Umfrage unter Heranwachsenden

Freizeit, Taschengeld, Probleme: So ticken Bruchköbels Jugendliche

Freizeitangebote reichen nicht aus: Dennoch machen Bruchköbels Jugendliche keinen unzufriedenen Eindruck.
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Freizeitangebote reichen nicht aus: Dennoch machen Bruchköbels Jugendliche keinen unzufriedenen Eindruck.

Bruchköbels Jugendliche sind Sparfüchse, treffen sich mit Kumpels am liebsten zu Hause, finden das Freizeitangebot in der Stadt nur mäßig und wünschen sich vor allem ein Kino und noch mehr Orte in der Natur, wo sie sich treffen können.

Bruchköbel - Das ist die Quintessenz der Ergebnisse aus einer Umfrage, die die Stadt Bruchköbel im Februar unter den Heranwachsenden zwischen zwölf und 18 Jahren gemacht hat.

Der Fachbereichsleiter für Soziales und Initiator der Umfrage, Andreas Kalski, stellte die Resultate jetzt den Bruchköbeler Kommunalpolitikern im Sozialausschuss vor. In die Bewertungen sind zunächst alle Angaben eingeflossen. Künftig sollen die Ergebnisse detaillierter nach Alter aufgeschlüsselt werden, so Kalski. Bei den meisten Fragen waren Mehrfachnennungen möglich. Ein Überblick:

Jugendliche in Bruchköbel sparen ihr Taschengeld

Taschengeld: Das Gros der Bruchköbeler Jugendlichen lebt auf Kosten der Eltern. 83 Prozent bekommen monatlich Taschengeld, 15 Prozent von ihnen haben sogar Einkünfte im dreistelligen Bereich. Die meisten jedoch (etwa 35 Prozent) müssen mit einer Summe zwischen einem und 25 Euro haushalten, ein leicht geringerer Anteil verfügt über ein Budget zwischen 26 und 50 Euro. 46 Prozent bekommen auch von Verwandten Geld zugesteckt und 17 Prozent verdienen sich mit Neben- und Ferienjobs selbst etwas hinzu.

Interessant ist, wofür die Kids ihr Geld ausgeben. So gaben fast 70 Prozent an, sie täten einen Teil des Geldes auf die Seite, mehr die Hälfte investiert in Süßigkeiten und Kleidung. Für Bücher geben 20 Prozent Geld aus. Jeder Fünfte kauft auch Alkohol, dagegen spielen Zigaretten mit knapp fünf Prozent kaum eine Rolle, Spielautomaten so gut wie gar keine.

Bruchköbel: Jugendliche treffen sich am liebsten mit Freunden

Freunde und Freizeit: My home is my castle: Das gilt auch für die Bruchköbeler Jugendlichen, die angeben, am liebsten träfen sie sich mit Freunden zu Hause. Das sagen immerhin 87,3 Prozent, wenngleich nicht deutlich wird, ob sie dies aus freien Stücken oder in Ermangelung geeigneter Alternativen tun. Platz scheint es genug zu geben, 97 Prozent der Befragten haben ein eigenes Zimmer.

Das Schwimmbad geben 41,1 Prozent als beliebten Treffpunkt an, 37,1 Prozent die Schule, 33,2 Prozent öffentliche Plätze und ein Viertel trifft sich gerne auf dem Sportplatz. Mehr als die Hälfte der Kids gibt an, einer Clique anzugehören. Zwei Drittel pflegen ihre Freundschaft vorwiegend mit anderen Bruchköbelern.

Bruchköbel: Freizeitangebot für Jugendliche ist ausbaufähig

Freizeitangebot: Ein Drittel der Heranwachsenden hält das Angebot in der Stadt für nicht ausreichend. Ein weiteres Drittel kommt immerhin zu der Bewertung, das Angebot sei „teils teils“, während nur jeder Fünfte meint, es sei ausreichend und nur 2,2 Prozent finden, es sei „völlig ausreichend“. Die meisten wünschen sich mehr Grünanlagen und Parks (mehr als 50 Prozent), mehr Konzerte und auch ein Kino in der Stadt. Für ausreichend erachten die Befragten das Angebot an Büchereien (70 Prozent) und Schwimmbädern (60 Prozent).

Die meisten Jugendlichen (53 Prozent) bewegen sich in ihrer Freizeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, 44 Prozent lassen sich von ihren Eltern chauffieren, für 22,5 Prozent ist das Fahrrad ein Fortbewegungsmittel, elf Prozent gehen zu Fuß. Ein Großteil der Jugend fühlt sich ins städtische Leben nicht genug eingebunden. Nur sieben Prozent zeigen sich zufrieden mit der Integration der Heranwachsenden ins Stadtleben.

Druck in der Schule das größte Problem für die Jugendlichen

Problemfelder: Gefragt nach den Problemen von Jugendlichen, nannten 63 Prozent aller Befragten die Schule. Vor allem in den jüngeren Jahrgängen werden die Schule und der Leistungsdruck (55 Prozent) als problematisch empfunden, so Fachbereichsleiter Kalski.

Als weitere Probleme wurden Alkohol/Zigaretten (48,5 Prozent), Mobbing (45 Prozent ), soziale Medien (27 Prozent), illegale Drogen (26 Prozent) sowie Zukunftsängste (24 Prozent) identifiziert. Bei Schwierigkeiten wenden sich die meisten Befragten an ihre Eltern, Freunde sowie an Geschwister und Mitglieder der Familie. In den seltensten Fälle würden Vertrauenslehrer oder Sozialarbeiter konsultiert. Staatliche Beratungsstellen seien den meisten gänzlich unbekannt.

Jugendliche wünschen sich mehr Treffpunkte in der Natur

Wünsche: Abschließend wurden die Heranwachsenden nach ihren Wünschen befragt. Fast alle Befragten hätten darauf sehr ausführlich geantwortet, einige Kandidaten sogar auf mehreren Din-A4-Seiten, zeigte sich Kalski vom Engagement der Jugendlichen beeindruckt. Die Angaben deckten sich jedoch zu einem großen Teil mit den bereits gemachten Angaben.

So wollen 33,5 Prozent mehr Orte in der Natur, an denen sie Zeit mit Freunden verbringen können, zwölf Prozent möchten gepflegtere Sport-, Bolz- und Multifunktionsplätze, neun Prozent nennen ein Kino und mehr Open-Air Vorführungen, 9,2 Prozent wünschen sich insgesamt mehr Jugendveranstaltungen, Konzerte und Feste, für 7,5 Prozent sind Sport- und Gymnastikparks, Volleyball und Basketballfelder im Stadtgebiet wichtig.

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