Fußball

Kicker in Bruchköbeler Stadtteilen bringen ihre Vereinsheime auf Vordermann

Im Herbst soll der Kunstrasenplatz fertig sein: Derzeit finden auf dem Spielfeld noch größere Erdbewegungen statt.
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Im Herbst soll der Kunstrasenplatz fertig sein: Derzeit finden auf dem Spielfeld noch größere Erdbewegungen statt.

Auf dem Platz hat der Ball lange Zeit geruht. Dennoch waren die Fußballer in den Bruchköbeler Stadtteilen während der Corona-Zwangspause alles andere als untätig. Sie haben die Zeit dafür genutzt, ihre Vereinsheime und Umkleidekabinen wieder auf Vordermann zu bringen.

Bruchköbel – Sowohl bei der SpVgg Roßdorf als auch beim TSV Niederissigheim und der Eintracht Oberissigheim haben die Mitglieder in den vergangenen Wochen nach Feierabend kräftig saniert und renoviert. Ortstermin auf dem Sportgelände in Niederissigheim, das sich der TSV sowie die Eintracht bekanntlich teilen: Schwere Bagger stehen auf dem umgepflügten Hauptplatz, der bis Herbst zu einem Kunstrasenplatz hergerichtet werden soll. Dort können dann alle Stadtteilclubs auch in den Wintermonaten spielen. Bis zur Eröffnung des Platzes sollen auch die Container, in denen die Fußballer ihre Bälle und andere Utensilien lagern, an eine andere Stelle verlagert werden. Die Fundamente für den neuen Platz sind bereits gelegt worden.

Freut sich über eine frisch gestrichene Fassade: Eintracht-Hauptkassierer Klaus Stephan.

Der Trakt, der der Eintracht Oberissigheim gehört, leuchtet in frischem Gelb, den Vereinsfarben des Clubs. „Die Altherren, aber auch die Seniorenmannschaften waren in den vergangenen Wochen sehr felißig“, lobt Hauptkassierer Klaus Stephan: Das Vereinsheim und auch die Umkleidekabinen seien auf Vordermann gebracht worden, berichtet er. Einige Tausend Euro wurden dafür von privaten Geldgebern gespendet.

Arbeiten bei TSV Niederissgheim (Bruchköbel) sind noch voll im Gange

Bei den Nachbarn des TSV Niederissigheim sind die Arbeiten noch voll im Gange. Die Decken wurden erneuert. Im Umkleidebereich gibt es einen neuen Fußboden und in den Nasszellen neue Duschköpfe. Alles in Eigenleistung, berichten Andreas Vogler und Armin Reidel. Interessant am Rande: In beiden Clubs sind die Altherren und die Vorstände vorangegangen, da haben sich dann auch die Seniorenmannschaften nicht lumpen lassen und fleißig mitgeholfen.

Feinabstimmung: Phil Laupus (links) und Armin Reidel (rechts) besprechen mit Künstler Michel Stelzner das Wandbild im Vereinsheim des TSV Niederissigheim.

Auch der TSV hat einen Batzen Geld verbaut, den die Fußballer selbst, aber auch Sponsoren gespendet haben. Wenn der lang ersehnte Kunstrasenplatz fertig ist, soll das Vereinsgelände schließlich in einem vorzeigbaren Zustand sein. Das Herzstück wird das neue Vereinsheim sein. Dort hat man unter anderem ein neues Getränkelager geschaffen. Beim Besuch unserer Zeitung besprechen Armin Reidel und Phil Laupus gerade mit Michel Stelzner das neue Wandgemälde, das der Roßdorfer Graffiti-Künstler auf der Wand gegenüber der Theke aufbringen wird. „Es ist unglaublich, wie viel Engagement die Mitglieder hier einbringen“, sagt Andreas Vogler.

Sylvia Braun (FDP), Bürgermeisterin von Bruchköbel, lobt das Engagement der Fußballer

Der gleichen Ansicht ist auch Bürgermeisterin Sylvia Braun, die den Einsatz der Fußballer geradezu vorbildlich findet. Unterstützung kann sie als Verwaltungschefin derzeit aufgrund der coronabedingt leeren städtischen Kassen jedoch nur moralisch leisten. Dies hat sie jetzt auch den Roßdorfer Fußballern erklärt, die ebenfalls sehr fleißig waren. „Ich bin begeistert von der Kreativität und dem Ideenreichtum der Akteure. Die durch Corona bedingte spielfreie Zeit wurde von diesen Vereinen super genutzt und dass durch den Spendenaufruf die Materialkosten gedeckt werden konnten, ist ein Zeichen für ein gutes Miteinander. Mit einem kleinen finanziellen Beitrag von vielen Unterstützern und großer Eigeniniative des jeweiligen Vereins wurde eine deutliche Verbesserung der Situation in den Kabinen erreicht. Mein Dank dafür gilt allen, die sich daran beteiligt haben.“ so Braun.

Bürgermeisterin Sylvia Braun beim Ortstermin in Roßdorf: Finanziell kann die Stadt derzeit nicht helfen.

In Roßdorf wurden Umkleidetrakt und Gastwirtschaft renoviert, ab September soll die Kneipe voraussichtlich auch wieder geöffnet sein, so Jochen Lassmann, der Vorsitzende der Spielvereinigung.

Bruchköbel: Club will 60 000 Euro in neue Abstellräume investieren

Die Baracken, in denen die Fußballer ihre Bälle sowie Trainingsgeräte lagern, sollen weichen. „Das ist alles in einem unappetitlichen Zustand, da sind sogar Mäuse drin“, so Lassmann. Rund 60 000 Euro will der Club in neue Abstellräume investieren. Und so lange die Schuppen noch nicht stehen, soll ein Container aufgestellt werden. Von der großen Lösung, die eine Vergrößerung der Terrasse für die Vereinsgaststätte vorsah, habe man sich verabschiedet. Nach einer Architektenkalkulation hätten wir dafür rund 350 000 Euro aufbringen müssen. „Das ist eine Nummer zu groß für uns“, sagt Lassmann. (Von Holger Weber-Stoppacher)

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