An der Haingartenschule steht seit Kurzem ein schwarzer Kubus auf dem Schulhof

Container sollen Platznot lindern

Auf dem Pausenhof vor dem alten Schulhaus steht seit den Ferien eine Containeranlage für zwei Klassen an der Hainhartenschule. Wegen der Raumnot und als Ausweichräume, wenn bald neue Bauten entstehen.
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Auf dem Pausenhof vor dem alten Schulhaus steht seit den Ferien eine Containeranlage für zwei Klassen an der Hainhartenschule. Wegen der Raumnot und als Ausweichräume, wenn bald neue Bauten entstehen.

Seit den Ferien beherrschen die schwarzen Container den Pausenhof der Haingartenschule an der Hainstraße. Sie stehen zweistöckig zwischen dem alten Schulhaus, wo der Betreuungsverein Orkalanda untergebracht ist, und dem Flachbau, in dem die Honigbienchen Räume für die Nachmittagsbetreuung belegen.

Bruchköbel – Es handelt sich um eine sogenannte zweiklassige Containeranlage, informiert die Pressestelle des Main-Kinzig-Kreises auf Nachfrage. Die Aufstellung wurde nötig, weil Räume fehlen, so Schulleiter Matthias Doebel. Und das nicht nur an der Grundschule mit ihren aktuell 387 Schülerinnen und Schülern, sondern auch an der benachbarten Frida-Kahlo-Förderschule und den Betreuungsvereinen auf dem Schulgelände.

Auch an Frida-Kahlo-Schule herrscht Raumnot

Die Frida-Kahlo-Schule hat in diesem Schuljahr zwar mit 161 Schülern weniger als im Vorjahr – da waren es noch 174. Aber trotzdem fehlt es auch an Räumen, so Schulleiterin Monika Lake. Dort mussten schon der Musikraum und ein Multifunktionsraum zu Klassenräumen umfunktioniert werden. „Es ist schon eng hier“, so Lake, die für das kommende Schuljahr nochmals eine Verschärfung der Situation erwartet.

Die Haingartenschule hat darum auch in diesem Schuljahr wieder zwei Räume der Frida-Kahlo-Schule zur Verfügung gestellt, berichtet Doebel. Aber: „Unsere Raumsituation ist ausgereizt.“ Die Container sollen Abhilfe schaffen. Außerdem seien die schwarzen Metallbauten auch im Hinblick auf den Ganztag aufgestellt worden.

Denn mittelfristig wolle die Haingartenschule Ganztagsschule werden. Dazu soll in einem ersten Bauabschnitt eine Mensa gebaut werden. Im zweiten Bauabschnitt soll der Flachbau, in dem aktuell die Verwaltung und die Schulaula untergebracht sind, erneuert werden. „Dann brauchen wir auch Ausweichräume.“

Containeranlage kostet 250.000 Euro

Der Main-Kinzig-Kreis als Träger der Schule ist für die Neu- oder Umbauten federführend verantwortlich. Wie lange die Container auf dem Schulgelände stehen werden, stehe noch nicht fest, heißt es vom Kreis auf eine HA-Anfrage. Aktuell würden Gespräche mit der Schulleitung über den weiteren Aus- und Erweiterungsbau der Gebäudeinfrastruktur stattfinden. Die Kosten für die Containeranlage liegen laut Kreis bei 250 000 Euro. Wie lange die Container bleiben sollen, ist noch unklar.

Auch Corona hat zur Raumknappheit beigetragen. Wenn beispielsweise Betreuungsgruppen oder Lerngruppen nicht durchmischt werden können oder weniger Kinder wegen der Abstandsregelungen mehr Platz bräuchten.

In direkter Nachbarschaft zu den beiden Schulen befindet sich auch die Kita Südwind. Dort sind aktuell 52 Kita- und 42 Hortplätze belegt, so Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP). Die Stadt zeigt sich in der Belegung dieser Plätze flexibel: „Je nach Bedarf wandeln wir Kitaplätze in Hortplätze um – oder umgekehrt.“ Der Standort der Kita Südwind sei ideal für Schulkinderbetreuung. Vor 50 Jahren, als die Kindertagesstätte gegründet wurde, sei noch ausschließlich die Kindergartenkinder-Betreuung im Fokus gewesen, so Braun weiter. Die zentrale Lage der Kita Südwind sei zudem früher ideal für einen Kindergarten gewesen.

Ganztagsschule geplant

Heute sind die meisten Mütter berufstätig und auf eine Betreuung auch der Grundschulkinder am Nachmittag angewiesen. Diesem Bedarf soll nun mit der Ganztagsschule abgeholfen werden. Aktuell betreut das Orkalanda 50 Hortkinder und ist damit voll ausgelastet. Die Honigbienchen haben aktuell 44 Plätze und könnten dank der neuen Räume in den Containern auf 70 aufstocken. Weitere Hortplätze in der Ortsmitte stehen in den Kitas Sonnenwiese (13) und Zauberweide (14) zur Verfügung. Die Brückenschule in Roßdorf bietet in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (ZKJF), einer Einrichtung des Kreises, insgesamt 120 Hortplätze an, wovon aktuell 106 belegt seien.

Denkbar wäre ein großes Schul-Campus-Gelände aus Frida-Kahlo- sowie Haingartenschule sowie dem jetzigen Kita-Gelände mit Fokus auf Schulkindern. Dann würden auch die Container nicht mehr gebraucht werden, denn dann wäre genug Platz für alle Schulkinder da.

(Von Monica Bielesch)

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