Hanauer Unternehmer übernimmt

Ins Bruchköbeler Rathaus kehrt das Leben zurück - Restaurant und Biergarten geplant

Neues vom Freien Platz: Das Alte Rathaus bekommt ein Restaurant sowie einen Biergarten.
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Neues vom Freien Platz: Das Alte Rathaus bekommt ein Restaurant sowie einen Biergarten.

Bruchköbel – In eines der schönsten Gebäude der Bruchköbeler Altstadt kehrt das  Leben zurück. Die Stadt Bruchköbel ist sich mit dem Hanauer Gastronom Christian Holle einig geworden. Bereits für Juni nächsten Jahres ist die Eröffnung eines Restaurants mit Biergarten geplant.

Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP) verkündete die gute Nachricht am Dienstagabend in der Stadtverordnetenversammlung. „Es war eines meiner wichtigsten Anliegen zu Beginn meiner Amtszeit, für das Alte Rathaus eine Lösung zu finden“, sagte Braun gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bereits im April habe sie die Gespräche mit dem Gastronom aufgenommen, der vor Jahren bereits Interesse an dem Objekt gezeigt habe, aber sich mit der Stadt habe nicht einigen können, so Braun. Die Bürgermeisterin zeigt sich zuversichtlich, dass es mit dem neuen Betreiber eine langfristige Lösung gefunden worden ist.

Stadt investiert mehr als 600 000 Euro

Beide Seiten werden viel Geld in das alte Gemäuer investieren. Seitens der Stadt sind bereits mehr als 600 000 Euro schon im Haushalt eingestellt. „Es wird jetzt Zeit, dass das Geld auch investiert wird“, so Braun. Die Stadt wird für die Modernisierung der Haustechnik und die Konditionierung der Bausubstanz verantwortlich sein. Beispielsweise werden die Toiletten, die sich jetzt noch auf der Mittelebene des Rathauses befinden, in den Keller verlegt.

Der Gastronom übernehme seinerseits die Investitionen für die Küche und die Innenausstattung, berichtete die Bürgermeisterin. Im Magistrat der Stadt hat Holle sein Bewirtschaftungskonzept bereits vorgestellt, dort sei es auf große Zustimmung gestoßen, so Braun. Der Hanauer Gastronom betreibt in der Region mehrere bekannte Lokalitäten: das „Wirtshaus am See“ in Kahl, „Holle’s am Schlossgarten“ am Congress Park Hanau sowie das „Hannibal“ in der neuen Mitte Nidderaus. „Ich habe gemerkt, dass Herr Holle unglaublich große Lust auf dieses Projekt hat. Das ist für mich sehr wichtig“, so Braun.

Bruchköbel: Stadtverordnete entscheiden zeitnah über Biergarten-Projekt

Bereits in der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 27. Oktober soll das Projekt auch den Stadtverordneten zur Entscheidung vorgelegt werden. Als Grundlage diene ein Antrag aus dem Jahr 2013 der Grünen, die damals bereits ein Konzept für die gastronomischen Wiederbelebung des Alten Rathauses gefordert hatten. So lange schon sucht die Stadt nach Lösungen für das Gebäude, das bis vor Kurzem noch als Ausstellungsraum vom Geschichtsverein genutzt worden war.

Zwischendurch wurde auch die Nutzung als Ort für Kulturveranstaltungen und Platz für die Bruchköbeler Vereine diskutiert. Allerdings habe das Konzept nicht wirklich Anklang gefunden, so Braun. Der Grünen-Antrag sah seinerzeit auch den Abriss des nebenstehenden Obsthauses Beller vor. Dazu wird es laut Braun jedoch nicht kommen, zumindest das Dach bleibt stehen, darunter soll eine Außentheke für den Biergarten entstehen, in dem wie auch im Restaurant des Ratskellers regionale, gutbürgerliche Küche angeboten werden soll.

Auch Trauungen sollen im Rathaus wieder stattfinden

Eine weitere Theke wird es im ehemaligen Ratskeller sowie im Obergeschoss geben. Dort können laut Konzept auch Trauungen stattfinden. Ein städtisches Trauzimmer war auch immer der Wunsch von Günter Maibach, Bruchköbels ehemaligem Bürgermeister. Jedoch sieht das aktuelle Konzept kein „städtisches“ Trauzimmer vor, sondern es wird Teil des Gastronomiebetriebes sein.

Die Stadt stelle den Standesbeamten. Dieses Modell habe man vor allem aus Gründen des Brandschutzes gewählt. Denn bei zwei Nutzern des Hauses müssen teure Brandschutzmaßnahmen ergriffen werden, deren Kosten auf rund 400 000 Euro zusätzlich beziffert werden.

Einschränkung: Nur der Biergarten wird barrierefrei

Einziger Wermutstropfen: Barrierefrei wird nur der Biergarten sein. Ursprünglich war darüber nachgedacht worden, einen Aufzug von außen an das Gebäude anzubringen. Entsprechende Fördermittel waren im Rahmen eines Förderprogramms des Landes jedoch dafür nicht bewilligt worden. „Für uns allein wäre dies finanziell zu teuer geworden“, meint Braun. Für barrierefreie Trauungen stünde aber künftig das neue Stadthaus zur Verfügung.

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