Bruchköbel

Kommentar: Steckt politisches Kalkül dahinter?

Foto/Grafik: Bender/HA

Unser Redakteur Holger Weber-Stoppacher hinterfragt die Hintergründe der Bruchköbeler-Wald-Thematik in seinem Kommentar.

Mit der Idee, den Logistik- und Gewerbepark Fliegerhorst an die Autobahn 66 anzubinden und eine kilometerlange Trasse mitten durch den Bruchköbeler Wald zu führen, hat der CDU-Ortsverband Erlensee vor allem den Bürgern in der Nachbarkommune einen gehörigen Schrecken eingejagt. Ängstliche Reaktionen darauf, die man in den sozialen Netzwerken und auch in Briefen an den Bruchköbeler Bürgermeister Günter Maibach lesen kann, legen darüber Zeugnis ab.

Ein bisschen RechercheDer Bruchköbeler Wald ist kein Buschwerk, sondern ein schützenswertes Naherholungsgebiet. Gut die Hälfte davon ist sogar FFH-Gebiet und somit auch von der Europäischen Union unter Schutz gestellt. Die Chancen auf Durchsetzung eines Vorhabens, wie es die CDU Erlensee prüfen lassen wollte, sind aus diesem Grund gleich null. Dies hätte man mit ein wenig Recherche herausfinden können, ehe die Pressemitteilung auf den Weg geschickt wurde.

Stellt sich die Frage: Was sollte das ganze Theater? Nun, in Hessen steht die Landtagswahl vor der Tür. Und wie unsere Zeitung aus einer glaubwürdigen Quelle erfuhr, war an dem Vorstoß auch der CDU-Landtagsabgeordnete und Kandidat Heiko Kasseckert nicht unerheblich beteiligt. Kasseckert kandidiert im Wahlkreis 42. Dazu gehört Erlensee, nicht aber Bruchköbel, das Teil des Wahlkreises 41 ist.

Alles Kalkül?Ist die Aktion also aus rein politischem Kalkül geschehen, um zu suggerieren, dass sich die CDU besonders für die Erlenseer Belange und die vermeintlich unter Straßenlärm leidenden Erlenseer einsetzt? Das wäre schlechter Stil. Denn man hätte bei den Menschen in Erlensee bewusst falsche Hoffnungen geweckt. Es wäre zudem ein Versuch, die Bürger in beiden Kommunen gegeneinander auszuspielen.

Quelle: Hanauer Anzeiger

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare