Bürgermeisterin: Wohnbebauung noch kein Thema

Grenzverschiebung in Bruchköbel: Hanau sagt Ja

Mögliche neue Gewerbeflächen: Die vier Felder im Zentrum der Aufnahme sind als Erweiterung des Gewerbegebiets Galgengarten gedacht.
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Mögliche neue Gewerbeflächen: Die vier Felder im Zentrum der Aufnahme sind als Erweiterung des Gewerbegebiets Galgengarten gedacht.

Bruchköbel/Hanau – Die von den beiden Städten Hanau und Bruchköbel geplante Grenzverschiebung hat ihre erste Hürde in den Gremien genommen. Am Montag stimmten die Hanauer Stadtverordneten einstimmig dafür, eine östlich der B45 gelegene knapp 200 000 Quadratmeter große Fläche der Nachbarkommune zuzuschlagen (wir berichteten bereits). Am Dienstag müssen nun Bruchköbels Stadtverordnete den Plänen zustimmen.

Hintergrund ist, dass durch den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 45 ein Flurstück der Gemarkung Mittelbuchen so durchschnitten worden war, dass das Areal nun nicht mehr durch eine Straße an das Hanauer Stadtgebiet angeschlossen werden kann. Von Bruchköbel hingegen ist ein Anschluss möglich.

Hanau bekommt 30 Prozent der Einnahmen

Bruchköbel möchte das Gewerbegebiet Galgengarten erweitern und hätte auch die Möglichkeit, neuen Wohnraum zu schaffen. Die Stadt Hanau würde für den Landverzicht für einen bestimmten Zeitraum 30 Prozent der Einnahmen aus den Gewerbesteuern bekommen.

Noch ist das Projekt jedoch ganz am Anfang. Für eine Nutzung der Flächen müsste der Regionale Flächennutzungsplan geändert werden.

Proteste aus dem Saalburgring

Laut Bürgermeisterin Sylvia Braun haben sich nach Bekanntwerden der Pläne eine Reihe von Anwohnern aus dem Saalburgring gemeldet, der unmittelbar an die neuen Wohnbauflächen anschließen würde. Einige hätten demnach die Befürchtung geäußert, dass sie ihre Feldrandlage verlieren könnten. Dazu sagte die Bürgermeisterin gestern: „Die Gewerbefläche hat Vorrang bei der Entwicklung und selbst da sind noch viele Wege zu gehen. Auch bei einer möglichen Entwicklung weiterer Wohnbebauungen im nördlichen Bereich vom Saalburgring wären noch viele Verfahren notwendig, mit ungewissem Ausgang. Jetzt geht es erst mal darum, diese Verfahren anzustoßen, dazu brauchen wir das Gebiet nun mal in unserer Gemarkung.“ Bruchköbel brauche dringend neue Entwicklungsflächen für Gewerbe, so die Bürgermeisterin. Dabei gehe es in erster Linie nicht darum, neue Unternehmen in der Stadt anzusiedeln. Vorwiegend sei das Ziel, angestammten Bruchköbeler Traditionsunternehmen mit Platzbedarf neue Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Auf dem Areal, das derzeit noch zu Hanau gehört, gäbe es rund 64 000 Quadratmeter Platz für neue Gewerbeansiedlungen.

Die Stadtverordnetenversammlungen, in der die Parlamentarier unter anderem über dieses Projekt entscheiden sollen, findet am kommenden Dienstag im Bürgerhaus statt. Die Sitzung beginnt um 20 Uhr und ist öffentlich. (Holger Weber)

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