lange Schlangen. Einige Schnäppchenjäger ließen sogar Einkaufswagen beim einige hundert Meter entfernten Tegut-Supermarkt mitgehen, um ihre Einkäufe abtransportieren zu können. Braun bemängelte, dass die Behörden nicht rechtzeitig von der Aktion unterrichtet worden seien.

Bruchköbel: Sicherheitsleute sorgten für die Einhaltung der Abstandsregeln

Die Kunden seien nicht nur aus der Region, sondern teilweise von weit her gekommen. Lidl entschuldigte sich gestern in einer Pressemitteilung für die „unvorhersehbaren“ Verkehrsbehinderungen. „Wir führen in ganz Deutschland immer wieder Sonderverkäufe von Non-Food-Produkten durch.“ Gestern hätten in verschiedenen Städten mehrere dieser Verkäufe stattgefunden. „Zu einem Verkehrsaufkommen wie in Bruchköbel kam es dabei bisher noch nie“, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. In dem Sonderverkauf biete man verschiedene Non-Food-Artikel zu besonders günstigen Preisen an. Sehr beliebt bei den Kunden in Bruchköbel seien Notebooks gewesen, die aufgrund der großen Nachfrage jetzt ausverkauft seien. Hinsichtlich der Corona-Situation betonte der Sprecher, man habe alle behördlichen Vorgaben zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen vollständig erfüllt. So hätten mehrere Sicherheitsleute im Verkaufszelt und auf dem Parkplatz dafür gesorgt, dass Maskenpflicht und Abstandsregeln eingehalten worden seien und sich nur 60 Kunden gleichzeitig im Zelt aufgehalten hätten. Auf dem Gelände hätten darüber hinaus Stationen mit Desinfektionsmittel zur Verfügung gestanden, um Einkaufswagen und Hände zu desinfizieren.

Die Aktion führte zu einem morgendlichen Verkehrschaos

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