Geschäft läuft besser als befürchtet

Innenstadtumbau und Corona-Krise: Einzelhandel in Bruchköbel trotzt den schlechten Bedingungen

Im „SchokoLädchen“ brachen die großen Aufträge weg: Dafür durfte sich Barabara Schadeberg über viel Kundschaft in ihrem Ladenlokal freuen.
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Im „SchokoLädchen“ brachen die großen Aufträge weg: Dafür durfte sich Barabara Schadeberg über viel Kundschaft in ihrem Ladenlokal freuen.

Der Einzelhandel leidet generell unter der Corona-Pandemie, in Bruchköbel kommt durch den Innenstadtumbau und den damit verbundenen Wegfall von Parkplätzen im Zentrum eine weitere Erschwernis hinzu.

Bruchköbel - Doch angesichts der ungünstigen Rahmenbedingungen läuft das Geschäft in der Stadt viel besser als das Gros der Händler vor Monaten noch befürchtet hatte. Dies ergab eine kleine Umfrage unserer Zeitung unter den Bruchköbeler Geschäftsleuten.

Barbara Schadeberg, die mit ihrem Mann Volker die Confiserie SchokoLädchen betreibt, hat dafür eine Erklärung: „Der Handel in der Stadt war noch nie in so großem Maße von Laufkundschaft anhängig wie beispielsweise in Hanau oder Frankfurt.“ In Bruchköbel suchten die Kunden ihre Einzelhandelsgeschäfte ganz gezielt auf, glaubt Schadeberg. Und diese starke Bindung zwischen Händlern und Kundschaft, die zahle sich vor allem jetzt in der Krise aus, meint sie.

Bruchköbel: Große Solidarität mit dem Einzelhandel

Zumindest ein Teil der großen Umsatzeinbrüche, die sie durch die Stornierung von Hochzeitstorten und Auslieferungen an die Hotellerie erlitten hat, wurde durch den gestiegenen Absatz im Laden wieder aufgefangen. Hinter dieser Entwicklung spüre man eine große Solidarität, die sich jetzt in der Krise zeige.

„Die vielen besorgten Fragen der Kunden, ob es uns gut geht, ob wir die Krise überleben werden, die waren wirklich ernst gemeint“, berichtetet Schadeberg von einer von offensichtlich vielen Bruchköblern geteilten Sorge um die Existenz des Einzelhandels in der Stadt.

Stammkunden halten den Geschäften die Treue

Auch ihre Nachbarin Roswitha Bott, die in ihrem Laden („Der Wäscheschrank“) vor allem Unterwäsche verkauft, freut sich über die Treue ihrer Stammkunden. „Viele von ihnen haben noch in ihrem Freundeskreis Werbung für uns gemacht und somit neue Kunden mitgebracht“, berichtet sie.

Freut sich über treue Kunden: Einzelhändlerin Roswitha Bott.

Solidarität gibt es auch innerhalb der Bruchköbeler Händlerschaft. Im SchokoLädchen wird jetzt unter anderem eine Geschenkbox vertrieben, die mit Produkten aus einer Reihe von anderen örtlichen Einzelhandelsgeschäften bestückt ist.

Innenstadtumbau: Parkplatzprobleme nicht so dramatisch wie befürchtet

Das Parkplatzproblem sei kaum noch ein Thema, sagt eine Händlerin, die ihr Geschäft in unmittelbarer Nähe zum neuen Stadthaus betreibt, aber nicht namentlich erwähnt werden möchte. Und auch die Verkehrsbehinderungen, die durch die zwischenzeitlich gesperrten Inneren Ring entstanden waren, haben die Bruchköbeler mit großer Gelassenheit weggesteckt.

Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Zum einen wurden neue Parkplätze geschaffen, unter anderem am Freien Platz. Gut angenommen werde mittlerweile auch der Festplatz, auf dem die Stadt schon vor dem Abriss des Parkhauses neue Parkflächen geschaffen hatte.

Weiterhin viele Kunden auf dem Wochenmarkt

„Die 100 Meter Fußweg mehr macht den meisten kaum etwas aus“, weiß Frank Vulpius, Gemüse- und Obsthändler am Bruchköbeler Wochenmarkt, aus Gesprächen mit Kunden zu berichten. Auch am Markt stellt man eine gleichbleibende Kundenfrequenz fest. Stadtrat Reiner Keim, der dort freitags mit seiner Mutter Elsbeth Käse verkauft, glaubt sogar, dass die Innenstadtbaustelle eine gewisse Anziehungskraft hat: „Die Leute wollen wissen, welche Fortschritte es auf der Baustelle gegeben hat und kommen deshalb in die Stadt.“

Weil es die befürchteten Parkraumprobleme nun nicht gibt, wird im Rathaus darüber nachgedacht, ob man auf den zeitlich begrenzten Stellflächen künftig noch länger kostenlos parken darf. Das sei eine Anregung der Händler gewesen, berichtet Bürgermeisterin Sylvia Braun.

Bruchköbel: Einkaufsaktion zu Weihnachten

Das Bruchköbeler Stadtmarketing bereitet derweil eine Weihnachts-Shopping-Aktion vor, bei der die Kunden für den Einkauf in Bruchköbel mit der Teilnahme an einem Gewinnspiel belohnt werden sollen. Jeder, der in der Zeit zwischen dem 27. November und 31. Dezember im Bruchköbeler Einzelhandel mehr als 25 Euro in den örtlichen Geschäften lässt, kann Preise gewinnen, die sich um das Thema Fitness und Gesundheit drehen.

Unter anderem werden E-Bikes, Gutscheine für Fitness-Studios und vieles mehr verlost. „Wir haben Preise im Wert von rund 12 500 Euro, die von Sponsoren und aus einem von der Stadt geschnürten Hilfspaket für den Einzelhandel und die Gastronomie kommen, so Stadtmarketing-Chefin Andrea Weber.

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