Pandemie

Corona-Skeptiker sorgen für böse Überraschung

Böse Überraschung am Morgen: Andreas Grünbaum, Betreiber der Easy-Apotheke in Bruchköbel, gestern Morgen vor dem Banner an seinem Testzentrum, das nächste Woche eröffnet wird.
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Böse Überraschung am Morgen: Andreas Grünebaum, Betreiber der Easy-Apotheke in Bruchköbel, gestern Morgen vor dem Banner an seinem Testzentrum, das nächste Woche eröffnet wird.

„Fake Pandemie“ und „Stoppt den Corona-Wahnsinn“ - in Bruchköbel haben Corona-Skeptiker ihre Spuren hinterlassen. Ein Apotheker hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Bruchköbel – „Fake Pandemie“ und „Stoppt den Corona-Wahnsinn.“ Derlei Parolen fanden sich am Montagmorgen im Bruchköbeler Stadtbild auf vielen Wänden wieder.

Bis gestern Nachmittag wurden der Stadt Bruchköbel mindestens fünf Tatorte genannt, unter anderem die gerade erst frisch gestaltete Betonwand am Viadukt, ein Banner des gerade im Aufbau befindlichen Corona-Testzentrums an der Easy-Apotheke an der Keltenstraße sowie ein gegenüberliegendes Gebäude. Und auch an der Haingarten-Schule sowie an der Heinrich-Böll-Schule schlugen der oder die Täter zu.

Bruchköbel: Apotheker im Netz von Corona-Skeptikern angefeindet

Besonders groß war der Ärger gestern bei Andreas Grünebaum, dem Besitzer der Easy-Apotheke, der gerade dabei ist, ein Corona-Schnelltestzentrum einzurichten. Dort besprühten die Unbekannten das Banner vor der Apotheke. Grünebaum war bereits zuvor im Internet angefeindet worden, als er über Facebook versucht hatte, Mitarbeiter für das Testzentrum zu finden.

Grünebaum hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Der Vorwurf lautet auf Sachbeschädigung. Die Stadt Bruchköbel tat gestern das Gleiche. „Ich finde es sehr bedauerlich, dass man diese Möglichkeit zur politischen Äußerungen nutzt. Wo es doch genug andere Möglichkeiten der Meinungsäußerung gibt, eine Kombination mit Sachbeschädigung ist doch nicht notwendig. Was mich aber richtig wütend macht, ist die Tatsache, dass man auch vor dem neuen Kunstwerk am Viadukt nicht halt gemacht hat“, schrieb Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun auf ihrer Facebookseite. Glück im Unglück: Das zweite Graffito am Viadukt, auf dem die Stadtteile dargestellt werden, war noch nicht fertiggestellt. Bereits gestern Nachmittag behob Graffiti-Künstler Michael Stelzner die Schäden.

„Bruchköbel steht auf“ distanziert sich

An einigen Tatorten waren die Botschaften mit den Worten „Bruchköbel steht auf“ unterzeichnet. So nennt sich eine Bürgerinitiative, die sich Anfang des Jahres in der Stadt gebildet hatte, und die Corona-Politik der Bundesregierung kritisiert. Die Initiative war bereits Ausrichter zweier Kundgebungen im Stadtgebiet, zu denen sich auch Bürgermeisterin Braun in einem Interview geäußert hatte. Deren Sprecher und Mitinitiator Oliver Gust distanzierte sich gestern von den Taten. „Wir missbilligen solche Aktionen und distanzieren uns von den Verursachern. Wir halten dies für eine Frechheit“, sagte Gust.

Corona-Parolen: Auch Kindertagesstätten in Bruchköbel verunstaltet

Es ist nicht das erste Mal, dass in Bruchköbel Corona-Parolen an öffentliche und private Gebäude gesprüht worden sind. Bereits vor einigen Wochen hatten Unbekannte die Fassaden von Kindertagesstätten in der Stadt als Fläche für ihre Botschaften missbraucht. „Der Schriftzug war zumindest ähnlich“, so Sylvia Braun. Hinweise auf die Täter nehme die Polizei entgegen. (Holger Weber)

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