Ersatzpflanzung am Krebsbach

Bruchköbeler Bürger setzen 20 Jungerlen

+
Mit vereinten Kräften in der Erde befestigt:  Im Naturschutzgebiet Krebsbachaue sind am Wochenende 20 Erlen gepflanzt worden.

In der Krebsbachau hatten sich am Samstagmittag rund zwei Dutzend Bruchköbeler Bürger eingefunden, um tatkräftig eine große Pflanzaktion entlang des Weges zwischen Nieder- und Oberissigheim über die Bühne zu bringen. 

„Applaus, Applaus!“ So hätte man am Samstagmittag das laute Geklapper der beiden Störche deuten können, die von ihrem hochgelegenen Nest aus ein recht reges Treiben in der Krebs- bachaue beobachteten. 

Bürgermeister Günter  Maibach hilft mit, 20 junge Erlenbäume zu pflanzen

Sowohl der scheidende Bürgermeister Günter Maibach und seine designierte Nachfolgerin Silvia Braun als auch die Erste Stadträtin Ingrid Cammerzell und mehrere Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung waren mit dabei, um 20 junge Erlenbäume in die Senkrechte zu bringen. 

„Es ist ein Teil der Ersatzpflanzungen für die Bäume, die in der Neuen Mitte leider dem Rathaus-Neubau weichen mussten“, sagte Maibach in seiner Begrüßung und wies darauf hin, dass das restliche Kontingent von 20 weiteren Erlen auf der gegenüberliegenden Wegseite gesetzt werden soll, wenn das aktuelle Hochwasser des Krebsbachs zurückgegangen ist.

Krebsbachaue ist ideal für die Erlen

„Die Bäume werden auf dem Gebiet der Stadt gepflanzt; mit dieser Regelung sind wir und auch die benachbarten Landwirte allesamt zufrieden.“ Rebekka Lederer als Umweltbeauftragte der Stadt Bruchköbel ergänzte die Worte des Rathauschefs dahin- gehend, dass für die Erlen das Feuchtgebiet der Krebsbachaue geradezu ideal sei, um dort gut anwachsen zu können. 

Die Baumart kommt sehr gut mit viel Wasser zurecht; am deutlichsten zeige sich dies in Venedig, wo die Lagunenstadt sowohl auf Eichen- als auch auf Erlenpfählen gebaut ist. Allerdings müsse man den angepflanzten jungen Bäumchen beim Anwachsen sowohl festen Halt im Aufwärtsstreben als auch Verbiss-Schutz am unteren Ende des Stammes geben. 

Die Biber, die in der Aue zu Hause sind, wären kein Problem für die Erlen, da die Bitterstoffe der Rinde den großen Nagern nicht behagen. Das direkte Gegenteil wäre bei den Insekten zu beobachten. Rund 150 verschiedene Arten würden sich speziell im Bereich der Erlen wohlfühlen. 

Einsetzten der Erlen mit Spaten, Leiter und schweren Holzhämmern

Mit Spaten, Leiter und schweren Holzhämmern wurden die zuvor schon vom Bauhof eingesetzten Jungbäume himmelwärts arretiert. Da die sechs- bis achtjährigen und gut zweieinhalb Meter hohen Erlen mit meterdicken, schweren Erdballen angeliefert worden waren, hatten Mitarbeiter des Bauhofs schon in den Vortagen die erforderlichen Löcher gegraben und die Bäumchen eingesetzt.

Nun war es Sache der zahlreichen freiwilligen Helfer, zwei dicke Holzpfosten rechts und links der Erlen in den glücklicherweise aufgeweichten Boden zu schlagen und anschließend die noch dünnen Stämme mit Kokosfaser-Seilen fest zu binden. 

„Diese Bindung muss alle Jahre erneuert werden, damit der dicker werdende Stamm keine Druckschäden bekommt“, erklärte ein Mitarbeiter des siebenköpfigen Bauhof-Teams. Zudem hielten die Bauhofleute – in weiser Voraussicht – mehrere Wannen mit Wasser und Bürsten bereit, damit die Helfer am Ende der Arbeit ihre ziemlich verklumpten Schuhe säubern konnten. 

Auf der Leiter zu stehen und den schweren Holzhammer zielgenau auf den Kopf des Pfostens sausen zu lassen, war für den einen oder anderen schon ungewohnt und sorgte wohl auch für etwas Muskelkater in den nächsten Tagen. 

Planung von 20 weiteren Jungerlen

Trotzdem gingen die Arbeiten so zügig voran, dass die um 11 Uhr begonnene Aktion schon nach gut zwei Stunden beendet war; auch wenn manch einer – in Ermangelung der angesagten Gummistiefel – nicht ganz trockenen Fußes nach Hause kam. 

Das aktuelle Hochwasser des Krebsbaches ist zwar ein Segen für den immer noch recht trockenen Boden. Die Pflanzung der restlichen zwanzig Jungerlen kann aber erst geschehen, wenn das Wasser wieder abgelaufen ist. 

„Wir rechnen damit, dass die gepflanzten Jungbäume in etwa 20 Jahren groß genug sind, um Spaziergängern oder Radlern bei ihren Ausflügen genügend Schatten zu spenden“, freuten sich sowohl Bürgermeister Günter Maibach als auch seine Umweltbeauftragte Rebekka Lederer.

Quelle: Hanauer Anzeiger

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare