Graffiti-Künstler Michel Stelzner hübscht die Stadt auf

Hippe Bilder am Bruchköbeler Viadukt

Ein kreativer junger Bruchköbeler: Michel Stelzner gestaltet das Viadukt seiner Heimatstadt.
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Ein kreativer junger Bruchköbeler: Michel Stelzner gestaltet das Viadukt seiner Heimatstadt.

Bruchköbel – Was macht eigentlich die Stadt Bruchköbel aus? Diese Frage stand am Anfang des Gedankenaustauschs zwischen dem jungen Bruchköbeler Graffiti-Künstler Michel Stelzner und Bürgermeisterin Sylvia Braun. Wer sich die Bilder am Viadukt nun anschaut, der bekommt auf diese Frage eine visuelle Antwort. „Bruchköbel ist irgendwie städtisch, aber auch zu einem sehr großen Teil ländlich geprägt “, sagt Stelzner.

Diesem Umstand habe er Rechnung tragen wollen, erklärt und zeigt an seiner „Baustelle“ auf einzelne Elemente. Da ist beispielsweise die Spaziergängerin, die ihren Hund ausführt, der Radfahrer und auch der Traktor zu erkennen, die den ländlichen Charakter deutlich machen. Das Städtische wiederum spiegelt sich in dem geschwungenen und dynamischen Schriftzug wieder, in den Stelzner auch das rote B als Teil des Bruchköbeler Stadtlogos Logos integriert hat.

„Das Echo der Bürger ist durchweg positiv“, freut sich Bürgermeisterin Sylvia Braun bereits zu einem Zeitpunkt, als die Bilder noch nicht fertiggestellt sind. Gegenüber auf der anderen Seite sollen die Bruchköbeler Stadtteile Roßdorf, Niederissigheim, Oberissigheim und Butterstadt verewigt werden. Der Schriftzug „Wir sind fünf Stadtteile“ soll eine gemeinsame Identität ausdrücken. Zu sehen sind auf dem Bild die fünf Kirchen. Jede ist individuell und auf dem Graffiti auch gut identifizierbar.

Braun war durch unsere Zeitung auf den jungen Sprayer aufmerksam geworden, der bereits die Sportheime des TSV Niederissigheim und der Eintracht Oberissigheim mit seinen Wandegemälden aufgehübscht hat. „Ich fand die Idee unheimlich gut“, so die Verwaltungschefin, die einen hippen Gegenpunkt zum naheliegenden Turbokreisel setzen wollte. „Die Wappenschilder wurden ja von einigen Bürgern als ein wenig spießig empfunden. Deswegen haben wir uns hier am Viadukt für ein Graffiti entscheiden“, berichtet die Bürgermeisterin.

Außerdem sei es ein Projekt geworden, bei dem sich unheimlich viele gesellschaftliche Kräfte der Stadt mit eingebracht hätten, fügt sie hinzu. Zu den Geldgebern, die der Lions Club Bruchköbel organisiert hat, gehören auch namhafte Firmen aus der Stadt sowie zahlreiche Bürger. Der städtische Bauhof habe zudem die Flächen vorbereitet. Und die Organisation habe das Jugendreferat der Stadt übernommen, zählt Braun auf. Nun hoffen alle Beteiligten, dass die neuen Stadtbilder auch dementsprechend gepflegt werden. Davor, dass andere Sprayer die Arbeit übersprühen könnten, hat zumindest Michel Stelzner keine Angst. „Es ist so, dass Sprayer, die ihr Tun als Kunst betrachten, die Arbeiten der Kollegen auch respektieren.“(Holger Weber)

Die Stadtteile: charakterisiert durch ihre Kirchen.

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