1. Startseite
  2. Region
  3. Main-Kinzig-Kreis
  4. Bruchköbel

Spitzennoten für Bruchköbeler Metzgernachwuchs

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Holger Weber-Stoppacher

Kommentare

Im Verkaufsraum des Stammsitzes an der Bruchköbeler Hauptstraße: Annalena und Tim Müller. Das Geschwisterpaar bildet bereits die vierte Generation in dem Familienunternehmen.
Im Verkaufsraum des Stammsitzes an der Bruchköbeler Hauptstraße: Annalena und Tim Müller. Das Geschwisterpaar bildet bereits die vierte Generation in dem Familienunternehmen. © Holger Weber

Bruchköbel – In der Metzgerei Müller in Bruchköbel gibt es in diesem Jahr gleich einen doppelten Grund, die Sektkorken knallen zu lassen. Sohn Tim hat die Meisterprüfung bestanden und Tochter Annalena die Ausbildung zur Fleischereifachverkäuferin beendet. Nicht nur das: Beide haben in ihren Abschlussprüfungen eine Eins vor dem Komma stehen, Annalena wurde von der Kreishandwerkerschaft als Innungsbeste ausgezeichnet.

Ihre 92 Punkte wurden also auch von keinem Lehrling eines anderen Gewerks erreicht.

Für die Obermeisterin in der Fleischerinnung der Kreishandwerkerschaft Hanau, Daniela Roß, ist der doppelte Einser etwas ganz Besonderes. Denn: Nachwuchs im Fleischer-Handwerk ist rar. Und guter Nachwuchs sei noch seltener, sagt sie. Deshalb könne sich Firmenchef Michael Müller, zugleich ihr Stellvertreter in Innung, wirklich glücklich schätzen. Tim Müller hat im Übrigen bei Daniela Roß in der Rodenbacher Metzgerei Schaaf seine Lehre gemacht – worauf sie angesichts seiner Abschlussnote auch ein wenig stolz sei, fügt die Obermeisterin hinzu.

Oma Gertrude hat Einsatz gefordert

Dass jemand einen Beruf von der Pike auf erlernt, ist eine gerne verwendete Floskel. Im Fall von Annalena und Tim trifft sie es aber auf den Punkt. Schon im Kindesalter hat das Geschwisterpaar in der Metzgerei der Familie ausgeholfen. Dafür habe schon Oma Gertude gesorgt, berichtet das Geschwisterpaar schmunzelnd. Zwar habe die Großmutter, die inzwischen leider verstorben ist, sie stets großzügig mit Taschengeld versorgt, dafür aber auch Einsatz im Betrieb gefordert. Und den leisten die beiden auch heute noch weit mehr als acht Stunden am Tag und an sechs Tagen in der Woche. „Wir haben uns jetzt vorgenommen, wenigstens sonntags wirklich freizumachen“, sagt Tim. Dennoch: Diesen Beruf müsse man leben und lieben. „Wir sind froh, dass das unsere Mitarbeiter genauso sehen wie wir“, so der 25-Jährige.

Die Metzgerei beschäftigt heutzutage 14 Mitarbeiter, neben dem Stammsitz an der Hauptstraße gibt es noch eine Filiale an der Waldseestraße. Und bis vor einigen Jahren verkaufte die Familie ihre Produkte zudem in einer Niederlassung an der Schießstraße in Roßdorf. „Die mussten wir allerdings schließen, weil wir kein Personal mehr hatten, um sie weiterzuführen“, erzählt Annalena. Sie selbst steht meistens in der Filiale an der Waldseestraße hinter der Verkaufstheke.

Fleisch kommt aus der Region

Bei den Müllers kommt das Fleisch aus der Region. Und fast alle Produkte werden noch selbst hergestellt. Besonders beliebt seien die Salate, sagt Tim. Gekauft werden die Produkte vor allem von einem großen Stammpublikum, ergänzt die 21-jährige Annalena, die es wissen muss, schließlich steht sie ja tagtäglich in der ersten Reihe. Dass die Menschen weniger Fleisch essen, macht den Geschwistern keine Sorgen. Im Gegenteil: „Das kommt uns eher zugute, weil die Kunden gleichzeitig qualitätsbewusster seien und die Produkte aus der Auslage eines Fachgeschäfts der Truhe im Discounter vorzögen, glaubt der Juniorchef. Vom Stadthaus, das gerade gegenüber dem Geschäft fertiggestellt wird, versprechen sich die Müllers, die auch einen Partyservice im Angebot haben, neue Impulse. Denn das Catering bei Veranstaltungen im Saal des Stadthauses wird kein Monopol des Gastronomiebetreibers sein. „Für uns ist das eine gute Chance“, meint Tim. (Von Holger Weber)

Auch interessant

Kommentare