Übung macht den Meister

Evonik-Kinderuni: In der Kita Zauberweide angeln die kleinen Forscher Eiswürfel

Bevor es losgeht, wird sich das Experiment noch mal genau angeschaut.
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Bevor es losgeht, wird sich das Experiment noch mal genau angeschaut.

Zwei Wochen lang lag jeden Morgen der HANAUER ANZEIGER druckfrisch im Briefkasten der Kita Zauberweide. Fein säuberlich wurde die Seite der Evonik-Kinderuni von Erzieherin Karin Güntner-King ausgeschnitten, auf Tonpapier geklebt und mit in die Entdeckerzone genommen. Rein aus Spaß macht die Kindergartengruppe die Experimente in diesem Jahr aber nicht.

Klappt doch: Der erste Eiswürfel ist geangelt.

Bruchköbel – „Die letzten Jahre haben wir die Versuche der Kinderuni gesammelt und als Anregung für die Gestaltung des Kindergartenalltags genommen, in diesem Jahr nun nehmen wir offiziell teil“, sagt die Erzieherin lachend.

Direkt nach dem Morgenkreis können sich die Kinder entscheiden, ob sie bei dem Experiment mitmachen möchten. Dann beginnt der Aufbau, Tische und Stühle werden gerückt und die nötigen Materialien besorgt. „Wir sind recht gut bestückt, so hatten wir bisher auch alles vorrätig. Meist sind es Alltagssachen, die für die Experimente gebraucht werden und im Notfall auch kurzfristig noch besorgt werden können“, berichtet Senita Suljkovic, die Leiterin der Zauberweide. Sie war auch sofort einverstanden, als ihre Kollegin Güntner-King ihr Interesse bekundete, an dem Wettbewerb teilzunehmen, denn Suljkovic hatte bereits vor einigen Jahren mit der Kita Wirbelwind den dritten Platz belegt.

Gute Vorbereitung ist wichtig

Inzwischen haben sich zehn kleine Forscher im Alter zwischen drei und sechs Jahren um den Tisch versammelt und warten gespannt darauf, dass es anfängt. Eine Kita-Mitarbeiterin hat noch schnell auf dem Weg zur Arbeit eine Packung Eiswürfel besorgt, denn die werden an dem Tag benötigt. „Wir haben uns das Experiment heute morgen ja schon angeschaut, heute angeln wir Eiswürfel“, beginnt Güntner-King. „Schaut mal, es stehen sechs Gläser auf dem Tisch, wie viele Angeln brauchen wir dann?“, fragt die Erzieherin in die Runde und schult so auch gleich nebenbei das Mengenverständnis der Kinder. Die Antwort ist schnell gefunden und während die fleißigen kleine Hände die sechs Stifte, die als Angelrute dienen werden, verteilen, schneidet Güntner-King die Wollfäden zu Angelschnüren zurecht. Warmes Wasser wird in einer großen Kanne aus der Küche geholt und dann werden die Fäden an die Stifte geknotet. Anschließend darf das Wasser in die Gläser gegossen werden.

Bevor das eigentliche Experiment startet, erklärt die Erzieherin noch einmal Schritt für Schritt, was nun gemacht werden muss. Die kalten Eiswürfel plumpsen in die Gläser, nachdem sie vorher in den Händen erkundet worden waren. Nun ist Geduld und Geschick gefragt. Ruhig muss die Angelschnur auf dem Eiswürfel aufliegen, während Güntner-King mit einem kleinen Salzstreuer das Salz verteilt. „Nun alle bis 15 zählen“, gibt sie die Anweisung. Erik ist mittlerweile schon bei der 30 angekommen. „Das müsste jetzt reichen“, sagt die Erzieherin schmunzelnd.

Olivia gießt zunächst das warme Wasser in das Glas.
Dann kommt das Salz auf Schnur und Eiswürfel.

Doch wie auch im Forschungslabor klappen nicht alle Experimente gleich auf Anhieb. Die meisten Eiswürfel lassen sich nicht angeln. „Das funktioniert nicht richtig, Wie wird es für die Angel einfacher?“, fragt die Erzieherin. „Einen Haken dran machen“, kommt als Antwort. Doch das wäre gegen die Vorgaben. „Weniger Eiswürfel ins Glas!“ Mit dem Vorschlag ist Güntner-King einverstanden. Während die Gläser neu mit einem kleineren Eiswürfel bestückt werden, sollen die Kinder erklären, was das Salz auf dem Eis macht. „Das ist wie das Eis und verschmilzt.“ Das erklärt die Erzieherin dann doch noch mal genauer.

Der zweite Versuch klappt auf Anhieb

Dann geht es in die zweite Versuchsrunde und die klappt diesmal auf Anhieb. Der Reihe nach präsentieren die Kinder freudestrahlend ihre geangelten Eiswürfel.

Ob es zum Lieblingsexperiment gekürt wird, darüber waren sich die kleinen Forscher noch nicht sicher. „Wir haben eine Kerze mit Sauerstoff gefüttert“, „das Händewaschen war toll“, „das erste Experiment mit dem Salz und dem Sand“, listen die Kinder ihre Favoriten auf.

Erzieherin Karin Güntner-King fiebert mit den Kindern förmlich mit und bejubelt das gelungene Experiment.

„Wir haben einfach Spaß“, fasst Güntner-King zusammen. Damit die Eltern auch – trotz Hygienemaßnahmen in der Pandemie – erfahren, was ihre Kinder gemacht haben, wird das Experiment jeden Tag an die Hol- und Bringtür der Gruppe gehängt. „Die Eltern haben durchweg die Rückmeldung gegeben, dass ihre Kinder von den Experimenten begeistert sind“, berichtet Güntner-King weiter. Manche würden die Versuche auch noch einmal zu Hause nachmachen. Generell seien alle vorgestellten Experimente sehr gelungen, zieht die Erzieherin ein Fazit.

Wie die Entdeckerzone ihre schönsten Versuche der Fach-Jury präsentieren wird, steht auch schon fest, wird aber an dieser Stelle noch nicht verraten, denn der Abgabetermin ist erst am Freitag, 12. November. Bis dahin wird wahrscheinlich auch der Forscherraum in der Kita Zauberweide fertiggestellt sein, in dem weiter experimentiert werden kann.

Auch der Jüngste in der Forscherrunde, kann sich nun Eiswürfelangler nennen.
Die Freude ist der fünfjährigen Fiona förmlich ins Gesicht geschrieben.

Der Wettbewerb

Zwei Wochen lang, vom 20. September bis 2. Oktober, wurde im HA jeden Tag ein altersgerecht erklärtes Experiment präsentiert. Die angemeldeten Teilnehmer aus Kindergärten und Grundschulen haben die Aufgabe, die schönsten Experimente kreativ zu dokumentieren und bis Freitag, 12. November, an den HANAUER ANZEIGER zu schicken oder dort am Empfang abzugeben. Eine Experten-Jury wählt Ende November die Sieger aus. Zu gewinnen gibt es Geldpreise im Gesamtwert von 5000 Euro, drei Experimentiervormittage mit den „Young-Spirit-Paten“ von Evonik und zwei Gruppenbesuche im Wildpark Alte Fasanerie in Hanau. (Von Patricia Reich)

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