Bruchköbel

Ingo Wintermeyer: Neuer LOG-Schulleiter mit Weitblick

Neuer Schulleiter in neuen Räumen: Ingo Wintermeyer übernimmt die Leitung des Lichtenberg-Oberstufen-Gymnasiums in Bruchköbel. Dort finden jetzt in den Ferien die letzten Sanierungsarbeiten statt. Foto: Monica Bielesch

Bruchköbel. „Ich habe einen krummen Bildungsweg, das erklärt auch meine Motivation für diese Stelle.“ Ingo Wintermeyer sitzt entspannt lächelnd in seinem neuen Büro im Lichtenberg-Oberstufen-Gymnasium (LOG) in Bruchköbel, wo er seit Kurzem der neue Schulleiter ist.

Von Monica Bielesch

Die frisch renovierten Räume sind noch dürftig eingerichtet, die Wände sind kahl. Im ganzen Gebäude sind jetzt in den Ferien Bauarbeiter am werkeln, das Dröhnen der Säge ist auch im Schulleiterbüro noch zu hören. Offiziell ist der 57-jährige Wintermeyer seit dem 20. Mai Schulleiter des LOG. Aber da war er auch noch an der Hanauer Lindenauschule Fachbereichsleiter des sprachlich-literarischen Bereichs sowie Oberstufenleiter und musste das Abitur dort organisieren.

Eine stressige Zeit. Der sportliche Pädagoge schätzt dann seinen Garten an seinem Haus in Niedermittlau, wo er selbst einen Teich angelegt hat. „Bei der Gartenarbeit kann ich am besten entspannen.“ Nach dem Ende des Schuljahres kann er sich nun endlich voll und ganz auf seine neuen Aufgaben am LOG konzentrieren. Die Stundenpläne für das neue Schuljahr seien zwar schon fertig, aber Wintermeyer hat trotzdem genug zu tun. Seine reichhaltige Erfahrung auf allen Ebenen im Schulsystem hilft ihm dabei.

„Ich habe nur die mittlere Reife gehabt“

Und eben sein „krummer Bildungsweg“. „Ich habe nur die mittlere Reife gehabt“, schmunzelt er. Wintermeyer wächst in Rüsselsheim auf, schlägt nach der Schule die Beamtenausbildung für den mittleren Dienst ein und wird Kommunalbeamter im Jugendamt. Es ist Anfang der 1980er-Jahre und politisch eine turbulente Zeit. Wintermeyer engagiert sich politisch, ist aktiv in einer Bürgerinitiative gegen den Bau der Startbahn West am Frankfurter Flughafen und erlebt auch die Entwicklung der Partei Die Grünen, die am 13. Januar 1980 gegründet wird, mit.

Am Hessen Kolleg holt er sein Abitur nach und studiert anschließend Germanistik und Geschichte auf Lehramt an der Goethe-Uni in Frankfurt. Da ist er 25 Jahre alt. Später mit den Studium anzufangen sei durchaus von Vorteil, sagt er rückblickend. „Man hat einen anderen Blick auf die Dinge, geht konzentrierter an das Studium heran.“ Man wisse, wo die eigenen Interessen liegen und sei darum zielorientierter.

„Nicht alle sind gleich, aber alle sollten die gleichen Chancen erhalten"

Nach dem Studium geht Wintermeyer für ein Jahr als Assistent Teacher nach Newport in Süd-Wales, gibt dann an der Volkshochschule vor allem Englischkurse und arbeitet zwei Monate am Goethe-Institut in Jakarta. Auch seine Auslandserfahrungen haben ihn geprägt und seinen Blick für andere Kulturen geschärft. „Nicht alle sind gleich, aber alle sollten die gleichen Chancen erhalten“, lautet seine Erkenntnis aus seinen Reisen.

Seine erste Festanstellung als Lehrer in Deutschland bekommt er an der Kopernikusschule in Freigericht-Somborn. Er unterrichtet Geschichte und Politikwissenschaften, schätzt die Kopernikusschule für ihre internationale Ausrichtung und Offenheit für neue Ideen. 2007 wird er stundenweise abgeordnet ans Schulamt ins Gymnasial-Dezernat. „Dabei habe ich einen anderen Blick auf Schule bekommen“, erzählt er. Das Schulamt hätte wenig Ressourcen und müsse Direktiven des Hessischen Kultusministeriums ausführen.

Als Schulleiter will er die Schüler ermutigen

2008 kommt er an die Hohe Landesschule und arbeitet dort an dem Projekt Ganztagsschule mit. Nach knapp zwei Jahren wechselt er schließlich an die Lindenauschule, wie das LOG auch eine Integrierter Gesamtschule. Seine Erfahrung mit verschiedenen Schultypen, sein Netzwerk, das er im Laufe der Jahre aufbauen konnte, sind nun von Vorteil für ihn.

Als Schulleiter am LOG will er die Schüler insbesondere ermutigen, trotz krummer Bildungswege ihren Weg zu gehen. Dabei sind eigenverantwortliches und zielorientiertes Arbeiten für ihn wichtige Kompetenzen. Bis zum Ende der Sommerferien laufen noch umfangreiche Sanierungsarbeiten im Altbau des LOG. Pünktlich zum neuen Schuljahr soll alles fertig sein. Dann wird das LOG rund 580 Schüler haben.

Neue Möglichkeiten

Gerade im Hinblick auf die modernen und sanierten Schulräumlichkeiten will sich Wintermeyer stark in der Schulentwicklungsgruppe des LOG einbringen. „Mit dem Neubau bieten sich viele neue Möglichkeiten, da müssen wir strukturiert und zielorientiert dran arbeiten.“ Seine Vorgängerin Karin Roßbach, die vor knapp einem Jahr als Schulleiterin ausschied, habe gute Arbeit geleistet, die Wintermeyer fortführen will. Dabei sieht er sich vor allem als Impulsgeber für zielorientiertes Vorgehen.

Sein nächstes Ziel ist nun aber erst mal Amerika, wo er gemeinsam mit seiner Frau Urlaub macht. Die beiden passionierten Motorradfahrer machen eine Harleytour durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Auf kilometerlangen geraden Highways mit wahrscheinlich wenig Krümmungen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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