Projekt an der Heinrich-Böll-Schule wird fortgesetzt

Hilfe für Schüler in Bruchköbel bei der Jobsuche

Zufriedene Gesichter an der Böll: Wolfgang Scherer (Pro Region/hinten von links), Margarete Petersein, Dekan Dr. Martin Lückhoff, Wolfgang Haas (Pro Region), Sabine Steinmeyer (pädagogische Leiterin HBS), Sabine Siegmund (Arbeitsagentur), Martin Bornhardt (Mitte/Stufenleitung) sowie vorne Melanie Thönißen mit den ehemaligen Schülern Rahmat Seyedzadeh (links) und Fabrice Sprenger.
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Zufriedene Gesichter an der Böll: Wolfgang Scherer (Pro Region/hinten von links), Margarete Petersein, Dekan Dr. Martin Lückhoff, Wolfgang Haas (Pro Region), Sabine Steinmeyer (pädagogische Leiterin HBS), Sabine Siegmund (Arbeitsagentur), Martin Bornhardt (Mitte/Stufenleitung) sowie vorne Melanie Thönißen mit den ehemaligen Schülern Rahmat Seyedzadeh (links) und Fabrice Sprenger.

Bruchköbel – Rahmat Seyedzadeh ist erst vor sechs Jahren nach Deutschland gekommen. Und eigentlich, so erklärt er an diesem Morgen in einem Klassenraum an der Heinrich-Böll-Schule in fehlerfreiem Deutsch, habe er ja Kfz-Mechatroniker werden wollen. So wie sein Vater. Jetzt aber macht er eine Ausbildung als Industriemechaniker bei einem Unternehmen in Frankfurt.

Unter anderem auch deshalb, weil ihm Frau Thönißen dazu geraten habe, sagt der ehemalige Böll-Schüler, während er lächelnd zu der Sozial-Pädagogin hinüber schaut.

In vielen Gesprächen haben Rahmat Seyedzadeh und Melanie Thönißen die Neigungen und Fähigkeiten des jungen Mannes identifiziert. Thönißen hat ihm dabei geholfen, Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen. Sie hat ihm einige Tipps für das Bewerbungsgespräch gegeben und nicht zuletzt in ihr Netzwerk hineingehört, wo denn ein junger tatkräftiger Mann mit Seyedzadehs Fähigkeiten gebraucht werden könnte. „Ich bin froh, dass Frau Thönißen immer für mich da war“, sagt er. Und bei seinen Worten hört man durchaus Dankbarkeit heraus.

Projekt läuft schon seit zehn Jahren

Der Werdegang des jungen Mannes ist eine der Erfolgsgeschichten, die in den vergangenen zehn Jahren an der Heinrich-Böll-Schule geschrieben worden sind. So lange gibt es bereits die Projektstelle „Abenteuer Beruf“ in Trägerschaft von Pilot, der evangelischen Jugendberufshilfe Hanau. Deren Leiterin Margarete Petersein sowie der Dekan des Kirchenkreises Hanau, Dekan Dr. Martin Lückhoff, haben nun allen Grund zur Freude: Denn die Stiftung Pro Region, neben der Agentur für Arbeit in Hanau der wichtigste Geldgeber, hat jetzt eine weitere Unterstützung zugesagt: Mit 35 000 Euro wird die Flughafen-Stiftung das Projekt weiter unterstützen. Damit ist die Finanzierung von „Abenteuer Beruf“ zumindest für die Jahre 2022 bis 2024 gesichert. Und als Beleg für ihr Engagement brachten Pro-Region-Geschäftsführer Wolfgang Haas sowie Vorstandsmitglied Wolfgang Scherer einen Scheck mit zum Gespräch in der Böll-Schule. Pro Region, das einst mit einem Stiftungskapital von 7,6 Millionen Euro, vom Flughafenbetreiber Fraport gegründet worden war, schüttet jährlich bis zu 450 000 Euro für die Förderung von Ausbildungsplätzen in der Rhein-Main-Region aus. „Dazu brauchen wir professionelle Partner. Pilot sei dabei ein echter Premium-Partner“, lobte Geschäftsführer Haas die Arbeit der evangelischen Fachstelle.

„Für uns als Kirche ist es ein wichtiges Anliegen, dass junge Menschen unabhängig von ihrer Biografie ihre Zukunft selbst gestalten können.“ Und dabei spiele die Berufswahl eine wesentliche Rolle, unterstrich Dekan Lückhoff die Motivation der evangelischen Kirche.

Schüler vertrauen Melanie Thönißen

Durch die Finanzierungszusage von Pro Region kann Melanie Thönißen ihre Arbeit an der Schule fortsetzen. Das freut auch Sabine Siegmund von der Arbeitsagentur: „Man merkt, dass die Schüler an der Böll-Schule professionell betreut werden. Sie kennen und vertrauen Melanie Thönißen.“

Die Sozialpädagogin ist für alle Schüler der integrierten Gesamtschule Ansprechpartnerin, wenn es sich um Belange der beruflichen Ausbildung handelt. Richtig präsent ist sie bei den Kindern jedoch erst ab der siebten Klasse, wenn es beispielsweise um die Vermittlung von Praktika geht.

Ein wesentlicher Arbeitsansatz im Modellprojekt sei die Vernetzung der Angebote der Berufsberatung, des regionalen Arbeitsmarktes sowie der kontinuierliche Aufbau von Betriebskontakten, erläuterte Margarete Petersein das Konzept

Betriebsbesichtigungen und Berufeparcours

Thönißen organisiert unter anderem Betriebsbesichtigungen, richtet an der Schule Veranstaltungen wie den Tag der Unternehmen oder den Berufeparcours aus. Dabei handelt es sich um Informationsveranstaltungen, die sich sowohl bei Schülern als auch bei Eltern großer Beliebtheit erfreuen. Auch während der Pandemie, in der Berufsmessen nicht möglich waren, setzte Thönißen ihre Vermittlungs- und Bildungsarbeit unverändert fort. „Wir sind glücklich, dass wir unseren Schülern ein solches Angebot machen können“, zeigt sich auch Schulleiter Ernst Münz froh über die Fortsetzung des Modellprojekts.(Holger Weber)

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