Ende des Monats wird am Inneren Ring das Gerüst abgebaut

Bald freie Sicht auf Stadthaus-Fassade in Bruchköbel

Bald gerüstfrei: Die Seite hin zum Inneren Ring wird bald freigelegt. Der letzte von ursprünglich vier Kränen soll auch zum Monatsende abgebaut werden.
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Bald gerüstfrei: Die Seite hin zum Inneren Ring wird bald freigelegt. Der letzte von ursprünglich vier Kränen soll auch zum Monatsende abgebaut werden.

Schön oder nicht schön? Der Umgebung angepasst oder ein Fremdkörper? Die Fassade war das Thema, das die Bruchköbeler in den vergangenen Wochen im Zusammenhang mit ihrem neuem Stadthaus am meisten beschäftigt hat.

Bruchköbel – Diesen Eindruck teilt auch Jörg Diemer, der städtische Projektleiter für das Stadthaus. Mittlerweile, nachdem ein großer Teil der Klinkerfläche bereits ausgefugt worden ist, hätten viele, die anfänglich die Außengestaltung des Gebäudes eher kritisch beäugt hätten, ihre Meinung geändert.

Und in der Tat: Durch die hellen Fugen wirkt die Fläche insgesamt heller und freundlicher als zuvor. Gegen Ende dieses Monats wird man einen besseren Überblick bekommen, berichtet Diemer. Dann nämlich soll an der Seite zum Inneren Ring das Gerüst und auch der letzte noch verbliebene Kran abgebaut werden. Abgesehen von den Klimageräten, die mit einem Autokran aufs Dach gehoben werden sollen, ist dann alles, was schwer ist, bereits verbaut. Anwohner und Händler können sich den Termin bereits unterstreichen: Für die Abbauarbeiten wird der Innere Ring am 29. und 30 Juni für den Autoverkehr gesperrt.

Klinker gibt es auch anderswo in der Stadt

Mit Blick auf die Diskussion, ob Klinkersteine nun ins Stadtzentrum passen, verweist der städtische Architekt auf viele weitere Gebäude in der Stadt, die ebenfalls geklinkert seien. Anfänglich habe es sogar die Idee gegeben, die Steine der beiden Ziegelhäuser zu verwenden, die vor dem Stadtumbau an der Hauptstraße standen und abgerissen worden waren. Allerdings habe man davon aus Kostengründen Anstand genommen.

Auch die Fotovoltaikanlagen, die das Gebäude einmal mit ausreichend Energie versorgen sollen, kommen per Autokran aufs Dach. Die Sonnenenergie soll ausschließlich für die Deckung des eigenen Bedarfs verwandt werden, eine Einspeisung ins Netz ist nicht geplant.

Der Architekt führt die Besucher in den künftigen Veranstaltungssaal im Erdgeschoss. Dort ist in den vergangenen Wochen der Sichtbeton noch einmal aufgearbeitet worden, nachdem dieser nach dem Gießen der Wände nicht die Struktur aufwies, die er haben sollte. „Da musste noch einmal nachgearbeitet werden“, sagt der Architekt, während er mit dem Finger über die glatte Fläche streicht. Der Saal soll einmal das Wohnzimmer der Stadt werden. Ein Ort für Kultur und Veranstaltungen der Stadtgesellschaft.

Estrich liegt schon im Obergeschoss

Im Obergeschoss wird bereits der Estrich gelegt. Das Ziel, im Februar kommenden Jahres das Stadthaus zu beziehen, hält Diemer für ambitioniert, aber durchaus realistisch. Von den Problemen der Materialbeschaffung, über die im Handwerk und im Baugewerbe allgemein geklagt wird, ist das Projekt in Bruchköbel laut Diemer bisher nicht betroffen. „Wir haben das Glück, dass unsere Firmen ihre Bestellungen bereits vor Beginn der „Krise“ aufgegeben haben. Somit sei auch nicht mit einem weiteren Preisanstieg zu rechnen.

Rund 41 Millionen Euro investiert die Stadt Bruchköbel bekanntlich in das Stadthaus, die Krebsbachkaskaden sowie die Tiefgarage mit mehr als 200 Plätzen. In den nächsten drei Wochen, so schätzt Diemer, werde die Bewirtschaftung der Tiefgarage vergeben. Und so wie sich die Situation derzeit darstelle, werde die Tiefgarage zu dem Preis zu betreiben sein, den man von Beginn an angepeilt habe: 1,50 Euro pro Stunde für die Kunden. Die Tiefgarage muss bereits im November fertig sein, weil der Rewemarkt noch vor dem Weihnachtsgeschäft eröffnet werden soll.(Holger Weber)

Bruchköbels stairway to heaven: Treppensteigen in der Magistrale soll die Rathausmitarbeiter fit halten.
Es grünt schon: Ein Blick aus dem Stadthaus auf den künftigen Rewemarkt mit ökologischem Dach.
Zufrieden mit dem Bauforschritt und dem Sichtbeton im Saal: Projektleiter und Architekt Jörg Diemer.
Durchflutet von Tageslicht: das zweite Obergeschoss, in dem sich das Bauamt befinden wird.
Ein künftiger Treffpunkt: Das neue Café im Stadthaus mit großen Türen zur Terrasse hin.
Da sieht man Unterschiede: Oben ist die Klinkerfassade ausgefugt und heller als die Rohversion unten.

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